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Deutsches Staatsgold und ein BILD-Artikel – Experte: „Fake News und schlechter Witz“

Archivmeldung vom 26.08.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.08.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Die Bild-Zeitung titelte am Mittwoch: „Das Gold ist endlich in Deutschland: Bundesbank holt deutsche Goldreserven drei Jahre früher als geplant aus dem Ausland.“ Peter Boehringer kommentierte dies gegenüber Sputnik so: „Das sind halbe Fake News.“

Erstens sei nur die Hälfte des Goldes da. Außerdem sei ein lascher Zeitplan der Bundesbank kein Erfolg.

Boehringer, Vermögensberater aus München und Vorstand der Deutschen Edelmetallgesellschaft, kommentierte den Bild-Beitrag im Sputnik-Interview mit folgenden Worten: „Gut, es sind schon 50 Prozent des Goldes da. Das ist im Prinzip gut. Damit ist die Meldung aber nur halbrichtig. Hier steht: ‚Bundesbank holt die deutschen Goldreserven zurück‘. Und das hat sie eben nicht getan. Sie hat nur die Hälfte zurückgeholt.“

Aber grundsätzlich ist es laut ihm ein sehr großer Erfolg, dass die Bundesbank die Hälfte des deutschen Staatsgoldes tatsächlich nach Deutschland geholt hat. „Das fordern wir mit unserer Initiative ‚Holt Unser Gold Heim!' bereits seit 2011“, so Boehringer. „Es war keine Sprint-Leistung der Bundesbank, aber es hat geklappt.“

Interessant sei die Formulierung der Bild-Meldung: „‘Drei Jahre früher als geplant‘: Das ist es nur gemessen an dem nicht gerade ambitionierten Plan der Bundesbank selbst.“ Die Deutsche Bundesbank hatte 2013 angekündigt, bis 2020 das komplette Staatsgold nach Deutschland zu holen. Nun sei das zwar erreicht, aber „es ist keine Kunst, sich sieben Jahre Zeit zu geben, um wenige Tonnen Gold von A nach B zu bringen. Das kann die Privatwirtschaft in wenigen Tagen, Wochen oder Monaten umsetzen.“ Damit sei es kein Kunststück, bei einem langen Plan von sieben Jahren „drei Jahre früher fertig zu sein.“

Er erinnerte an die Arbeit seiner Initiative, die kräftig mithalf, das deutsche Gold in die Heimat zu bringen. „Bis 2012 hat niemand in Deutschland gewusst, wo das deutsche Staatsgold ist, wo es überhaupt lagert. Das war ein komplettes Staatsgeheimnis, erst unsere Initiative hat diese Informationen an die Öffentlichkeit gebracht. Wir sind also schon erheblich weiter, nur die Bundesbank mauert. Aber wir werden hier nicht stehenbleiben. Nur durch öffentlichen Druck werden wir in der Lage sein, auch den Rest zu uns zu holen.“

Boehringer hegt Zweifel am Prüfprozess der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main. „Hinzu kommt noch, dass die Bundesbank nur wenige Goldbarren vom Bestand präsentiert hat“, erläuterte der Goldmarkt-Experte.

„Ein echter Audit fand in Frankfurt nicht statt. Ich meine eine echte Prüfung, in wirklich buchhalterischem Sinne. Seriös, sauber, extern. Mit Prüfung der physischen Existenz, der Reinheit und Feinheit der Barren. Und vor allem auch der exklusiven Eigentümerschaft, auch um Doppelzählungen zu vermeiden – all das ist nicht passiert.“

Das sei „unser Volksvermögen“. Die Bundesbank sei hier ganz klar in der Beweispflicht. „Sie hat hier nichts bewiesen. Sie hat ihr stichprobenartige Prüfungen gemacht, sie hat auch keinen externen Prüfer hinzugezogen. Es war eine rein Bundesbank-interne Prüfung. Da ist nichts von einem vereidigten Buchprüfer geprüft, nichts dokumentiert. Das ist ganz sicher nicht das, was eine echte, seriöse Buchprüfung ausmacht. Schon gar keine Goldprüfung.“ Deutschland besitzt insgesamt 3.380 Tonnen an Goldreserven. Der Wert der Barren beläuft sich auf etwa 120 Milliarden Euro.

„Das gesamte Lagerstellenkonzept wurde insgesamt rund drei Jahre vor dem geplanten Termin abgeschlossen“, sagte Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Bundesbank, auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Mittwoch.

Laut Angaben der Bundesbank bleiben 36,6 Prozent des deutschen Staatsgoldes bei der US-Zentralbank (Fed) in New York und 12,8 Prozent bei der „Bank of England“ in London.

Begründung der Bundesbank: An diesen Finanzstandorten solle das Gold notfalls in Krisenzeiten in die weltweit wichtigste Währung, den US-Dollar, getauscht werden können. „Das ist natürlich ein schlechter Witz“, so Boehringer dazu. „Denn genau dann, wenn eine echte Währungskrise kommt, will niemand den Dollar als Papierwährung haben. Jeder will dann echtes, physisches Gold.“ Von daher sei das von der Bundesbank „einfach völlig falsch“ argumentiert.

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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