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Grünen-Politiker Volker Beck verurteilt Dumpinglöhne bei Hasseröder

Archivmeldung vom 06.02.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.02.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Doris Oppertshäuser
Volker Beck Bild: volkerbeck.de
Volker Beck Bild: volkerbeck.de

"Die Leiharbeit haben wir mit einem Mindestlohn ausgestattet und jetzt weicht alles auf die Werkverträge aus, um den gleichen Lohndumping-Prozess fortzusetzen und zu verschlimmern", sagte der innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen Volker Beck bei stern TV. Dieser Missbrauch von Werkverträgen müsse reguliert werden: "Da muss der Gesetzgeber nachbessern, damit er sagen kann: Das ist illegal", so Beck im Gespräch mit Steffen Hallaschka.

Mit Blick auf die skandalösen Arbeitsbedingungen der osteuropäischen Leergutsortierer bei Hasseröder, über die stern TV zuvor berichtet hatte, sagte Beck: "Wer ausbeutet, der sollte auch fliegen." Und: "Bei der Vergabe von Werkverträgen hat auch das bestellende Unternehmen eine Sorgfaltspflicht."

Auch Manfred Tessmann von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten erklärte im stern TV-Studiogespräch: "Das darf in Deutschland bei Arbeitnehmerfreizügigkeit nicht passieren, dass Ungarn hier herkommen, hier ausgebeutet und dann noch um ihr Geld betrogen werden. Das widert mich an - nicht nur als Gewerkschafter, sondern auch als Bürger.

Akkordvorgaben nicht zu schaffen

Hintergrund des Studiogesprächs war ein stern TV-Beitrag über die schlechten Arbeitsbedingungen von Osteuropäern, die seit Mitte 2013 in der Flaschensortierung der Brauerei Hasseröder arbeiten. Angestellt waren sie allerdings bei einem Subunternehmer, der Firma M&G.

"Uns wurde ein Lohn zwischen 1000 und 1200 Euro versprochen, aber wir haben nur etwa 500 Euro verdient", sagt Laszlo Olah zu stern TV. Laut Arbeitsvertrag bekommen er und seine Kollegen von M&G zwar einen Stundenlohn von 6,50 Euro. Dafür müssen sie es aber schaffen, 180 große Kästen pro Stunde zu sortieren. Diese Akkordvereinbarung sei skandalös, sagt Gewerkschafter Manfred Tessmann: "Ich habe mich in der Branche umgehört - diese Leistungsvorgabe kann nicht geschafft werden."

"Besonders perfide" findet der Gewerkschafter, dass die Beschäftigten, wie sie sagen, ihren Lohn erst am Ende des Folgemonats erhalten haben. Zudem sollen die letzten Löhne - selbst bei fristgerechter Kündigung - gar nicht bezahlt worden sein. Das bestätigt auch eine ehemalige Mitarbeiterin der Firma M&G: "Das war damals eine innere Dienstanweisung von den Chefs im Büro. Letztes Gehalt wird nicht bezahlt", sagt sie im Gespräch mit stern TV.

Mieterhöhung bei Krankheit

Für ihre Unterkunft - eine 68-Quadratmeter-Wohnung mit Schimmelbefall, die M&G an insgesamt fünf Ungarn untervermietet hat - musste jeder 90 Euro im Monat zahlen. Für Fehlstunden - etwa durch Krankheit - verlangte M&G zusätzliche Mietkosten von zehn Euro. Laut Mietvertrag konnte die Miete auch bei "Betreten der Wohnung durch nicht der Firma angehörige Personen ohne Genehmigung" erhöht werden. Und wer zu langsam arbeitet, wurde ebenfalls zur Kasse gebeten: "Bei einer Erfüllungsquote unter 80 Prozent kann für den entsprechenden Arbeitstag ebenfalls zwölf Euro Unterkunftskosten geltend gemacht werden", heißt es im Mietvertrag.

Hasseröder selbst versichert, der Sache nachgegangen zu sein, als sie im Sommer letzten Jahres davon gehört haben: "Wir haben unseren Dienstleister damit konfrontiert", sagt Pressesprecher Oliver Bartelt zu stern TV. Allerdings ist dieser Dienstleister nicht M&G. Denn: die Hasseröder Brauerei hat die Leergutsortierung per Werkvertrag an die Dortmunder Vogt-Gruppe vergeben. Die Vogt-Gruppe wiederum hat das Geschäft ihrerseits an die Firma M&G abgetreten. Und während Hasseröder für die Sortierung von 120 Kästen nach eigenen Angaben einen Stundenlohn von 15 Euro an die Vogt-Gruppe zahlt, kriegen die Mitarbeiter, die bei M&G angestellt sind, nur 6,50 Euro und müssen dafür 180 Kästen in der Stunde sortieren - das sind 70 Prozent weniger als das, was Hasseröder zahlt.

Quelle: STERN TV (ots)

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