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Euler Hermes: In Afrika schlummert Investitionspotenzial von 45 Milliarden US-Dollar

Archivmeldung vom 01.08.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.08.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: "obs/Euler Hermes Deutschland"
Bild: "obs/Euler Hermes Deutschland"

Das wirtschaftliche Potenzial Afrikas als attraktiver Zukunftsmarkt ist unbestritten. Der Finanzierungsbedarf ist hoch - insbesondere im Bereich der Infrastruktur. Doch die Entwicklung ist bisher eher langsam. Mit neuen, zusätzlichen Finanzierungsinstrumenten könnte man das wirtschaftliche Potenzial wesentlich entfalten. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Studie des weltweit führenden Kreditversicherers Euler Hermes zum Thema Finanzierung in Afrika mit dem Titel "Let Africa enter its Belle Époque".

"In den Bilanzen afrikanischer Unternehmen schlummert ein enormes, bisher ungenutztes Investitionspotenzial: Bis 2020 könnten rund 45 Milliarden (Mrd.) US-Dollar (USD) an gebundenem Kapital freigesetzt werden", sagte Ludovic Subran, Chefvolkswirt von Euler Hermes. "Wenn Lieferanten ein Zahlungsziel von 30 Tagen gewähren würden - was im weltweiten Vergleich sehr wenig ist - könnten die Unternehmen das damit frei gewordene Working Capital für Investitionen nutzen und damit die afrikanische Wirtschaft ankurbeln und den schlafenden Löwen damit endlich zum Brüllen bringen."

Zahlungsziele im weltweiten Schnitt bei 66 Tagen - weniger als die Hälfte reicht für Boom

Weltweit herrschen zum Teil sehr lange Zahlungsziele vor, im weltweiten Durchschnitt werden Rechnungen nach 66 Tagen bezahlt - für Afrika würde schon weniger als die Hälfte einen wirtschaftlichen Boom auslösen. In China (92 Tage Days of Sales Outstanding, DSO), Griechenland (89 Tage), der Türkei und Italien (je 83 Tage) müssen Unternehmen besonders lange auf ihr Geld warten. Große Player nutzen häufig ihre Marktposition und sind oft späte Zahler, die kleinen haben oft keinerlei andere Option, Zahlungen aufzuschieben.

In Afrika zeigt sich dieses Paradox ebenfalls: Während staatliche Unternehmen ihre Zahlungen auf teilweise mehrere Jahre hinausschieben können, haben andere keine andere Option als in bar zu bezahlen. In Marokko zum Beispiel liegt die Zeit zwischen Rechnungsstellung und Bezahlung durchschnittlich bei 84 Tagen - aber 30 Prozent aller Transaktionen laufen weiterhin mit Barzahlungen.

"Der afrikanische Markt ist für deutsche Exporteure ein wichtiger Zukunftsmarkt", sagt Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Noch spielen Exporte nach Afrika bei den meisten Firmen eine eher geringe Rolle - auch wegen teilweise hoher Zahlungsrisiken. Südafrika, Ägypten und Algerien spielen bei den Ausfuhren bisher die Hauptrolle. Aber im Zuge der Wachstumsstrategien deutscher Unternehmen ist die Erschließung neuer Märkte immer wichtiger. Afrika ist vom wirtschaftlichen Potenzial sicherlich ein heißer Kandidat für Exporteure."

Wer profitiert? Ölexportierende Staaten und ostafrikanische Staaten Algerien, Nigeria, Angola oder Libyen würden von längeren Zahlungszielen besonders profitieren: "Die ölexportierenden Staaten verschwenden derzeit rund 14 Mrd. USD an Barvermögen in ihren Bilanzen", sagt Subran. "Algerien führt die Rangliste an mit fünf Mrd. USD, was 3 Prozent des BIP entspricht. Die Republik Kongo könnte sogar 11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) mit längeren Zahlungszielen befreien."

Auch in Ostafrika ist dies nicht zu vernachlässigen, Kenia und Äthiopien würden von längeren Zahlungszielen ebenfalls profitieren. In Westafrika sind die "Gewinne" zwar kleiner, aber es würden sich trotzdem einige wirtschaftliche Potenziale erschließen.

