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Bahn sucht 80.000 neue Mitarbeiter bis 2023

Archivmeldung vom 24.06.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.06.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Deutsche Bahn AG
Bild: Deutsche Bahn AG

Die Deutsche Bahn will bis 2023 mindestens 80.000 Stellen neu besetzen. In einem Interview mit der "Bild-Zeitung" sagte Bahnchef Rüdiger Grube: "Unser Bedarf ist sehr groß: In den nächsten zehn Jahren stellen wir allein in Deutschland bis zu 80.000 neue Mitarbeiter ein - und zwar nur, um Abgänge auszugleichen."

Wachstum sei in die Prognose noch gar nicht eingerechnet. Grube erklärte, die Bahn finde bislang ausreichend gutes Personal. Gerade für die Lehrstellen gebe es deutlich mehr Bewerber als Plätze. "Im September fangen 4100 Schulabgänger bei uns an. Es gab einen richtigen Run auf die Plätze, wir hatten über 50.000 Bewerbungen", sagte Grube der "Bild-Zeitung".

Bahn-Betriebsrat stellt Millionenforderung

Die weltweit rund 295.000 Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB AG) sollen künftig regelmäßig am Gewinn des Unternehmens beteiligt werden. "Die Belegschaft hat die Erfolge der zurückliegenden Jahre erst möglich gemacht, das muss sich rechnen. Und zwar für alle Beschäftigten, egal in welchem Land sie eingesetzt sind", sagte der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates, Jens Schwarz, der "Welt".

Nach der Sommerpause wollen die Arbeitnehmervertreter mit dem Vorstand Verhandlungen über eine Erfolgsbeteiligung aufnehmen. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte gegenüber der Zeitung: "Wir haben mit dem Betriebsrat vereinbart, über ein ganz neues Modell zu sprechen." Vor drei Jahren gab es im DB-Konzern bereits eine Mitarbeiterbeteiligung. Rund 1200 Euro wurden in mehreren Tranchen an die 150.000 tariflich Beschäftigten in Deutschland ausgezahlt. Eine entsprechende Vereinbarung, die die Gewerkschaft EVG ausgehandelt hatte, ist aber inzwischen ausgelaufen. "Wir wollen nun ein Modell für eine automatische Erfolgsbeteiligung der Mitarbeiter, die nicht jedes Mal neu ausgehandelt werden muss", so Schwarz.

Nach einer festen Formel solle künftig ein bestimmter Prozentsatz des Gewinns an die Beschäftigten ausgeschüttet werden. "Und zwar an alle Mitarbeiter weltweit, nicht nur an die Kollegen in Deutschland", erklärt der Betriebsratschef. Würde die Erfolgsbeteiligung in der zuletzt gezahlten Höhe an alle DB-Mitarbeiter ausgeschüttet, kämen auf die Deutsche Bahn Kosten in Höhe von 354 Millionen Euro zu.

Unternehmen und Betriebsrat verweisen jedoch darauf, dass es nicht eine feste Summe für alle Beschäftigten geben werde. Wie viel pro Mitarbeiter ausgezahlt werde hänge auch von Lebensstandard und der Kaufkraft in den jeweiligen Ländern ab. Zudem müsse man zwischen tariflich und nichttariflich Beschäftigten unterscheiden. Laufen die Gespräche nach Plan könnte 2014 die neue Erfolgsbeteiligung für das vorangegangene Geschäftsjahr ausgeschüttet werden.

"Das gilt selbstverständlich nur für Jahre, in denen es auch etwas zu verteilen gibt", so Schwarz. Spricht, wenn die Bahn Gewinn macht. Das wird sie in diesem Jahr erneut schaffen, allerdings ist davon auszugehen, dass das Ergebnis deutlich schwächer als im Vorjahr ausfällt. "Den Umsatz des vergangenen Jahres werden wir nicht mehr erreichen. Der Überschuss wird ebenfalls geringer sein", so der Betriebsratschef, der auch im Aufsichtsrat des Bahn-Konzerns sitzt.

Derweil ringt der DB-Konzern mit der zunehmenden Vergreisung des Unternehmens. Derzeit liegt das Durchschnittsalter der Belegschaft bei 47 Jahren. "Wir verlieren in den kommenden zehn Jahren durch altersbedingte Abgänge rund die Hälfte der insgesamt 192.000 Beschäftigten in Deutschland", so Schwarz. Diese Zahl schließt Mitarbeiter aller Einkommensgruppen ein, also auch das Management.

Um die Abgänge auszugleichen müsste die Bahn pro Jahr 8.000 neue Mitarbeiter einstellen, rechnet der Betriebsratschef vor. "Dafür müssen wir als Arbeitgeber attraktiver werden, wir brauchen eine neue Unternehmenskultur." Die Ergebnisse der jüngsten Mitarbeiterbefragung waren alles andere als schmeichelhaft für den Konzern.

