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Vermögensverwalter Blackrock kritisiert Quartalsdenken vieler Konzernlenker

Archivmeldung vom 14.06.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.06.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Doris Oppertshäuser
BlackRock Hauptsitz in Midtown Manhattan, New York City.
BlackRock Hauptsitz in Midtown Manhattan, New York City.

Foto: Americasroof at en.wikipedia
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock fordert ein Ende der Kurzatmigkeit in den Chefetagen vieler Unternehmen. "Wir wollen langfristig investieren, und deshalb erwarten wir auch, dass die Manager langfristig denken. Viele hangeln sich jedoch von Quartals- zu Quartalsbericht", sagte Präsident Robert Kapito der "Welt am Sonntag".

Wichtige Investitionen in neue Fabriken oder in neue Technik blieben aus. Den Vorständen selbst sei nicht einmal ein Vorwurf zu machen, so Kapito weiter. Sie würden dazu von jenen Anlegern gedrängt, die nur auf den schnellen Kursgewinn aus seien. Blackrock ist bei vielen DAX-Konzernen größter Anteilseigner, entsprechend groß ist der Einfluss der Amerikaner. Der zweite Mann bei Blackrock prophezeite im Gespräch mit der Sonntagszeitung zudem ein deutliches Schrumpfen der Investmentbranche. "Die Fondsindustrie wird unserer Meinung nach in einigen Jahren sehr viel kleiner sein als heute. Viele Anbieter werden dauerhaft vom Markt verschwinden", sagte Kapito.

Schon in den vergangenen Jahren seien mehr als 90 Prozent aller neuen Mittel in gerade einmal knapp 70 der weltweit mehr als 70.000 Fonds geflossen. "Das "Winner takes it all"-Prinzip war noch nie so ausgeprägt wie heute", so der 56-Jährige. Nur wer die Erwartungen der Anleger erfülle, bekomme frisches Geld. Blackrock stoße dagegen noch nicht an Grenzen, machte der für das Tagesgeschäft verantwortliche Manager deutlich. "Ein Wachstum von fünf, vielleicht sechs Prozent pro Jahr ist in jedem Fall möglich. Vor allem der ETF-Markt wird zulegen" sagte Kapito der "Welt am Sonntag".

Gegen Bestrebungen von Aufsicht und Politik, dass große Vermögensverwalter die gleichen Kapital- und Kontrollanforderungen erfüllen müssen wie Banken, wehrte er sich mit deutlichen Worten. "Es ergibt keinen Sinn, uns mit Banken zu vergleichen", sagte er der Zeitung. Blackrock sei keine Bank, handele nicht auf eigene Rechnung, sondern sei lediglich Treuhänder von Kundengeldern. "Alles, was wir an Vermögen haben, liegt auf Konten unserer Kunden. Das Geld ist zu keiner Zeit bei Blackrock", so Kapito. Wer sich vor Blackrock fürchte, wisse nicht, wie das Vermögensverwaltungsgeschäft funktioniere. "Ich sehe nicht, wie von uns Gefahr für andere Anleger, geschweige denn für das Finanzsystem ausgehen soll."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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