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Hohe Berufsbindung bei jungen Erwerbstätigen

Archivmeldung vom 21.04.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.04.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: LieC / pixelio.de
Bild: LieC / pixelio.de

Mehr als die Hälfte der 18- bis 24-jährigen Erwerbstätigen mit dualer Berufsausbildung arbeiten in ihrem erlernten Beruf (52 %). Weitere 32 % arbeiten in einem Beruf, der mit der Ausbildung zumindest verwandt ist. Dieser hohe Anteil ist ein Indiz für den flexiblen Einsatz von Absolventinnen und Absolventen einer betrieblichen Berufsausbildung im Beschäftigungssystem. Im Durchschnitt üben nur 16 % dieser Altersgruppe eine Tätigkeit aus, die mit dem erlernten Beruf nichts mehr zu tun hat, so die subjektive Einschätzung der befragten jungen Erwerbstätigen.

Von diesen vollständigen Berufswechslern können wiederum 65 % nur noch wenig bis gar nichts vom Gelernten verwerten. Dies sind Ergebnisse einer Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der BIBB/BAuA-Jugenderwerbstätigenbefragung 2011/2012 – veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe der BIBB-Fachzeitschrift „Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis – BWP“.

Die BIBB-Analyse zeigt, dass der Anteil der vollständigen Berufswechsler unter den jungen Leuten mit der seit ihrem Ausbildungsabschluss verstrichenen Zeit ansteigt. Bei einem Abschluss im Jahr 2012 arbeiteten zum Befragungszeitpunkt nur knapp 4 % außerhalb des erlernten Berufs, was auch mit der Übernahmemöglichkeit durch den Ausbildungsbetrieb zusammenhängt. Bei einem Abschluss im Jahr 2011 sind bereits rund 12 % und bei einem Abschluss im Jahr 2010 knapp 19 % vollständige Berufswechsel zu verzeichnen.

Unterscheidet man nach Schulabschluss, weisen Hauptschulabsolventinnen und -absolventen die höchsten Berufswechselquoten auf (rund 24 %). Mit einem höheren Schulabschluss liegt die Wechselquote bei etwa 13 %. Männer wechseln häufiger den erlernten Beruf (ca. 18 %) als Frauen (knapp 13 %).

Auch eine Ausbildung im Handwerk führt deutlich häufiger zu einem Berufswechsel als eine Ausbildung in der Industrie (21 % gegenüber 11 %). Ein entsprechend hoher Anteil findet sich auch bei Erwerbstätigen, die in Kleinbetrieben ausgebildet wurden (knapp 20 %). Eine Ausbildung über Bedarf, wie sie häufig im Handwerk und in Kleinbetrieben stattfindet, wirkt sich somit nicht nur auf die Übernahmechancen nach der Ausbildung, sondern auch auf die Berufswechselquote aus.

Die Folgen eines Berufswechsels hängen entscheidend davon ab, ob der Beruf freiwillig, zum Beispiel aufgrund eines höheren Einkommens im neuen Beruf oder anderer beruflicher Interessen, oder unfreiwillig gewechselt wurde, beispielsweise weil im erlernten Beruf aufgrund schlechter Beschäftigungschancen keine Stelle gefunden wurde. Empirisch zeigt sich auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2006, dass nur unfreiwillige vollständige Berufswechsel mit signifikanten Einkommenseinbußen verbunden sind. Bei Personen, die in einem verwandten Beruf arbeiten, kommt es im Durchschnitt nicht zu Einkommenseinbußen gegenüber jenen, die im erlernten Beruf verbleiben.

Bei der Jugenderwerbstätigenbefragung 2011/2012 des BIBB und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) handelt es sich um eine telefonische Repräsentativbefragung von mehr als 3.200 jungen Erwerbstätigen und Auszubildenden im Alter von 15 bis 24 Jahren mit einer Arbeits- beziehungsweise Ausbildungszeit von mindestens zehn Stunden pro Woche.

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) (idw)

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