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USA lassen ihre Veteranen im Stich

Archivmeldung vom 18.02.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.02.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
United States Navy SEALs
United States Navy SEALs

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Nach Informationen der amerikanischen Presse bezieht der Angehörige des Spezialeinheit „SEALs“, der im Rahmen einer Spezialoperation den Al-Qaida-Leader, Osama bin Laden, getötet hat, keine Rentenzahlungen und keine medizinische Hilfe. Es handelt sich hierbei nur um einen von den zahlreichen Fällen, da die USA-Regierung Menschen, die eine recht schmutzige Arbeit zum Schutz der amerikanischen Interessen erledigt haben, praktisch verrät. Das berichtet Sergej Dus auf der Webseite von Radio "Stimme Russlands".

Sergej Dus weiter: "Bin Ladens Ergreifen, ob lebend oder tot, ist, wie man so sagt ein dead or alive, eine Frage des Ansehens der Vereinigten Staaten, gewesen. Vor diesem Hintergrund sieht die Weigerung Washingtons, die versprochene Vergütung für den Tod des Terroristen in Höhe von 25 Millionen Dollar auszuzahlen, besonders herausfordernd aus. Am ehesten wird niemand, weder der Mann selbst, der den Terroristen liquidiert hat, noch die anderen Mitglieder seiner Spezialabteilung, noch Experten auf dem Gebiet der Aufklärung, die den Sitz des Terroristen ausfindig gemacht haben, dieses Geld bekommen.

Es ist selbstverständlich, dass der betreffende Angehörige der Spezialeinheit geschieden ist: Unter solchen Lebensumständen ist es in jeder Hinsicht gefährlich eine Familie zu haben. Abgesehen von den Schwierigkeiten der wechselseitigen Verständigung wohnt dem auch eine gesunde Berechnung zugrunde: Die Teilnehmer an einer solchen Aufsehen erregenden Operation befürchten nicht ohne Grund, dass sich bin-Ladens Mitstreiter an ihren Familienangehörigen rächen könnten. Und so ergibt sich ein recht deprimierendes Bild: kein Geld, keine Familie, keine Gesundheit. Und wenn man verallgemeinert, so gibt es auch keine Zukunft als solche.

Igor Korotschenko, Chefredakteur der Zeitschrift „Nazionalnaja oborona“ (Nationalverteidigung) sagt: „Jede Bürokratie verhält sich geringschätzig den Menschen gegenüber, die die Interessen der nationalen Sicherheit ihres Landes gewährleisten. Die Situation, die sich in Amerika ergibt, ich möchte nicht sagen, dass sie für die anderen Länder typisch sei, aber sie wiederholt sich in vieler Hinsicht. Die Herzlosigkeit der Staatsbürokraten gegenüber denjenigen, die bei der Erfüllung von Spezialaufgaben ihr Leben, ihre Gesundheit riskiert, die sich an Kampfhandlungen beteiligt haben, ist eine hinreichend verbreitete Erscheinung. Und selbstverständlich wird eine solche Haltung von Menschen, die Schulterstücke tragen, sehr krankhaft aufgenommen.“

Laut Statistiken töten amerikanische Veteranen viel häufiger nicht etwa andere, sondern sich selbst. So hat die USA-Armee 2012 mehr Menschen durch Selbstmord verloren, als durch die richtigen Kampfhandlungen. Nach einigen Angaben geschehe ein Selbstmord in diesem Milieu alle 90 Minuten. Darüber hat STIMME RUSSLANDS mit Richard Sward, einem der Autoren des Buches gesprochen, das der posttraumatischen Stressstörung, einer Art Berufskrankheit von Soldaten, die blutige Militärkonflikte durchgemacht haben, gewidmet ist:

„Ja, das ist ein immer ernsteres Problem, die selbstmörderischen Tendenzen im Veteranenmilieu. Zum Teil hängt das mit immer neuen Operationen im Ausland zusammen. Auch die finanzielle Instabilität in den USA selbst spielt da eine Rolle. Schon sein hundert Jahren erklären die Psychologen solche Erscheinungen mit der Vergangenheit: Menschen erinnerten sich an etwas in ihrer Vergangenheit, was bei ihnen den Wunsch aufkommen lasse, mit dem Leben Schluss zu machen. Mir aber scheint, dass das Problem in der Zukunft wurzelt. Menschen denken, dass sie keine Zukunft hätten, oder dass ihr weiteres Leben immer schlechter werde. Darauf beruht denn auch die Therapie, die wir anbieten. Wir gewöhnen die Veteranen daran, sich nur an das Beste aus der Vergangenheit zu erinnern und sich auch über ihre Gegenwart zu freuen. Wir sagen, wie wichtig sie selbst und ihr Dienst für uns alle sind. Na, und dann bemühen wir uns, ihre Gedanken nicht auf dem Negativen aus der Vergangenheit, sondern darauf zu konzentrieren, wie man eine besser Zukunft aufbaut.“

Es leuchtet ein, dass die amerikanischen Veteranen, wie wohl in jedem anderen entwickelten Land der Welt, nicht ohne menschliche Anteilnahme bleiben. Doch reicht sie, wie wir sehen, bei weitem nicht immer aus, damit Menschen, die aus einer Hölle zurückgekehrt sind, das Fegefeuer passieren und in das amerikanische „Paradies auf Erden“ gelangen können. Valeri Garbusiow, Stellvertreter des Direktors des Instituts für USA und Kanada der Akademie der Wissenschaften Russlands, meint:

„Ich würde nicht sagen, dass für alle Veteranen schlechte Zeiten anbrechen. Doch die amerikanische Armee ist bekanntlich eine professionelle Armee. Und der Ruhestand ist für die Militärangehörigen, ein Wendepunkt in ihrem Schicksal. Denn ihr Beruf ist der Krieg. Sich zu überwinden, ein neues Leben anzufangen, ist am schwierigsten (selbst dann, wenn dich der Staat dabei unterstützt). Jeder Fall ist natürlich originell. Aber sehr viele Veteranen sind außerstande, sich in den friedlichen Prozess einzureihen.“

Nach allem Anschein ist der traditionelle amerikanische Pragmatismus der Grund für eine so traurige Lage der Veteranen. Er äußert sich nicht nur in der Politik und in der Wirtschaft, sondern auch im sozialen Bereich. Das Land der gleichen Möglichkeiten vergisst diejenigen, die diese Möglichkeiten bereits verloren haben. Die Geschichte mit dem Angehörigen der SEALs-Einheit, der durch Schicksalsfügung den Schlusspunkt in der jahrelangen Jagd auf bin Laden gesetzt hat, ist nur ein weiterer Beweis dafür."

Quelle: Text Sergej Dus - „Stimme Russlands"

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