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US-Wahl 2024: Wie Donald Trump die Apathie der Wähler überwinden will

Archivmeldung vom 16.10.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.10.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump (2020)
Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump (2020)

Bild: Screenshot Twitter: "https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1322385341437911041?s=20" / Eigenes Werk

Trumps Kundgebung im US-Bundesstaat Iowa signalisierte den Wahlkampfauftakt für die Präsidentschaftswahlen 2024. Aber werden die Amerikaner ihm eine zweite Chance geben, mit den "radikalen Sozialisten" aufzuräumen, die dabei sind, die USA zu zerstören? Dies berichtet das Magzain "RT DE".

Weiter berichtet RT DE: "Mit Joe Bidens Umfragewerten, die täglich zusehends ausbluten, und einer Nation, die zusehends vor die Hunde geht, führt Donald Trump einen Wahlkampf, als würden die Präsidentschaftswahlen bereits im kommenden Monat stattfinden. Die große Frage bleibt jedoch, ob der Ex-Präsident die Gleichgültigkeit der Wähler überwinden kann.

Der 45. Präsident bewies am Samstag bei einer emotionsgeladenen Kundgebung in Des Moines im Bundesstaat Iowa, dass das selbstgefällige, trotzige Gesicht der Republikanischen Partei weiterhin Donald J. Trump ist. Solange der Aufwiegler mit der Idee einer weiteren Amtszeit als Präsident liebäugelt, werden andere mögliche Anwärter – wie der texanische Senator Ted Cruz, der ehemalige Vizepräsident Mike Pence und die ehemalige UN-Botschafterin Nikki Haley – neben dem umstrittensten Politiker der USA als vertrocknete Mauerblümchen dastehen.

Trump, der ewige Selbstdarsteller, hat bewiesen, dass er immer noch die unerreichte Fähigkeit besitzt, die rohe Wut und Frustration zu kanalisieren, von der derzeit so viele US-Amerikaner ergriffen sind. Sein Kampf ist deren Kampf. Aber fairerweise muss man feststellen, dass die allgemeine Wut in den USA so nah an der Oberfläche brodelt, dass selbst ein politischer Emporkömmling keine Probleme haben würde, diese Emotionen für sich zu nutzen.

In den Händen eines Meisters der Rhetorik, wie Trump einer ist, ist das Ergebnis daraus durchaus brenzlig. Trump fasste die ersten neun Monate der Amtszeit der Biden-Regierung mit den Worten zusammen, dass dieser das Land "an den Rand des Ruins" gebracht habe.

"Nach nur neun Monaten unter Biden haben gewalttätige Kriminelle und blutrünstige Banden unsere Straßen gekapert. Illegale Ausländer und tödliche Drogenkartelle erobern unsere Grenzen. Die Inflation bricht über unsere Wirtschaft ein. China übernimmt unsere Jobs. Die Taliban haben in Afghanistan wieder die Macht übernommen. Verrückte Linke übernehmen unsere Schulen und radikale Sozialisten das ganze Land – aber das werden wir nicht zulassen", resümierte der Populist vor einer für diese Botschaft sehr empfänglichen Menge.

Trump bekräftigte seine Überzeugung, dass die Wahlen 2020 "manipuliert wurden", und wetterte anschließend gegen die Bemühungen der Biden-Regierung, sich über eine obligatorische Corona-Impfung Macht anzumaßen, mit der sie die Vereinigten Staaten effektiv zu einem Apartheidstaat verwandeln wird.

Trumps Botschaft an die Wähler, wonach Biden eine uneingeschränkte Katastrophe für das Land darstelle, scheint Anklang zu finden, insbesondere bei jenen aus dem Schlüsselstaat Iowa. Die jüngste Umfrage des Des Moines Register und Mediacom in Iowa ergab, dass 53 Prozent der Bürger von Iowa eine positive Meinung über den ehemaligen republikanischen Präsidenten haben. 45 Prozent sind ihm gegenüber negativ eingestellt. Das ist Trumps bester Zustimmungswert aller Zeiten bei einer Umfrage in Iowa – selbst gemessen an der Zeit, als er noch Präsident war.

