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Tanz auf der Titanic: So wollen ÖVP und Medien Wahl-Manipulation aussitzen

Archivmeldung vom 08.10.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.10.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Bild: Titanic/gemeinfrei; Schmid/HANS PUNZ, APA; Kurz/Tobias Steinmaurer, beide via picturedesk.com; Blümel/Parlamentsdirektion/Zinner; Bildkomposition "Wochenblick"/ Eigenes Werk
Bild: Titanic/gemeinfrei; Schmid/HANS PUNZ, APA; Kurz/Tobias Steinmaurer, beide via picturedesk.com; Blümel/Parlamentsdirektion/Zinner; Bildkomposition "Wochenblick"/ Eigenes Werk

Die Macht-Phantasien, mit denen Heinz-Christian Strache vor der „schoafen“ Oligarchin prahlte, waren für ihn wohl fern jeder Realität. Als die Bombe platzte und das Video öffentlich wurde, musste er dennoch gehen. Moralisierend verurteilte der damalige und nunmehrige Noch-Bundeskanzler Sebastian Kurz seinen damaligen Vizekanzler. Dies berichtet Bernadette Conrads im Magazin "Wochenblick.at".

Weiter berichtet Conrads: "Live-Schaltungen hielten das ganze Land in ihrem Bann, der Bundespräsident erklärte emotional: „So sind wir nicht!“ Jetzt zeigt sich, dass Straches betrunkene Prahlerei eine Nichtigkeit im Vergleich zur realen Vereinnahmung der Medien durch die Politik war. Doch weil es nicht gegen die FPÖ geht, versucht man mit allen Kräften, den Skandal nicht als solchen zu präsentieren. Stattdessen veranstalten Bundespräsident, die ÖVP, gekaufte Medien und der ORF einen absurden Tanz auf der sinkenden, türkisen Titanic.

Als Strache wie ein Teenager vor der attraktiven Russin prahlte, hatte er wohl keine Ahnung davon, dass seine Phantasien längst Wirklichkeit sind. Genau zur selben Zeit soll die türkise Partie rund um Kurz die Medien längst fest im Griff gehabt haben. Chatprotokollen zufolge fälschten sie Umfragen, unter Beihilfe anerkannter Umfrageinstitute und ließen diese von großen Mainstream-Zeitungen präsentieren. Bezahlt mit unserem Steuergeld. Über das Finanzministerium. Um die Wahlen zugunsten Sebastian Kurz zu beeinflussen. Dieser will natürlich von nichts gewusst haben, obwohl die Chatprotokolle etwas anderes belegen. (Es gilt die Unschuldsvermutung.)

Aussitzen bis zum bitteren Ende

Aussitzen: Bisher fuhren die Türkisen gut mit dieser Strategie. Sie funktionierte bei allerhand schwerwiegenden Vorwürfen: Waren es die ersten Chats, war es die breite Kritik an der Corona-Politik, der – türkise – Skandal um die Hygiene Austria, das Aufkommen der ersten brisanten Chat-Protokolle und die damit einhergehende Postenschacher-Affäre, Kurz‘ mutmaßliche Falschaussage vor dem U-Ausschuss oder die Koks-Vorwürfe durch Ibiza-Drahtzieher Julian H. – die Strategie ging auf. Doch dieses Mal reicht das nicht und das weiß auch Sebastian Kurz. Verweint begegnete er Martin Thür am Mittwoch Abend doch noch in der ZIB2.

ORF mimte Streichorchester auf sinkenden Titanic

Hausdurchsuchung beim Kanzler: Nie zuvor hat es so etwas in der Zweiten Republik gegeben. Trotzdem übte sich der ORF darin, das Thema klein zu halten. Sebastian Kurz fand sich – anders als dazumal Strache – nicht riesig auf der ORF-Startseite wieder. Farblos in einem kleinen Kästchen wurde die Causa zuerst mit der ÖVP-Zentrale, später mit dem Kanzleramt bebildert, in der Hoffnung, die Österreicher würden schnell wieder vergessen oder gar nicht mitbekommen, dass Hausdurchsuchungen im Bundeskanzleramt, im Finanzministerium und in der ÖVP-Zentrale stattfanden. Während sich die internationale Presse längst von New York bis Moskau auf den Skandal stürzte, mimte der ORF bis zum frühen Abend weiter das Streichorchester auf der sinkenden, türkisen Titanic.

In ÖVP-Bundesländern fand der ORF die ÖVP-Razzien nicht so berichtenswert:

Sind „wir“ also doch „so“?

Doch Hans Bürger, der zuvor ganz außerordentlich durch seine Treue gegenüber dem Kurz-Regime glänzte, war offenbar spätestens zur ZIB1 am Mittwoch Abend klar, dass es vorbei ist. Er markierte den Wendepunkt, als er erklärte: „Da dreht es einem schon den Magen um.“ Doch Kurz lässt sich davon vorerst nicht beeindrucken. Ob er Kanzler bleibe? „Selbstverständlich“, erklärt er am selben Abend gegenüber der Krone. Sie erhielt in den letzten drei Jahren satte 60 Millionen Euro mit Hilfe des Inseratenkanzlers.

Erst am Abend des Mittwoch ließ sich Präsident Van der Bellen endlich zu einem Statement bringen. Er bezog nicht einmal gesondert Stellung, sondern lediglich im Zuge der „75 Jahre APA“-Gala. Er erklärte diesmal nicht, dass wir „nicht so seien“. Stattdessen beschwichtigte er, verwies anders als im Mai 2019 auf den Rechtsstaat und nicht auf die politische Verantwortung. Sind „wir“ nun also doch „so“?

So wird Ibiza zum Waterloo der ÖVP

Zur Ablenkung muss eine Migrationswelle her, das zumindest kündigte Tirols ÖVP-Landeshauptmann Günther Platter gestern Abend nach der ÖVP-Krisensitzung an. Die ÖVP steht geschlossen hinter Kurz, lässt man die Bürger wissen. Wenig verwunderlich: Das System Kurz unterjochte zuvor die ÖVP, ehe es sich ungeniert den österreichischen Staat einverleibte. Ohne die getürk(is)ten Umfragen hätte das vermutlich nicht funktioniert. Doch so wurden die Bürger in einer Weise manipuliert, die mit höchster Wahrscheinlichkeit die Wahlen entschieden beeinflusste.

Die ÖVP unterwarf sich Kurz, weil dieser die Wahlen für sie gewann und hat nun offenbar gar keinen Spielraum mehr, ihm zu entkommen. Weit und breit findet sich auch kein ÖVP-Kandidat, der geeignet wäre Kurz zu ersetzen und nicht Teil der türkisen Truppe ist. Ohne Ibiza wären die Ermittler nie auf die vermuteten Vorgänge des Meinungskaufs gestoßen. Und so könnte Ibiza letztlich – und damit hätte vor zwei Jahren wohl niemand gerechnet – zum Waterloo der ÖVP werden. Vom „Fantasti“ zum „Knasti“? – Immer mehr Leute stellen sich die Frage, ob sich „Knasti“ nicht viel besser auf „Basti“ reimt. Und so droht die ÖVP in ihrer Untergebenheit gemeinsam mit ihrem früheren Basti-Fantasti unterzugehen.

Tränen auch bei den Grünen

Am Dienstag wird der Nationalrat aller Voraussicht nach Kurz via Misstrauensvotum abberufen. Grüne werden dabei aller Voraussicht nach die ausreichende Unterstützung leisten. Auch sie mussten einsehen, dass nun das Fass übergelaufen ist. Lange, zu lange, schauten sie der ÖVP bei ihren Machenschaften zu, das kommt ihnen jetzt teuer zu stehen.

Bei ihren Unterstützern haben die Grünen längst ausgedient, sie fühlen sich verraten. Der frühere Ruf als Anti-Korruptionspartei ist längst passé. Doch ein Weitermachen würde die Partei für immer ruinieren. Eine schwierige Situation. Die Nerven liegen blank. Auch die sonst so taffe Grünen-Klubchefin Sigrid Maurer präsentierte sich verweint im Fernsehen, ein Pressestatement brach sie sogar vorzeitig ab.

Getürkte Analysen: Wie schaut es mit Corona aus?

Der Skandal zeigt nicht nur, dass wir vom Wochenblick stets richtig lagen, als wir kritisierten, dass die Mainstream-Medien von der Regierung gekauft sind. Er zeigt auch, dass angeblich wissenschaftlichen Einrichtungen ebensowenig zu trauen ist. Auch sie können andere Ziele verfolgen, als die Wahrheit zu erforschen. Die betroffenen Umfrageinstitute galten als hochseriös, jetzt weiß man, dass ihre Analysen mutmaßlich gefälscht waren. Für Macht, Geld und Politik. Jetzt ist es höchste Zeit, die Corona-Geschäfte der Kurz-Regierung unter die Lupe zu nehmen und auch die für die Corona-Politik herangezogenen Analysen und Statistiken zu untersuchen. Denn auch sie unterliegen hohen Macht-, Geld- und Politikinteressen."

Quelle: Wochenblick

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