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Zeitung: Energiewende führte zu Strompreisaufschlag von 47 Prozent

Archivmeldung vom 04.03.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.03.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Für einkommensschwache Haushalte kann die Belastung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) existentiell werden: Zwei Wirtschaftswissenschaftler des Westfälischen Energieinstituts haben festgestellt, dass die Kosten der Energiewende bis 2013 bei Strom zu einem Preisaufschlag von 47 Prozent geführt haben.

Dadurch sei die Zahl der Menschen, die einen ungebührlich hohen Anteil ihres verfügbaren Einkommens für Elektrizität aufwenden müssen, um 1,7 Millionen auf 5 Millionen gestiegen, heißt es in ihrem Gutachten, das der F.A.Z. exklusiv vorliegt. Weitere Netzinvestitionen sowie die Bereitstellung von Sicherheits- ("Back-up") und Speicherkapazitäten werden zu steigenden Netzentgelten und neuen Umlagen auf die Stromverbraucher führen. Klaus Engel, der Vorstandsvorsitzende des Spezialchemiekonzerns Evonik, will die Analyse als Moderator des Initiativkreises Ruhr dem Bundeswirtschafts- und energieminister Sigmar Gabriel am 8. März übergeben.

Netzbetreiber Amprion sorgt sich um Zeitplan der Energiewende

Die Proteste gegen den Bau neuer Stromtrassen gefährden nach Einschätzung des zuständigen Netzbetreibers Amprion den Zeitplan für die Energiewende.

"Finanziell bekommen wir das hin. Und auch technisch ist das machbar. Die größte Herausforderung ist aber der Zeitdruck und die Akzeptanz in der Bevölkerung", sagte Geschäftsführer Hans-Jürgen Brick im Gespräch mit dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). "Das Werben um Akzeptanz für große Infrastrukturprojekte wird zu einer immer größeren Herausforderung. Ich gehe davon aus, dass es bei allen großen Netzausbauprojekten einen hohen Diskussionsbedarf vor Ort geben wird." Dabei sei die Situation im Stromnetz "schon jetzt kritisch".

Amprion plant in Bayern eine neue Höchstspannungsleitung, die Gleichstrompassage Süd-Ost, mit einer Länge von 450 Kilometern. Die eine Milliarde Euro teure Leitung wurde gemeinsam mit der Bundesnetzagentur als eine der neuen Stromtrassen identifiziert, die zur Verteilung des Windstroms vom Norden und Osten in den verbrauchsstarken Süden benötigt wird.

Innerhalb eines Monats hat sich in der betroffenen Region in Nordbayern aber großer Widerstand organisiert. Unter Führung des oberfränkischen Pegnitz haben sich nun mehrere Kommunen und Kreise zusammengeschlossen, um die Trasse auf dem juristischen Weg aufzuhalten. "Das hat uns selbst überrascht. Wir befinden uns noch in einem frühen Planungsstadium, noch vor einem Genehmigungsverfahren", sagte Brick.

Mehr als 3.000 Bürger seien zu Informationsveranstaltungen nach Kulmbach, Nürnberg und Donauwörth gekommen. "Die Situation war aber von Anfang an aufgeheizt. Unsere Mitarbeiter wurden heftig angegangen." Brick beklagt vor allem die mangelnde Unterstützung durch die Politik. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat den Sinn der kompletten Leitung in Frage gestellt und ein Moratorium ausgerufen.

"Wir waren schon überrascht, wie stark sich die Landespolitik plötzlich distanziert hat", sagte Brick, "natürlich macht es uns die Arbeit nicht leichter. Wie sollen wir mit den Bürgern konkret über unser Projekt diskutieren, wenn von der Politik selbst die Notwendigkeit der Leitungen in Frage gestellt wird?" Es reiche nicht aus, dass Gesetze beschlossen werden, sie müssten den Bürgern auch vermittelt werden.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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