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Waffenlieferungen an die Ukraine in Zahlen: Wer, was und wie viel

Archivmeldung vom 23.02.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.02.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Panzerfahrzeug HMMWV (Humvee) Typ M998 (Symboldbild)
Panzerfahrzeug HMMWV (Humvee) Typ M998 (Symboldbild)

Bild: gemeinfrei

Rund zwei Drittel der Deutschen sprechen sich laut Meinungsforschern gegen Waffenlieferungen an die Ukraine aus. Es finden sich aber Länder, die militärische Ausrüstung an Kiew in Milliardenhöhe geliefert haben. Wir zeigen Ihnen, wer, womit und mit wie viel die Ukraine bewaffnet.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap, die Anfang Februar publik gemacht worden ist, sprechen sich 71 Prozent der Deutschen gegen Waffenlieferungen an die Ukraine aus. 20 Prozent, also jeder Fünfte, sind dafür.

Deutschland exportiert in jüngerer Zeit hauptsächlich Jagd - und Sportgewehre in dieses Land. Darüber hinaus waren unter den Lieferungen auch Tauchgeräte sowie Kommunikations- und Ortungsausrüstung, Schutzhelme sowie ballistische Schutzwesten, geht aus dem Länderbericht 2021 des Forschungszentrums Bonn International Centre for Conflict Studies GmbH hervor. Deutschland liefert keine tödlichen Waffen an Kiew. Die Ukraine importiert demnach primär Klein- und Leichtwaffen, Munition und technisches Equipment beziehungsweise Komponenten zur Herstellung von Rüstungsgütern und Waffen. Unterstützung erhalte der ukrainische Staat derzeit vor allem durch die USA, die der Ukraine Hilfe bei der Ausrüstung und Ausbildung von Polizei und Militär zusagten und zudem die Präsenz der US-Truppen in Osteuropa erweiterten.

Wir präsentieren Ihnen eine Auflistung zu Waffenlieferungen, die einige Länder in die Ukraine seit mehreren Jahren vorgenommen haben beziehungsweise immer noch vornehmen, ganz zu schweigen von Ausbildungen von Polizei und Militär, die ebenso ständig seitens des Westens für Kiew durchgeführt werden.

USA

Nach Angaben der Defense and Security Cooperation Agency (DSCA) des US-Verteidigungsministeriums haben die Vereinigten Staaten die Ukraine allein im Jahr 2021 mit Militärerzeugnissen im Wert von mehr als 333,1 Millionen US-Dollar beliefert. Die Ausgaben in den vergangenen Jahren waren auch mehr als beeindruckend:

  • 510,6 Millionen US-Dollar im Jahr 2020
  • 272,5 Millionen US-Dollar im Jahr 2019
  • 250,8 Millionen US-Dollar im Jahr 2018
  • 207,7 Millionen US-Dollar im Jahr 2017
  • 226,6 Millionen US-Dollar im Jahr 2016

Die Gesamtkosten für die US-Waffenlieferungen an die Ukraine beliefen sich für die ganze Zeit auf etwa zwei Milliarden (1.980.413.993) US-Dollar, geht aus dem Jahresbericht der Behörde hervor, der am 22. Dezember veröffentlicht worden ist. Von dieser Gesamtsumme entfällt nur ein kleiner Teil in Höhe von 179,2 Millionen US-Dollar auf den Zeitraum bis einschließlich 2015.

Eine genaue Liste der Militärerzeugnisse, die im Rahmen der zwischen Washington und Kiew geschlossenen Abkommen an die Ukraine geliefert worden waren, wurde im Bericht der Agentur von DSCA nicht angegeben.

„Vögel fliegen“, schrieb der ukrainische Verteidigungsminister Oleksii Resnikov am 11. Februar in seinem Twitter-Account und teilte mit, dass weitere 90 Tonnen US-Munition für die Streitkräfte des Landes angekommen seien. „Das Gesamtgewicht der US-Militärhilfe übersteigt derzeit 1300 Tonnen!“, so Resnikov weiter.