"Die traditionellen Finanzierungsinstrumente wie Fremdkapitalfinanzierung, Kredite oder ausländische Direktinvestitionen werden in Afrika weiter ein elementarer Bestandteil der Finanzierung sein", sagt Subran. "Auch Mobile Payment über das Smartphone ist ein wichtiger Pfeiler der Finanzierung in Afrika. Für Unternehmen jedoch bieten vor allem auch verlängerte Zahlungsziele enormes Wachstumspotenzial."

Vollständige Euler Hermes Studie zur Finanzierung in Afrika "Let Africa enter ist Belle Époque: Financing on the A-List" (ENG): http://ots.de/9Y3lYk

Euler Hermes Studie zur weltweiten Zahlungsmoral "Payment Behavior" (ENG): http://ots.de/WZLKHR

Euler Hermes ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und anerkannter Spezialist in den Bereichen Kaution, Garantien und Inkasso. Das Unternehmen verfügt über 100 Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an, um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen. Über das unternehmenseigene Monitoring System verfolgt und analysiert Euler Hermes täglich die Insolvenzentwicklung kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen. Insgesamt umfassen die Expertenanalysen Märkte, auf die 92% des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Paris ist in 52 Ländern vertreten und beschäftigt rund 6.050 Mitarbeiter. Euler Hermes ist eine Tochtergesellschaft der Allianz und wird von Standard & Poor?s mit einem Rating von AA bewertet. 2017 wies das Unternehmen einen konsolidierten Umsatz von EUR 2,6 Milliarden aus und versicherte weltweit Geschäftstransaktionen im Wert von EUR 894 Milliarden. Weitere Informationen auf www.eulerhermes.de, LinkedIn oder [email protected]

Hinweis bezüglich zukunftsgerichteter Aussagen: Die in dieser Meldung enthaltenen Informationen können Aussagen über zukünftige Erwartungen und andere zukunftsgerichtete Aussagen enthalten, die auf aktuellen Einschätzungen und Annahmen der Geschäftsführung basieren, und bekannte und unbekannte Risiken sowie Unsicherheiten beinhalten, aufgrund derer die tatsächlichen Ergebnisse, Entwicklungen oder Ereignisse von den hier gemachten Aussagen wesentlich abweichen können. Neben zukunftsgerichteten Aussagen im jeweiligen Kontext spiegelt die Verwendung von Wörtern wie "kann", "wird", "sollte", "erwartet", "plant", "beabsichtigt", "glaubt", "schätzt", "prognostiziert", "potenziell" oder "weiterhin" ebenfalls eine zukunftsgerichtete Aussage wider. Die tatsächlichen Ergebnisse, Entwicklungen oder Ereignisse können aufgrund verschiedener Faktoren von solchen zukunftsgerichteten Aussagen beträchtlich abweichen. Zu solchen Faktoren gehören u.a.: (i) die allgemeine konjunkturelle Lage einschließlich der branchenspezifischen Lage für das Kerngeschäft bzw. die Kernmärkte der Euler-Hermes-Gruppe, (ii) die Entwicklung der Finanzmärkte einschließlich der ?Emerging Markets? einschließlich Marktvolatilität, Liquidität und Kreditereignisse, (iii) die Häufigkeit und das Ausmaß der versicherten Schadenereignisse einschließlich solcher, die sich aus Naturkatastrophen ergeben; daneben auch die Schadenkostenentwicklung, (iv) Stornoraten, (v) Ausmaß der Kreditausfälle, (vi) Zinsniveau, (vii) Wechselkursentwicklungen einschließlich des Wechselkurses EUR-USD, (viii) Entwicklung der Wettbewerbsintensität, (ix) gesetzliche und aufsichtsrechtliche Änderungen einschließlich solcher bezüglich der Währungskonvergenz und der Europäischen Währungsunion, (x) Änderungen der Geldpolitik der Zentralbanken bzw. ausländischer Regierungen, (xi) Auswirkungen von Akquisitionen, einschließlich der damit verbundenen Integrationsthemen, (xii) Umstrukturierungsmaßnahmen, sowie (xiii) allgemeine Wettbewerbsfaktoren jeweils in einem örtlichen, regionalen, nationalen oder internationalen Rahmen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit vieler dieser Faktoren kann durch Terroranschläge und deren Folgen noch weiter steigen. Das Unternehmen übernimmt keine Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren.

Quelle: Euler Hermes Deutschland (ots)

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