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Soziales Netzwerk: Affen wären bessere Banker

Archivmeldung vom 15.02.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.02.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Rhesusaffe: Lehrmeister für Banker. Bild: pixelio.de, La-Liana
Rhesusaffe: Lehrmeister für Banker. Bild: pixelio.de, La-Liana

Die sozialen Netzwerke von Affen liefern wertvolle Lektionen darüber, weltweite Finanzkrisen wie die aus dem Jahr 2008 vorhergesagt und künftig verhindert werden können, wie die University of California herausgefunden hat. So beinhalten das Verhalten von gefangenen Rhesusaffen und die Bankenindustrie komplexe Netzwerke, die vergleichbar sind.

Das Team um Fushing Hsieh geht davon aus, dass Krisen fallweise durch den Zusammenbruch dieser internen Netzwerke verursacht werden und nicht durch externe Einflüsse. Katastrophen können laut der im International Journal of Forecasting veröffentlichten Studie verhindert werden, wenn man Veränderungen in den entscheidenden internen Netzwerken überwacht.

Hsieh räumt ein, das der Vergleich von Affen mit Finanzsystemen unkonventionell sein mag. Der Wissenschaftler ist jedoch davon überzeugt, dass der Vergleich überzeugend ist. "Wir sind davon überzeugt, dass es möglich ist zu erkennen, wenn eine Krise wahrscheinlich eintreten wird, egal ob es sich dabei um eine Gruppe von Primaten oder eine Industrie wie die Banken handelt", ergänzte Mitautor Óscar Jordà.

Sozialstrukturen vergleichbar

Hsieh und Jordà arbeiteten für den Vergleich der beiden Systeme mit den beiden Wissenschaftlerinnen Brenda McCowan und Brianne Beisner von der UC Davis School of Veterinary Medicine und dem California National Primate Research Center zusammen. Die Netzwerkmodelle, die basierend auf Daten von den Affengruppen des Forschungszentrums entwickelt wurden, sollen helfen Zusammenbrüche in diesen Systemen zu verstehen und in einem nächsten Schritt auch zu verhindern.

Die Experten untersuchten die Machtstruktur und die entscheidenden Punkte, die die Netzwerke bei sozialen Gruppen von Affen ausmachen und übertrugen sie auf vergleichbare Bereiche in der Bankenindustrie. Die Netzwerke von Affen in Gefangenschaft zum Beispiel basieren auf Verhalten wie gemeinsamer Körperpflege, Kämpfen, Unterstützung bei Kämpfen und dem Zeigen von Statussignalen wie dem Fletschen der Zähne. Im Bankgewerbe gehören zu den Hauptaktivitäten Interbankenfinanzierung, Kreditsyndizierung, Anleiheemission und Versicherungen.

Systemstabilität beeinflussbar

Die Wissenschaftler stellten fest, dass die wichtigsten Aktivitäten innerhalb aller Systeme jene sind, die andere Beziehungen beeinflussen. Bei den Affen sind es zum Beispiel das Fletschen der Zähne und anderes Statusverhalten das Signal dafür, wer der Chef ist. Damit werden Grundlagen für langfristige und enge Beziehungen, aber auch Aggressionen gelegt. Laut McCowan gibt es bei Banken weniger Zähnefletschen, aber die Interbankenfinanzierung ist von ihrer Wichtigkeit dem Signalisieren von Unterwürfigkeit bei den Affen vergleichbar.

Diese grundlegenden Netzwerke sind von entscheidender Bedeutung, da sie laut den Forschern die Stabilität anderer Beziehungen oder Netzwerke in jedem dieser Systeme nachhaltig beeinflussen. Die Untersuchung der Veränderungen in den Verbindungsmustern innerhalb der entscheidenden Netzwerke sowie der Abhängigkeitsverhältnisse zwischen diesen Netzwerken ermöglicht es, das Entstehen von Störungen und daraus resultierenden Problemen festzustellen. In der Folge ließe sich eingreifen, bevor es zum Kippen des Systems käme.

Quelle: www.pressetext.com/Michaela Monschein

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