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Die deutschen Sparer werden zur Schlachtbank geführt

Archivmeldung vom 28.03.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.03.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Michael Staudinger / pixelio.de
Bild: Michael Staudinger / pixelio.de

Die teilweise Zwangsenteignung der zyprischen Sparer um 9,9 bzw. 6,75 Prozent, oder 15 Prozent bei einem Guthaben von über 500.000 Euro, wurde zwar aufgeschoben, aber der Schock sitzt trotzdem tief bei jedem, der Geld auf einer Bank in Zypern hat. Mit diesen Prozentsätzen würden die Zyprioten aber immer noch besser wegkommen als mit dem Vorschlag des IWF, der genauso wie Finanzminister Schäuble eine 40-prozentige Enteignung forderte. Währenddessen schlägt der Chefökonom der Commerzbank auch eine 15-prozentige Enteignung der italienischen Sparer vor.

Auch nach der Entscheidung des zyprischen Parlaments blieben bis heute die Banken zunächst geschlossen, der von Gerald Celente bereits vor langer Zeit prognostizierte Bank-Holiday, in dem die Vermögen entweder entwertet oder gestohlen werden, ist jetzt Realität. Die Zyprioten stürmten sofort nach Ankündigung der Zwangsenteignung die Banken, die aber in der Regel nichts hergaben, und einige Kunden fuhren sogar mit einem Bagger vor, um sich Zugang zur Bank und zu ihrem Geld zu verschaffen.

Im Zuge dessen hat Kanzlerin Merkel die Stellungnahme abgegeben, dass die Spareinlagen der Deutschen garantiert seien. So eine Stellungnahme gab es bereits 2008, damals waren es Merkel und Steinbrück, die gemeinsam diese Garantie abgegeben haben. Damit sollte ein "Signal an die Sparer" gesendet werden in einer Zeit, in der das Vertrauen der Bevölkerung in das Finanzsystem aufgrund der Bankenkrise drastisch abnahm.

Aber dieses Signal war ein reines Psychospiel, wie Peer Steinbrück zwei Jahre später selbst zugab: "Es gab eine spürbare Verunsicherung, und die Leute begannen, ihr Geld von den Banken abzuheben. Dadurch sank die Liquidität der Kreditinstitute, was wiederum das Vertrauen in die Banken untergrub. Es drohte ein Teufelskreis, weswegen Kanzlerin Merkel und ich uns schließlich zu jener berühmten Erklärung entschlossen haben, alle Spareinlagen staatlich zu garantieren. [...] Für eine solche Zusage fehlte uns eigentlich die Legitimation. Es gab keine Rechtsgrundlage und keinen parlamentarischen Rückhalt. Ich wundere mich bis zum heutigen Tag, dass die Parlamentarier hinterher nie gefragt haben: Um Gottes willen, was habt ihr da eigentlich gemacht?" (Spiegel Online, 13.09.2010)

Damals wie heute dient die angebliche Garantie der Spareinlagen lediglich dazu, das Vertrauen in ein System zu stärken, das es den Geschäftsbanken erlaubt, nur einen Bruchteil der tatsächlichen Spareinlagen zurücklegen zu müssen. Wenn also alle Menschen ihre Guthaben von ihren Konten abheben wollen würden, wäre die Bank bereits dann pleite, wenn sie erst einen Bruchteil ihrer Kunden ausbezahlt hätte. Das System baut also darauf, dass möglichst wenig Bankkunden tatsächlich auf ihre Ersparnisse zugreifen.

Garantiert ist in diesem System nur, dass die Ersparnisse überhaupt nicht garantiert sein können, zumindest nicht von Seiten der Banken. Eine staatliche Garantie auszusprechen heißt aber nichts anderes, als dass es garantiert ist, dass die Bürger selbst geschröpft werden, sobald eine Bank insolvent ist. Das ist so unvermeidlich wie der spätere Tod eines Schweins, das sich auf dem Weg zum Schlachter befindet.

Und um besonders reichhaltiges und genüssliches Fleisch zu bekommen, behandelt man das Schwein vorher sehr gut. Man bürstet es, wäscht es und behandelt es zärtlich. Selbst auf dem Weg zum Schlachter achtet man noch darauf, dass die Erschütterungen während der Fahrt nicht zu groß sind, denn das Ausschütten von Stresshormonen vermindert die Fleischqualität.

Es ist von vornherein klar, dass das Schwein geschlachtet werden wird, nur das Schwein weiß es nicht, und darauf kommt es an. Es ist vollkommen klar, dass die Deutschen das gleiche Schicksal ereilen wird wie die Zyprioten oder vielleicht bald die Italiener. Merkels Garantie ist ihre Art, dem Schlachtvieh einen möglichst großen gefühlten Komfort zu verschaffen.

Aber am Ende dieser Reise steht die Schlachtung. Dieses Geldsystem ist dazu gedacht, die ganze Welt mit verzinst geschaffenen und durch nichts gedeckte Zahlungsmittel zu versorgen, die unausweichlich wachsende Schuldenberge produzieren, so dass am Ende die Menschheit in einem endlosen Schuldendienst geknechtet werden möge. Und uns wird dabei eingeredet, es sei unsere Schuld, weil wir nicht gut genug gespart haben.

Aber egal wie sehr wir sparen werden und egal wie viel wir für Rettungen von Banken und nationalen Haushalten hergeben würden, das Wachsen des Schuldenberges ist unvermeidlich, es kann im aktuellen Geldsystem einfach nicht anders passieren. Wie lange wird es noch dauern, bis jeder weiß, dass es nicht Deutsche gegen Griechen oder Deutsche gegen Spanier heißt, sondern Menschen gegen die Finanzelite? Wie lange wird es noch dauern, bis allgemein erkannt wird, dass wir das aktuelle Geldsystem abschaffen müssen?

"Eigentlich ist es gut, dass die Menschen unser Banken- und Währungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh." — Henry Ford 

Quelle: Text von Christian Stolle- www.we-are-change.de/

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