In den Medien wurden ab und zu konkrete Bewaffnungsarten und manchmal auch Zahlen erwähnt:

  • Mehr als 40 Geländewagen Toyota Land Cruiser
  • geländegängige Fahrzeuge Humvee
  • unbemannte Flugdrohnen Raven
  • Gewehre großer Reichweite Barrett M107A1 zur Bekämpfung leicht gepanzerter Fahrzeuge
  • Panzerabwehrwaffen PSRL-1
  • Mindestens 36 Artillerieaufklärungsradargeräte der Typen AN/TPQ-36, AN/TPQ-48 und AN/TPQ-49
  • Funkanlagen
  • Nachtsichtgeräte
  • Schutzwesten
  • Startgeräte und Raketen vom Typ Javelin - Im März 2018 genehmigten die Vereinigten Staaten die Lieferung von mindestens 37 Javelin-Startgeräten und 210 Raketen vom selben Typ in die Ukraine im Wert von 47 Millionen US-Dollar. Im Oktober 2019 teilte das Pentagon dem US-Kongress seine Absicht mit, weitere 150 Javelin-Raketen und andere zugehörige militärische Ausrüstung für 39,2 Millionen US-Dollar an Kiew zu verkaufen. Die Waffenlieferungen an die Ukraine wurden auch im Jahr 2021 unter der Regierung Joe Biden fortgesetzt. Anfang September wurde berichtet, dass ein weiteres militärisches Hilfspaket in Höhe von 60 Millionen US-Dollar für Kiew genehmigt wurde, das auch Javelin-Panzerabwehrsysteme umfasste.
  • Im Juni 2021 sagten die USA der Ukraine den zweiten Teil der Militärhilfen im Umfang von 150 Millionen US-Dollar zu, darunter Artillerieaufklärungsradare, Systeme zur Erkennung von Drohnen und abhörsichere Kommunikationsausrüstung.

Großbritannien

Vor kurzem begann Großbritannien mit der Lieferung einer großen Charge von NLAW-Panzerabwehrlenkwaffen mit einem Kaliber von 150 Millimetern in die Ukraine.

Zuvor hatte London an Kiew unter anderem folgendes im Rahmen der Militärkooperation geliefert:

  • mindestens 75 gepanzerte Mannschaftstransporter Saxon
  • militärische Geländewagen Land Rover Defender
  • Noch im Jahr 2016 hatte Großbritannien medizinische Gegenstände, taktische Ausrüstung, Winterdiesel, Nachtsichtgeräte und GPS-Navigationsgeräte im Wert von mehr als 4,5 Millionen US-Dollar an die Ukraine geliefert.
  • Im Oktober 2020 unterzeichneten die Ukraine und Großbritannien ein Memorandum zum Ausbau der Zusammenarbeit im Verteidigungs- und militärtechnischen Bereich. Im Rahmen der Partnerschaft war eine Finanzierung in Höhe von 1,25 Milliarden Pfund für die Umsetzung gemeinsamer Verteidigungsprojekte vorgesehen. Diese sehen unter anderem eine Umrüstung der ukrainischen Streitkräfte mit modernen Raketenbooten vor, die mit den NATO-Standards kompatibel sind und den Bedarf an Schiffen dieser Klasse im Schwarzen und im Asowschen Meer decken können. Laut Medien handelt es sich dabei um mindestens acht Boote.
  • Großbritannien sagte im Juni der Ukraine Unterstützung beim Aufbau ihrer Marine zu. London wird die Ukraine mit zwei Schiffen der Sandown-Klasse ausstatten sowie dabei helfen, Patrouillenboote zu bauen, alte Werften wiederaufzubauen und zwei neue Marinestützpunkte im Schwarzen und im Asowschen Meer aufzubauen.
  • Am 18. Januar 2022 teilte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace mit, dass sein Land die Ukraine mit leichten Panzerabwehrwaffen versorgen wolle.

