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Höchststand bei unbesetzten Ausbildungsstellen

Archivmeldung vom 13.04.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.04.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com  / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Die Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus dem Berufsbildungsbericht 2015 der Bundesregierung hervor, der der "Rheinischen Post" (Dienstagausgabe) vorliegt.

Demnach waren 2014 insgesamt 37.101 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen unbesetzt, ein Plus von zehn Prozent beziehungsweise 3.363 Stellen im Vergleich zum Vorjahr. Dies sei in der Betrachtung seit 2009 ein neuer Rekord, heißt es in dem Bericht, den Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) und Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) am Mittwoch im Kabinett vorstellen werden.

Gleichzeitig sank dem Bericht zufolge die Zahl der "unversorgten Bewerber" geringfügig auf 20.872 Fälle, auch die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge waren mit 522.232 leicht rückläufig. "Die Ergebnisse zeigen, dass es für viele Betriebe zunehmend schwieriger wird, ihre angebotenen Ausbildungsstellen zu besetzen", schreiben die Ministerien. Dabei gebe es zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen Wirtschaftszweigen und Berufen.

DGB-Studie: Hauptschüler haben schlechte Chancen am Arbeitsmarkt

Trotz der Klagen der Wirtschaft über fehlende Fachkräfte und Zehntausender unbesetzter Lehrstellen haben Hauptschulabsolventen nach wie vor oft schlechte Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Von knapp 44.000 offenen Stellen der IHK-Lehrstellenbörse waren 61,6 Prozent von vornherein solchen Jugendlichen mit niedriger Schulbildung verschlossen, das ergab eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), die der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt.

Dabei wurden die Ende März 2015 offenen Ausbildungsplätze des bundesweiten Onlineportals der 80 Industrie- und Handelskammern untersucht. Laut der DGB-Analyse seien selbst bei den Hotelfachkräften etwa 60 Prozent der Ausschreibungen so formuliert, dass Jugendliche mit Hauptschulabschluss draußen bleiben müssen, obwohl die Branche besonders stark über unbesetzte Lehrstellen klage.

Bei den Restaurantfachkräften gelte dies immerhin noch für 40 Prozent der Angebote. Im gewerblich-technischen Bereich würden die jungen Leute ebenfalls oft ausgegrenzt. Fast jeder zweite zukünftige Zerspanungsmechaniker soll zum Beispiel kein Hauptschulabsolvent sein, ergab die Untersuchung. Bei den Bank- und Büroberufen gehen die Chancen dieser Schulabgänger ohnehin gegen null. Ob im Büromanagement, im Groß- und Außenhandel oder bei den Industriekaufleuten - hier liegt die Ausschlussquote bei mehr als 90 Prozent.

Wer ganz ohne Schulabschluss ist, geht der Analyse zufolge erst recht leer aus: Nur knapp vier Prozent der Stellenausschreibungen sind demnach für diese Jugendlichen überhaupt offen. "Das passt nicht zu den ewigen Klagen über den vermeintlichen Fachkräftemangel", sagte Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, der SZ. Zu viele Betriebe setzten "immer noch auf eine Bestenauslese". Wer künftig seinen Fachkräftenachwuchs sichern will, müsse verstärkt Jugendlichen mit Hauptschulabschluss eine Chance geben.

Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des "Deutschen Industrie- und Handelskammertags" (DIHK), wies hingegen darauf hin, dass die Anzahl der Hauptschüler in den vergangenen zehn Jahren um 35 Prozent zurückgegangen sei und nur noch 17 Prozent aller Schüler eines Jahrgangs die Schule mit einem Hauptschulabschluss verließen. Deren Ausbildungschancen aber seien hervorragend und "werden immer besser". Mittlerweile könnten 75 Prozent von ihnen eine Ausbildung beginnen. In anspruchsvollen Ausbildungsberufen reiche ein Hauptschulabschluss jedoch leider nicht aus.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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