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Dschihad im Westen und neues Great Game

Archivmeldung vom 28.06.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.06.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Collage: Stimme Russlands
Bild: Collage: Stimme Russlands

Nach den Umwälzungen in der arabischen Welt erlebt der Dschihad eine „Westernisierung“. Der Einflusskampf im Nahen Osten ähnelt unterdessen einem neuen Great Game. Zu diesem Schluss gelangt, laut einem Bericht von Radio "Stimme Russlands", ein russischer Nahost-Experte.

Weiter heißt es dort: "In einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung „WPK“, deren neue Printausgabe am Mittwoch erschien, schreibt der russische Nahost-Experte Jewgeni Satanowski, der Sturz autoritärer Regimes in Nordafrika und der Libyen-Krieg hätten viele Hürden für die illegale Einwanderung in die EU beseitigt. „Die USA und Europa werden als Dschihad-Territorien von radikalen Islamisten erfolgreich erschlossen. Dort werden Dschihadisten angeheuert und Gelder gesammelt, um für ein Kalifat zu kämpfen. Innerhalb der westlichen Welt mit seinen Freiheiten sind die Aktivitäten der Radikalen oft effizienter als im Nahen und im Mittleren Osten. Der Dschihad erlebt eine Westernisierung – ein Beleg dafür sind die jüngsten Anschläge in den USA, Großbritannien und Frankreich“, so der Kommentar.

Die Politik des Westens habe darauf abgezielt, ein Bündnis mit „gemäßigten Islamisten“ und Golf-Monarchien gegen die Al-Qaida und weltliche autoritäre Regimes zu schmieden. Diese Politik sei aber gescheitert. Die USA und die EU hätten das „Arabische Erwachen“ unterstützt – nun nehme der Zustrom von Dschihadisten auf ihre Territorien immer zu. Die Anschläge in Boston und Toulouse seien ein Symbol für den gescheiterten Kurs auf eine Kooperation mit Geheimdiensten in Pakistan und den Golfstaaten. Offenbar werde man diesen Kurs nun revidieren – wenn auch mit kolossaler Verspätung. Denn seine Fortsetzung könne die Karriere einiger Top-Geheimdienstler und -Politiker im Westen ruinieren.

Wegen hoher Kosten und unvermeidlicher Verluste baue die Nato ihre Militärpräsenz im Nahen und Mittleren Osten ab. Dies bedeute allerdings nicht, dass der Westen seine Interessen dort aufgebe. Er werde diese Interessen gezielt verteidigen – ohne Versuche, Territorien unter Kontrolle zu stellen. Der zunehmende Einsatz von Spionage- und Kampfdrohnen und die Arbeit mit Agenten, die nicht von islamistischen „Subauftragnehmern“ abhängen, seien Teil der neuen Strategie.

Einflusskampf der UN-Vetomächte

Die Verteilung der Stimmen unter den UN-Vetomächten im Syrien-Streit (Russland und China vs. die USA, Großbritannien und Frankreich) rufe Erinnerungen an den Kalten Krieg wach, und zwar an die damalige Konfrontation zweier ideologischer Systeme. Trotzdem gehe es nicht um eine Wiederholung der Situation nach dem Zweiten Weltkrieg. Eher sehe das nach einem neuen Great Game mit neuen Akteuren aus.

Die Konkurrenz unter Groß- und aufstrebenden Mächten um den Zugriff auf Ressourcen verlaufe nach klassischen Standards aus dem Zeitraum vor dem Ersten Weltkrieg. Es gebe allerdings einen wichtigen Unterschied: Die Vielzahl der Erfahrungen aus dem 20. Jahrhundert lasse darauf hoffen, dass ein neuer Großkrieg trotz aller Differenzen ausbleibe.

Der Einflusskampf im Greater Middle East werde weiter gehen. Der Westen habe allerdings seine Interessen in Russland und China. Auch diese beiden Schwellenländer hätten ihre Interessen im Westen. Manchmal seien die Interessen der Opponenten diametral entgegengesetzt, manchmal aber zum Teil übereinstimmend. Ein Beleg dafür sei der derzeitige Syrien-Iran-Knoten. „Weder Russland noch China werden ihre Beziehungen mit dem westlichen Block wegen des Iran- oder des Syrien-Konflikts abbrechen – obwohl sie bereit sind, sich der westlichen Politik im eigenen Interesse entgegenzusetzen“, prognostiziert Satanowski."

Quelle: Text „Stimme Russlands"

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