Litauen

Nach seinem Nato-Beitritt hat Litauen die Streitkräfte der Ukraine mehrmals mit Kleinwaffen und Munition beliefert, die noch in den Zeiten der Sowjetunion hergestellt worden waren:

  • Im Jahr 2016 lieferte Litauen der ukrainischen Seite mehr als 150 Tonnen Militärmunition. Das waren vor allem Kalaschnikow-Patronen. Im selben Jahr berichteten ukrainische Medien, dass Litauen 60 sowjetische großkalibrige Panzermaschinengewehre und 86 ebenfalls sowjetische überschwere DShK-Maschinengewehre an Kiew übergeben habe.
  • 2017 kündigte das litauische Verteidigungsministerium an, eine neue Charge tödlicher Waffen und Munition in die Ukraine zu liefern. Dies waren mehr als siebentausend Kalaschnikow-Sturmgewehre, fast zwei Millionen Schuss Munition, mehr als 80 Maschinengewehre, mehrere Mörser, Panzerabwehrwaffen und andere militärische Ausrüstung. Die Gesamtkosten für Munition und Waffen beliefen sich auf 1,93 Millionen Euro.
  • 2019 erhielt Kiew von Vilnius mehr als eine Million Patronen für die Sturm- und Maschinengewehre aus sowjetischer Produktion.
  • Im November 2021 beschloss das litauische Verteidigungsministerium, den Streitkräften der Ukraine ein Trainingsflugzeug Aero L-39 Albatros zu spenden.
  • Im Jahr 2021 übergab Vilnius mehrere Hundert Schutzwesten an Kiew.
  • Im Januar 2022 genehmigte Vilnius einen militärischen Unterstützungsplan für Kiew, so das litauische Verteidigungsministerium.
  • Litauen hatte im Januar zusammen mit den beiden anderen Baltenstaaten Estland und Lettland angekündigt, in den USA hergestellte Panzerabwehrraketen und Flugabwehrsysteme an die Ukraine zu liefern.Litauen will zudem auch Nachtsichtgeräte an die Ukraine übergeben.
  • Am 10. Februar 2022 teilte die litauische Regierungschefin Ingrida Simonyte via Twitter mit, dass Stinger-Flugabwehrraketen aus US-Produktion in der Ukraine in den kommenden Tagen eintreffen würden.

Estland

Seit 2014 unterstützt Estland wie mehrere andere westliche Länder die Ukraine bei der Ausbildung von Militärärzten, Artilleristen und Soldaten der Spezialeinheiten. Darüber hinaus lieferte Tallinn an Kiew:

Rund 2400 Makarow-Pistolen, die von der estnischen Armee wegen Nichtentsprechung den NATO-Standards nicht eingesetzt werden konnten.

Im Dezember 2021 gab das estnische Verteidigungsministerium bekannt, mehrere Dutzend Javelin-Raketen an Kiew zu liefern. Die erste Charge ist in der Ukraine am 18. Februar eingetroffen.

Polen

Anfang Februar 2022 sagte Polen der Ukraine die Lieferung letaler Waffen zu. Laut dem polnischen Außenminister Mariusz Blaszczak geht es um das moderne tragbare Flugabwehrraketensystem PPZR Piorun.

Zuvor hatte Polen an seinen Nachbarn mindestens dies geliefert:

  • 50 Mörser
  • neun leicht gepanzertes Mehrzweck-Kettenzugmittel MT-LB15 schwere Maschinengewehre
  • zwei Artilleriekomplexe (einläufige Marinegeschütze) AK-176M
  • Fallschirmsysteme
  • 100 rückstoßfreie Geschütze

Tschechien

Im Frühling 2021 fanden in der Ukraine Tests der tschechischen Haubitze auf Selbstfahrlaffette „Dana-M2“ statt. Das war die erste Charge von der geplanten Lieferung. Insgesamt plante Prag 26 solcher Haubitzen an Kiew zu liefern.

