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Österreich: Identität von verdecktem Netzwerker in Neonazi-Szene enthüllt

Archivmeldung vom 22.06.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.06.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Bild: Screenshot Youtube
Bild: Screenshot Youtube

Dank Recherchen konnte die Identität des Frontmanns der Band „Terrorsphära“ enthüllt werden. Diese versammelt europaweit Vertreter der Neonazi-Szene auf ihren Konzerten, berichtete unter anderem „Der Standard“.

Die deutsche Ausgabe des russischen online Magazins "SNA News" schreibt weiter: "„Terrorsphära“ ist laut dem Sozialwissenschaftler Robert Claus, der für die „Kompetenzgruppe Fankulturen und sportbezogene soziale Arbeit“ in Hannover arbeitet, ein „musikalisches Aushängeschild der Neonazi-Kampfsport-Szene“. Diese sei tief in ein Netzwerk militanter Neonazis eingebettet, so der Experte, und pflegt nach Angaben des Magazins zahlreiche Bekanntschaften unter Rechtsextremisten. Da die Gruppe allerdings in Masken auftritt, blieben die Namen ihrer Teilnehmer der Öffentlichkeit unbekannt.

Nun widmete „Der Standard“ dem Leadsänger einen umfangreichen Artikel. Der 35-Jährige Manuel E. ist ein gelernter Fliesenleger, der aus Osttirol kommt und in Linz wohnt. Wegen rassistischer Gewaltverbrechen und des Verstoßes gegen das NS-Verbotsgesetz stand er mehrfach vor Gericht und verbrachte anschließend drei Jahre im Gefängnis.

Laut seinem Trainer aus dem Taekwondo-Verein steckt Manuel E. seine ganze Zeit momentan „in Familie und Sport“. Er soll etwa der festen Überzeugung sein, „alles sei mit Gefängnisstrafen abgebüßt“, und sich vom NS-Gedankengut distanzieren. Auch die International Street Defence Organization, für die Manuel E. in Osttirol Selbstverteidigungstrainings anbot, ist nicht der Meinung, dass sie einen „politischen Extremisten“ ausgebildet hat, schreibt „Der Standard“.

Die österreichischen Behörden beobachten jedoch seine Aktivitäten, genauso wie der deutsche Verfassungsschutz, der von E.‘s „Kontakten zu neonazistischen Strukturen“ sprach. Seine Verbindungen gingen von Australien über Portugal bis nach Russland und Deutschland, so die Zeitung. Es handelt sich dabei um „rechtsextreme bis militante Kreise“, die nach ihren eigenen Worten mithilfe von „Kampfsport, Lifestyle und Musik“ eine „wehrhafte Volksgemeinschaft“ aufbauen wollen. Manuel E. lässt sich zudem gerne mit extrem rechter Prominenz ablichten, berichtet „Der Standard“, darunter auch mit dem „treuesten Unterstützer“ der rechtsterroristischen Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“, Andre E., und der Auslandskorrespondentin des extrem rechten ukrainischen Batallions Asow, Olena Semenyaka.

Die Gruppe tritt zumeist bei extrem rechten Kampfsport-Events auf, die nach „Der Standard“-Angaben mithilfe gefährlicher rechtsextremistischer Strukturen organisiert werden. Dazu gehörten etwa das in Frankreich verbotene militante Neonazi-Netzwerk „Blood & Honour“. In Griechenland war es die Partei „Goldene Morgenröte“, deren Spitze 2020 wegen Totschlags, Körperverletzung, Erpressung, Sprengstoffanschlägen und Geldwäsche als kriminelle Vereinigung verurteilt wurde. In Portugal soll „Terrorsphära“ unter dem Titel „NS Beatdown“ im Clubhaus der Hammerskins, einer weltweit vernetzten und im Untergrund agierenden militanten Neonazi-Vereinigung, aufgetreten sein. Dieser werden vornehmlich in den Vereinigten Staaten zahlreiche rassistische Morde zur Last gelegt.

Die Musiker stellen eine modernisierte Version der extremen Rechten dar: Sportklamotten, Turnschuhe und Shirts mit Parolen wie „Stärke durch Disziplin“. „Kampfsport, veganes Essen und ein drogenfreier Lebensstil für die „Volksgesundheit“ – dies konnte „Der Standard“ bei ihrem ideologischen Verband Wardon21 im Netz ablesen. Hierdurch wollen die Rechtsextremen „eine Bewegung trainierter und kampferprobter politischer Soldaten schaffen“, so Robert Claus."

Quelle: SNA News (Deutschland)

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