Bahn-Chef: Energiewende macht Bahnfahren teurer

Die Energiewende kommt die Deutsche Bahn offenbar teuer zu stehen und könnte sich auch auf die Ticketpreise auswirken. In einem Interview mit der "Bild-Zeitung" sagte Bahnvorstandschef Rüdiger Grube: "Unsere Kostenbelastung steigt weiter – vor allem wegen der steigenden Umlage für Ökostrom und des jüngsten Tarifabschlusses. Diese erheblichen Zusatzkosten können wir nicht einfach ignorieren." Grube erklärte, die "Energiewende bestraft Bahnfahren".

Im Frühjahr sei die ICE-Flotte auf Ökostrom umgestellt worden. "Aber statt diese vorbildliche Umstellung zu fördern, sollen wir künftig 100 Millionen Euro Umlage zahlen. Damit würden Kunden, die ökologisch reisen wollen, auch noch bestraft. So darf es nicht sein", erklärte Grube.

Der Bahnchef wies Vorwürfe der EU zur Quersubventionierung des Personenverkehrs zurück. "Die Vorwürfe der EU sind absurd und völlig falsch: Kein Cent aus Bundesmitteln für die Infrastruktur fließt in den Personenverkehr", sagte Grube der "Bild-Zeitung". Die Finanzflüsse bei der Bahn seien transparent, das Unternehmen habe nichts zu verbergen. Das sei auch die Meinung der Bundesregierung.

Bahn-Pünktlichkeit im ersten Halbjahr bei 95,2 Prozent

Die Deutsche Bahn sieht sich zum Start in die Sommerferienzeit gut gerüstet. In einem Interview mit der "Bild-Zeitung" erklärte Vorstandschef Rüdiger Grube, es werde kein Chaos geben: "Die Ferien beginnen ja zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Und es gibt dann weniger Pendler und Geschäftsreisende."

Grube betonte, er sei mit der Pünktlichkeit relativ zufrieden: "Im ersten Halbjahr 2013 fuhren im Personenverkehr 95,2 Prozent aller Züge pünktlich." Natürlich arbeite die Bahn daran, dass es noch besser werde. Grube riet Urlaubern vor allem an Freitagen und Sonntagen in der Zeit vor 15 Uhr zu reisen. "Dann gibt es ausreichend freie Sitze."

Der Bahnchef versicherte, auch die Klimaanlagen in den Zügen funktionierten reibungslos. "2011 hatten wir Probleme mit Klimaanlagen in ICE-Zügen der 2. Generation. Diese 44 Züge haben wir nachgerüstet, seitdem funktioniert es weitgehend reibungslos. Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass es bei 3300 Klimaanlagen allein im Fernverkehr hin und wieder Ausfälle gibt, weil sie überlastet sind", sagte Grube der "Bild-Zeitung".

Deutsche Bahn sagt Anglizismen den Kampf an

Nach massiver Kritik an der Verständlichkeit von Durchsagen und Informationen hat die Deutsche Bahn ihren Kampf gegen Anglizismen verstärkt. Das berichtet die "Welt am Sonntag". Leitlinien legen inzwischen das "Prinzip einer möglichst durchgängigen Verwendung der deutschen Sprache" fest.

Die Verwendung von Anglizismen solle möglichst "eingegrenzt" werden. "Wir haben unseren Mitarbeitern ein Glossar zum Thema `Anglizismen` an die Hand gegeben, mit dessen Hilfe sie ihren alltäglichen Sprachgebrauch kritisch unter die Lupe nehmen können, um eine inflationäre Verwendung englischer und scheinenglischer Begriffe zu bremsen", sagte ein Bahn-Sprecher der Zeitung. "Das Glossar enthält rund 2.200 verbreitete Begriffe mit den jeweiligen deutschen Entsprechungen."

Zuvor hatte die Bahn ihre "Service Points" in "DB Informationen" umbenannt und den "Counter" wird wieder zum "Schalter" gemacht. Die Regeln gelten sowohl bei der Ansprache der Kunden als auch für die Mitarbeiter untereinander. "Auch intern reden wir statt von `Flyern` nun von `Handzetteln` und `Broschüren`", sagte der Bahn-Sprecher. "Wir vermeiden Begriffe wie `Highlights` für herausragende Leistungsaspekte, und `Hotlines` wurden im Zuge dieses Prozesses zu `Service-Nummern`"." Bei Marken wie Call-a-Bike werde künftig erläuternd hinzugesetzt: "Das Mietrad-Angebot." Selbst mit der Rechtschreibung nimmt man es nun genauer: Das "ReiseZentrum" wird zum "Reisezentrum" mit kleinem z.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), der die Sprachpflege in seinem Ministerium und bei ihm unterstellten Behörden und Unternehmen 2010 begonnen hatte, ist mit der Entwicklung zufrieden. Man müsse aber mit Augenmaß vorgehen, so der Minister. Den ICE (Intercity-Express) zum Beispiel, entlehnt von British Rail, will er nicht umtaufen. "Hier lässt sich das Rad nicht mehr zurückdrehen", sagte Ramsauer. Überhaupt habe man nichts gegen englisch klingende Markennamen wie "BahnCard" oder "Call-a-Bike". "Das ist aus unserer Sicht in Ordnung", heißt es im Ministerium. Was man ablehne, sei ein unverständlicher Mix beider Sprachen. Englische Durchsagen werde es weiter geben, eben dort, wo internationales Publikum unterwegs sei.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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