Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Berichte Wirtschaft Verbraucher müssen wieder mehr für Waren bezahlen

Verbraucher müssen wieder mehr für Waren bezahlen

Archivmeldung vom 16.04.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.04.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Flickr c1000 wibautstraat, aug 2002 Martijn van Exel CC BY SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten
Bild: Flickr c1000 wibautstraat, aug 2002 Martijn van Exel CC BY SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Das war zu erwarten: Nach Monaten fallender Verbraucherpreise haben im März die Preise für Waren und Dienstleistungen erstmals seit November 2014 wieder leicht angezogen. Im Durchschnitt sind die Preise um Vorjahresvergleich 0,3 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum direkten Vormonat, dem Februar, sind es sogar 0,5 Prozent Anstieg. Die Inflation zieht also wieder leicht an. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den verschiedenen Warengruppen – vor allem bei den Branchen, die vom Mindestlohn stärker betroffen sind.

Wie das Statistische Bundesamt Mitte April in seiner Pressemitteilung erklärte, schwindet die Gefahr eines Preisverfalls immer mehr. Eine besondere Rolle spielen dabei wieder die Energiekosten. Ohne diese hätte die Inflation bei 1,0 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat liegen die Energiekosten um ganze 11,3 Prozent tiefer. Leichtes Heizöl (-19,1 Prozent) hat dabei einen höheren Einfluss als Kraftstoffe (-8,8 Prozent). Was unterm Strich den fiktiven Warenkorb für den Durchschnittsverbraucher teurer macht, sind Bekleidung (+6,1 Prozent), Schuhe (+8,3 Prozent) und der gesamte Bereich der Dienstleistungen (+1,2 Prozent).

Richard Glöß vom internationalen Finanzdienstleister City Index sieht eigene Prognosen bestätigt, nach der sich die hohe Konsumlaune verbunden mit der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt der letzten Monate derart auf die Preise niederschlagen würde: „Die steigende Zahl der Vollzeitstellen und der damit verbundene Anstieg von Personalkosten werden langsam an den Kunden weitergereicht", so der Experte. Gleichzeit, so Glöß, sind es besonders die vom Mindestlohn betroffenen Branchen, die die Mehrkosten an den Verbraucher weitergeben. So sind Taxifahrten ebenso teurer geworden (+11,4 Prozent) wie Friseurleistungen (Dienstleistungen im Bereich Körperpflege stiegen um 3,3 Prozent) und gastronomische Dienstleistungen (2,7 Prozent). „Die Teuerungsraten bei den Dienstleistungen wurden aber auch durch die steigenden Nettokaltmieten begünstigt", so Glöß.

Erfreulich sind für den normalen Verbraucher vor allem der leichte Rückgang bei den Lebensmitteln (-0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat). Butter (+7,6 Prozent) und Milch (-9,4 Prozent) schlagen hier besonders zu Buche. Stark müssen Freunde von Süßigkeiten sein, denn Schokolade verteuerte sich um 16,1 Prozent. Das wird nur getoppt von Kaffee (+17,5 Prozent). Brot, Fisch und Gemüse stiegen nur leicht bzw. sanken im Vergleich zum Vormonat sogar geringfügig. Damit gingen die Preise für Waren insgesamt um 0,8 Prozent gegenüber dem März des Vorjahres zurück. Die Aussage des Einzelhandelsverbandes (HDE), nach der die Händler dieses Jahr trotz geringen Preisniveaus Umsatzsteigerungen erwarten, werden damit immer wahrscheinlicher. Für 2015 stünde dann insgesamt ein moderates Plus von 1,5 Prozent auf der Habenseite.

Anzeige:
Videos
Screenshot aus dem Ende befindlichen Videobeitrag
Zecken, und wie man sich davor schützt
Masern-Ausschlag bei einem nigerianischen Mädchen.
Welches Masernvirus?
Termine
Newsletter
Wollen Sie unsere Nachrichten täglich kompakt und kostenlos per Mail? Dann tragen Sie sich hier ein: