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„Defender Europe 2021“: Großübung der US-Armee mit Ukraine und Georgien

Archivmeldung vom 25.03.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.03.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Plastik des NATO-Sterns und Flaggen vor dem alten Hauptquartier
Plastik des NATO-Sterns und Flaggen vor dem alten Hauptquartier

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Seit März übt die US-Armee mit der Großübung „Defender Europe 2021“ den Krieg. Etwa 31.000 Personen sollen sich daran trotz Pandemie beteiligen. Diesmal geht es strategisch um den Westbalkan- und den Schwarzmeerraum. Auch Drittstaaten wie Georgien, die Ukraine und Moldawien sind diesmal vertreten. Dies berichtet das russische online Magazin „SNA News“ .

Weiter ist auf deren deutschen Webseite dazu folgendes geschrieben: "„Defender-Europe“ ist eine jährliche, von der US-Armee geführte multinationale gemeinsame Übung, die darauf abzielt, die „Bereitschaft und Interoperabilität“ zwischen den Streitkräften der USA, Nato und anderer Partner-Staaten zu stärken. Das Manöver zeige zudem das „eiserne Engagement der USA für die Nato“, heißt es auf der Internetseite der siebten US-Armee oder der US Army Europe (USAREUR). Die USAREUR ist ein Großverband der US-Armee, die federführend die Großübung organisiert und dessen militärischer Verantwortungsbereich seit 1943 Europa und die Nachfolgestaaten der UdSSR einschließt.

Die „Defender-Europe“-Großübungen besitzen laut dem Bundesverteidigungsministerium (BMV) einen jährlich wechselnden geographischen Schwerpunkt. In den geraden Jahren liege der Schwerpunkt der Übung im nördlichen, in den ungeraden Jahren im südlichen Bündnisgebiet der Nato. So werde der Schwerpunkt von „Defender-Europe 2021“ daher nicht in Deutschland liegen, teilt ein BMV-Sprecher auf SNA-Anfrage mit.

Wer macht mit?

„Defender Europe 2021 demonstriert unsere Fähigkeit, als strategischer Sicherheitspartner auf dem westlichen Balkan und im Schwarzen Meer zu fungieren und gleichzeitig unsere Fähigkeiten in Nordeuropa, im Kaukasus, in der Ukraine und in Afrika zu erhalten“, heißt es auf der Seite der siebten US-Armee.

Dies ist der Grund, weshalb die Beteiligung von Ukraine und Georgien dieses Jahr eine ganz besondere Bedeutung haben könnte. Neben den beiden Ländern und 21 Nato-Staaten sind auch Bosnien-Herzegowina, das Kosovo sowie Moldawien mit von der Partie. Insgesamt nehmen also 26 Staaten an den Übungen teil.

Zunächst sprach die USAREUR von 27 Teilnehmerstaaten, Armenien sollte auch dabei sein. Diese Berichte wurden jedoch von Jerewan dementiert. Die armenischen Streitkräfte würden nur an den von der Nato oder von Nato-Mitgliedern organisierten Übungen teilnehmen, „die der Wahrung des internationalen Friedens und der internationalen Stabilität dienen“, so das armenische Verteidigungsministerium.

Im März hat der USAREUR zufolge bereits die Verlegung von Streitkräften begonnen. Der Hauptteil der Übung soll nach jetzigem Planungsstand im Zeitraum vom 1. Mai bis 14. Juni 2021 stattfinden. An dem Großmanöver sollen circa 31.000 Übungsteilnehmer (17.000 aus den USA und 14.000 Alliierte in 14 Nationen) beteiligt werden - davon voraussichtlich 430 Bundeswehrangehörige.

„Gegen niemanden gerichtet“?

„Die Übung hat defensiven Charakter und ist gegen niemanden gerichtet“, betont der BMV-Sprecher.

Das sieht der Linke-Abgeordnete Andrej Hunko anders. Bei der Nato würden die Zeichen weiter auf Konfrontation stehen, bemängelt er. „Beim US-Militärmanöver ‚Defender 21‘ üben 28.000 Soldaten aus 26 Ländern zeitgleich in mehr als 30 Trainingsgebieten den Krieg gegen Russland. Diese Militärübungen sind völlig fehl am Platz, mitten in der Pandemie sind sie besonders bizarr. Die Bundesregierung muss die Beteiligung Deutschlands unverzüglich einstellen. Stattdessen sollte sie sich konsequent für Gesprächsformate wie den Nato-Russland-Rat einsetzen“, schlägt Hunko vor.

Auch die russische Seite sieht darin eine militärische Provokation. „Die Vereinigten Staaten transferieren weiterhin Streitkräfte und Ausrüstung für die Defender-Europe-Übungen nach Europa. Sie richten sich gegen die Russische Föderation. Die Infrastruktur wird aufgebaut. Das erklären wir hiermit“, sagte der Leiter der russischen Delegation bei den Gesprächen in Wien über militärische Sicherheit und Rüstungskontrolle, Konstantin Gavrilov, dem TV-Sender „Rossiya 24“.

Nicht zuletzt bezeichnete Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in seiner Rede zum 70. Bestehen der Nato im April 2019 Russland als Feind und als die wichtigste Herausforderung für die Sicherheit des Bündnisses.

„Es gibt Feinde der Freiheit, die abgeschreckt werden müssen“, sagte er.

Es sei Russland, das neue Mittelstreckenraketen in Europa stationiere und die ukrainische Halbinsel Krim annektiert habe. Russland versuche seine Interessen immer stärker durchzusetzen, so Stoltenberg in seiner Rede.

Defender-Pandemie?

Zur Defender-Übung würden auch strenge „Covid-Präventions- und Minderungsmaßnahmen“ wie Tests und Quarantäne vor dem Einsatz gehören, heißt es auf der Webseite des US-Großverbandes. Auch beim Thema Impfen sollen die US-Streitkräfte sehr weit fortgeschritten sein. Während Impfungen in der EU selbst für Risikogruppen nur bedingt verfügbar sind, sollen US-Einheiten, die an dem Manöver beteiligt sind, bereits zum zweiten Mal vakziniert worden sein. Das zeigt ein Video auf der USAREUR-Internetseite. So dürfte der freien Fahrt für die Militärangehörigen, anderes als im letzten Jahr, die Corona-Pandemie nicht im Weg stehen.

Aufgaben der Bundeswehr

„Aufgrund der geostrategischen Lage Deutschlands im Herzen Europas ist die Bundesrepublik regelmäßig Transitland und Drehscheibe für militärische Transporte und Bewegungen unserer alliierten Partner. Dies wird auch bei der Übung DEFENDER-Europe 2021 der Fall sein“, schreibt das BMV.

Abhängig von der Pandemieentwicklung sei Deutschland 2021 voraussichtlich durch das Erbringen von Unterstützungsleistungen beim Transit multinationaler Kräfte durch Deutschland sowie der Verlegung von US-Streitkräften bzw. von US-Material aus amerikanischen Depots in Deutschland beteiligt.

Darüber hinaus soll sich die Bundeswehr an ausgewählten Übungsvorhaben im Rahmen des Großmanövers beteiligen: Die Übung SWIFT RESPONSE 21, an der sich die Bundeswehr u.a. mit einer Fallschirmjägerkompanie beteiligt, soll vom 1. bis 14. Mai in Rumänien durchgeführt werden. Eine weitere Übung für die Bundeswehr stellt die SABER GUARDIAN 21 dar. Es sei eine Sanitätsübung in Ungarn vom 24. Mai bis 9. Juni. Zudem werde die deutsche Streitkräftebasis im Rahmen der Übung SAFETY REFUEL II zusammen mit den ungarischen Streitkräften ein Tanklager aufbauen, betreiben und die Übungsteilnehmer mit Betriebsstoff versorgen.

In der Streitkräftebasis werden die wesentlichen militärischen Fähigkeiten zusammengefasst, die für diese Unterstützungsleistungen von besonderer Bedeutung seien, teilt das Ministerium mit. Dazu zählten die Führung der Logistik, das militärpolizeiliche Feldjägerwesen, die ABC-Abwehr, die Zivil-Militärische Zusammenarbeit, der Host Nation Support, das Spezialpionierwesen (mit dem Feldlagerbau und Tanklagerbetrieb) sowie die Truppenübungsplätze."

Quelle: SNA News (Deutschland)

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