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Globalisten: Wollen sie jetzt nur noch die halbe Welt?

Archivmeldung vom 22.03.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.03.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Rike / pixelio.de
Bild: Rike / pixelio.de

Es scheint, dass die Arbeiten zur Wiederbelebung der heute kaum noch lebendigen „liberalen Weltordnung“ begannen. Sie wird nicht wenig Zeit in Anspruch nehmen und im Zentrum werden nicht unbedingt die USA sein. Dies schreibt Dmitri Kossyrew auf der Webseite des russischen online Magazin "Sputnik".

Weiter ist dort zu lesen: "Diese Ordnung wird auch nicht global sein, Illusionen haben keinen Platz. Sie wird nur einige Länder betreffen, China und Russland (und nicht nur sie) werden nicht dazu gehören. Das Projekt braucht eine Umgruppierung.

Diese Gedanken waren nicht auf irgendeiner Sitzung einer inoffiziellen „Weltregierung“, sondern auf einer Konferenz in Brüssel zu hören, die in diesem Monat vom German Marshall Fund organisiert wurde. Die amerikanische Stiftung befasst sich, kurz gesagt, mit „Atlantismus“. Das heißt, vor allem mit den Beziehungen zwischen den USA und Europa. Mit unseren Freunden hat es nichts zu tun.

Über diese Umgruppierung schrieb einer der Teilnehmer dieser Konferenz in seiner Kolumne – der Amerikaner Josh Rogin.

Wir sehen die Meinung einer wichtigen Gruppe – sie gibt zu verstehen, dass Debatten innerhalb eines globalen liberalen Lagers entfacht werden.

Die Einzelheiten zu der Veranstaltung in Brüssel. Erstens: Sie haben sich in das Spiel vertieft und geben das endlich zu. Sie dachten fälschlicherweise, dass die gesamte Welt annehmen wird, was der Westen auferlegt. Die Schaffung von multilateralen Institutionen zur Verbreitung liberaler Werte in der ganzen Welt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert war eine Abweichung von der Norm, also Idealismus. Die Welt ist nicht so und wird auch nicht so sein.

Was besonders interessant ist: Diese „internationale Ordnung“ sei nicht nur für die Weltgeschichte mit ihrer Erfahrung eine Herausforderung gewesen, sondern auch für die menschliche Natur, sagte der Teilnehmer der Sitzung, Robert Kagan. Doch seine Evangelisten erlitten eine Niederlage und geben das zu. „Nationalismus und Populismus“ – auf dem Vormarsch in Europa und in den USA, „Autoritarismus“ (Chinas und Russlands) – in der restlichen Welt.

Das stimmt übrigens mit der vor kurzem erlangten Erkenntnis darüber überein, dass die USA seit 70 Jahren von der Notwendigkeit ausgingen, China zu einem Teil des Westens zu machen und daran scheiterten.

Zudem sagte der demokratische Senator Chris Murphy bei der Konferenz, dass keine aktive Führungsrolle der USA bei der Aufstellung dieser liberalen Weltordnung erwartet werden dürfe, so lange Donald Trump der Präsident der USA sei. Das Projekt soll umschalten auf den Neustart der Verbindungen zwischen liberalen Globalisten und der Schaffung neuer Allianzen innerhalb der westlichen Gesellschaft.

Die USA werden in der nächsten Zeit nicht unbedingt ein geographisches Epizentrum des Globalismus sein. Das wird wohl eher Brüssel mit seiner EU-Bürokratie sein. Oder vielleicht sogar Kanada oder Australien.

Dabei wurde nicht gesagt, dass das Projekt geschlossen werden soll. Umgestaltet – ja, aber nicht mehr.

Stellen wir uns vor, was mit uns und mit der Welt sein wird, falls die Einschätzungen des Marshall Fund für das ganze globalistische Team allgemeingültig wird.

Es handelt sich um die Übertragung ihrer Schlüsselbemühungen auf ihren Boden – man wird sich mit den eigenen Gesellschaften befassen. Gesellschaften, die ohnehin von „Reformern der menschlichen Natur“ genug haben und wo es zu Schäden in den politischen Strukturen kommt.

Das sehen wir jeden Tag. Da ist das verrückt gewordene Großbritannien, dem der Austritt aus der EU viel Geld kosten wird, und das einen globalen Hype gegen Russland ohne jegliche Fakten und Beweise entwickelt.

Oder andere europäische Länder, die alle Kräfte in den Kampf gegen plötzlich populär gewordene Nicht-System-Parteien investieren – Deutschland, Frankreich, Italien…

Oder die USA, wo die Globalisten eine absichtliche Zerschlagung des Führungssystems und des Landes im Ganzen nicht für unmöglich halten. Am wichtigsten ist, dass die Trump-Wähler bekämpft werden.

Wie lange wird diese innere Umgruppierung dauern? Lange. Mindestens mehrere Jahre. Ich würde nicht sagen, dass das für uns gut ist, weil sie bissig vorgehen werden, weil sich wohl viele finden werden, die jene beißen wollen, die beinahe zu Herrschern der Welt geworden sind und viel Übel in diesen Prozess brachten.

Es wird also Kriege geben und es werden wohl Verteidigungskriege für den Westen sein. Werden sie besser als frühere Offensivkriege sein? Nein. Wir sehen eigentlich bereits dieses Bild. Wozu sollen die Amerikaner in Syrien bissig vorgehen, wenn sie es kaum schaffen, das Regime dort zu wechseln? Damit man vor ihnen Angst hat.

Und zu guter Letzt. Wir haben wohl eine sehr gute Nachricht. Endlich wurde anerkannt, dass wir, die Chinesen und andere nie Teil des Westens werden. Also man wird uns in dieser Hinsicht in Ruhe lassen.

Doch ist das wirklich so gut? Es stellt sich heraus, dass es keine allgemeine Regeln und Normen für die Welt geben wird. Im Bereich Handel, Recht, Moral. Das sehen wir auch jetzt.

Wie soll man sich dann verständigen? Ein neues Beispiel – US-Zölle auf Stahl und andere Metalle, was mit den angeblich globalen WTO-Normen nicht übereinstimmt. Die Politik Trumps ist wohl die praktische Verkörperung einer neuen Normalität, von der seine Gegner, Globalisten erst sprechen.

Im Ergebnis wird es wieder zwei Welten mit eigenen Normen geben. Auch wäre es gut, wenn man nur bei diesen zwei Welten bliebe."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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