Darüber hinaus ist über tschechische Waffenlieferungen an Kiew folgendes bekannt:

  • Dutzende in der Sowjetunion entwickelte und renovierte Selbstfahrlafetten 2S1 Gwosdika (deutsch: Nelke)
  • 200 Schützenpanzer BMP-1AK
  • Munition für die Panzerabwehrkanonen MT-12 „Rapier“

Bulgarien

  • Munition für reaktive Panzerbüchsen RPG-7B
  • 70.000 Splittergranaten WOG-25
  • 30.000 Spring-Splittergranaten WOG-25P
  • 35.000 Patronen für Maschinengranatwerfer AGS-17
  • 1,5 Millionen Patronen für das Dragunow-Scharfschützengewehr und das Kalaschnikow-Maschinengewehr

Die gesamte in Bulgarien hergestellte Munition wurde über Polen in die Ukraine geliefert.

Frankreich

Im Februar 2021 einigten sich die Ukraine und Frankreich darauf, 60 Apilas-Granatwerfer an die ukrainischen Spezialeinheiten zu liefern, die diese Waffen innerhalb von zwei Monaten testen sollten. Apilas ist eine moderne französische rückstoßfreie Panzerabwehrhandwaffe.

Es wurde auch über Schulungen berichtet, die die französische Gendarmerie für die Nationalgarde der Ukraine im Hebst 2021 durchführten.

Rumänien

Im September 2020 vereinbarten die Ukraine und Rumänien eine militärisch-technische Zusammenarbeit, um gemeinsame Projekte in Bereichen wie Beschaffung, Reparatur und Modernisierung von Waffen und militärischer Ausrüstung, sowie auf dem Gebiet der militär-technischen Forschung zu entwickeln.

Türkei

Anfang Februar 2020 trafen sich der ukrainische und der türkische Präsident, Wolodymyr Selenski und Recep Tayyip Erdogan, beim ukrainisch-türkischen Wirtschaftsforum in Kiew und vereinbarten, die wirtschaftlichen Beziehungen zu intensivieren und gemeinsame Projekte im militärischen Sektor zu entwickeln.

  • Ankara gibt demnach Kiew Militärhilfe in Höhe von 36 Millionen US-Dollar, die für den Kauf türkischer Waffen und Güter mit doppeltem Verwendungszweck verwendet werden sollen.
  • In den Jahren 2018-2020 importierte die Ukraine unbemannte türkische Kampf- und Aufklärungsdrohnen Bayraktar TB2, deren Kauf etwa 74 Millionen US-Dollar kostete.
  • Bei einem Treffen von Selenski und Erdogan in Kiew am 4. Februar wird ein Freihandelsabkommen zwischen der Ukraine und der Türkei unterzeichnet. Im militärischen Bereich werden neue Kooperationen geschlossen. Darunter sind auch Verträge bezüglich der Herstellung von türkischen Drohnen. Diese sollen teilweise in der Ukraine produziert werden.

Die bilaterale Zusammenarbeit wird laut dem ukrainischen Verteidigungsminister nun auch die Hightech-, Luft- und Raumfahrtindustrie betreffen, worüber er via Twitter mitteilte.

Kanada

Von Kanada erhielt die Ukraine seit 2014 jede Menge von Gütern, darunter:

  • kugelsichere Schutzwesten
  • Helme
  • Zelte
  • Schlafsäcke
  • ballistische Schutzbrillen
  • Nachtsichtgeräte
  • Im Dezember 2017 erlaubte Kanada offiziell seinen Rüstungsfirmen die Lieferung von letalen Waffen an die Ukraine.
  • Im Juli 2019 wurde berichtet, dass Kanada bereit sei, die Ukrainer mit gepanzerten Fahrzeugen zu beliefern. Details dieser Pläne wurden jedoch nicht bekannt gegeben.
  • Anfang Februar 2022 lieferte Kanada militärische Güter in die Ukraine, darunter Schutzausrüstung und Überwachungsgeräte.

„Wir haben militärische Hilfe in Form von Gewehren, Maschinengewehren mit optischem Visier, Nachtsicht- und Überwachungsgeräten und militärischer Ausrüstung erhalten“, twitterte der ukrainische Verteidigungsminister Resnikov am 19. Februar 2022."

Quelle: SNA News (Deutschland)

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