Unterdessen erzielte Joe Biden, dessen öffentliche Auftritte immer mehr wie Nummern aus der heute-show des ZDF wirken, bei denen Mitarbeiter des Weißen Hauses ihn aus dem Zimmer drängen, bevor er zu den Medien sprechen kann, bei den Bürgern von Iowa gerade einmal 37 Prozent Zuspruch. Satte 61 Prozent äußerten sich hingegen negativ. Das sind Bidens schlechteste Zahlen in sieben aufeinanderfolgenden Umfragen im Staat Iowa seit dem Jahr 2012.

Mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2024 ist das einzige absehbare Hindernis, das Trumps unsterbliche Ambitionen zunichtemachen könnte, der schleichende Altersfaktor. Obwohl der republikanische Populist am vergangenen Wochenende in Topform war, wird er in drei Jahren 78 Jahre alt sein. Biden hingegen wird für den unwahrscheinlichen Fall, dass er das Weiße Haus nicht vorher räumen muss, 82 Jahre alt sein. Im Alter von 78 Jahren hatte der Chef der Demokraten bereits die Auszeichnung erhalten, die älteste aktenkundige Person zu sein, die jemals zum US-Präsidenten gewählt wurde.

Trump wird sich somit in der bequemen Position wiederfinden, ein potenzieller König oder Königsmacher im Präsidentschaftswahlkampf 2024 zu sein, indem er sich entweder dafür entscheidet, im fortgeschrittenen Alter eine weitere Runde im Weißen Haus anzutreten, oder seine immense Schlagkraft dafür benutzt, seine Unterstützung für einen jüngeren Politiker in die Waagschale zu werfen, der seine Visionen teilt. In dieser Hinsicht gibt der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, der sich mit aufrichtiger Hartnäckigkeit gegen Bidens heftig spaltende COVID-Bestimmungen gewehrt hat, den Konservativen das zu hören, was sie hören möchten, wenn auch ohne Trumps markentypischer loser Zunge.

Schließlich gibt es noch ein letztes Hindernis, das die Republikaner überwinden müssen, um im Jahr 2024 – sowie in den Zwischenwahlen 2022 – so viele Wähler wie möglich zu gewinnen, und das ist die Apathie der Wähler. Obwohl das offizielle Narrativ im Mainstream verkündet, dass Joe Biden Donald Trump in einer freien und fairen Wahl besiegt hat, glauben Millionen von Republikanern – und nicht wenige Demokraten – weiterhin, dass dies nicht der Fall war. In einer Umfrage der Suffolk University und der USA Today vom vergangenen September waren 70 Prozent der Republikaner der Meinung, dass Joe Biden nicht rechtmäßig zum Präsidenten gewählt wurde, während 22 Prozent dem widersprachen.

Die Überzeugung vieler Republikaner, dass die Demokraten die Wahlen 2020 "gestohlen" haben, hat ein tiefes Misstrauen gegenüber dem US-Wahlprozess hervorgerufen, bei dem die Leute eine gefährlich zynische Haltung einnehmen, wenn sie sich fragen: "Was ist der Sinn einer Wahl, wenn diese von vornherein manipuliert wird?"

Um allfällige Missstände aus dem Weg zu räumen, wollen Trump-Anhänger eine grundlegende Überarbeitung des Wahlverfahrens, bei der eine Abschaffung der Briefwahl und die Einführung von Wählerausweisen vorgesehen wäre – zwei Anträge, die von der Demokratischen Partei – absurderweise – als "rassistisch" abgelehnt wurden.

Die viel dringlichere Frage ist also nicht, ob Trump 2024 wieder kandidiert oder er lediglich zum ultimativen Königsmacher wird, sondern ob das Vertrauen des amerikanischen Volkes in den demokratischen Prozess wiederhergestellt werden kann. Wenn die Antwort Nein lautet, werden die Vereinigten Staaten viel dringendere Angelegenheiten zu bedenken haben als die nächsten Präsidentschaftswahlen – und möglicherweise früher, als sich das irgendjemand vorstellen kann. Die Freiheit als Ganzes hängt in der Schwebe."

Quelle: RT DE

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