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Wenn Mao den Abraham ersetzt

Archivmeldung vom 16.10.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.10.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Mao auf der 100-Yuan-Note (Hier im Wasserzeichen)
Mao auf der 100-Yuan-Note (Hier im Wasserzeichen)

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Laut einem heutigen Beitrag von Nikita Sorokin meldete Radio "Stimme Russlands", dass die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua vorgeschlagen hat, die Welt zu „entamerikanisieren“ und eine Reservewährung einzuführen. Xinhua ist eine stattliche Nachrichtenagentur Chinas. Es ist zu vermuten, dass der Mitarbeiter der Agentur Lu Chang, der auf der englischsprachigen Seite der Agentur diese Idee äußerte, nicht der offiziellen Haltung der chinesischen Regierung widerspricht. Der Artikel erschien vor dem Hintergrund der Haushaltskasse in den USA, die zur globalen Finanzkatastrophe führen kann.

Weiter heißt es: "Lu Chang ist der Meinung, dass die Erhöhung der Rolle der Schwellenländer in der Weltbank und im IWF sowie die Gründung einer alternativen Reservewährung die Menschheit vor den ständigen Gefahren eines solchen Kollapses schützen werden.

Wie der Ostasien-Experte am Instituts für Internationale Beziehungen, Andrej Iwanow, in einem Interview mit der STIMME RUSSLANDS sagte, dächten viele über die Einführung von neuen Reservewährungen nach.

"Es ist eine andere Sache, inwieweit diese Idee realisierbar ist. Allein der Wunsch Chinas und nicht nur Chinas reicht hier nicht. Auch wenn viele in den USA anerkennen, dass das System ins Stocken gerät, werden die USA alles dafür tun, um ihre führende Rolle beizubehalten."

Nach der Meinung von Andrej Iwanow, könnte die Bildung einer neuen Weltordnung den Konkurrenzkampf zwischen den USA und China um den Status der führenden Industrienation der Welt verschärfen.

China tritt schon längst für die Umgestaltung der Weltordnung auf. Das letzte Mal sei dieser seiner Wunsch bei dem jüngsten G20-Gipfel zum Vorschein, sagt der Experte aus dem Fernost-Institut Jakow Berger. Doch wichtig seien nicht die Wege der Umsetzung dieser Idee, betonte der Experte:

"Wichtig ist, dass eine solche Maßnahme einfach notwendig ist. China schlägt zurzeit den Juan nicht als eine Alternative für Dollar vor. Es ist einfach schwer umzusetzen. Doch den Dollar durch eine Währung umzusetzen, die auf der Grundlage der Hauptwährungen der Welt gebildet wird, ist ein ganz reeller Vorschlag. Ich glaube, dass dieser Vorschlag eine Unterstützung bei vielen Staaten finden wird, weil sich der Dollar sich wegen der eigennützigen Handlungen der US-Administration vollständig diskreditiert hat."

Bei einer negativen Entwicklung könne China theoretisch diese Situation nutzten, weil es die größten Dollarreserven der Welt besitze, sagt die Ökonomin Natalia Karpowa.

In der Expertengemeinschaft gibt es eine Meinung, dass China mit der „Entamerikanisierung“ auf seinen wachsenden Einfluss in der Welt und den Wunsch andeute, die führende Rolle in der Welt einzunehmen. Laut Andrej Iwanow werde diese Aufgabe durch einige Umstände erschwert.

"Die chinesischen Wirtschaftserfolge sind in vielem dank der erfolgreichen Kooperation Chinas mit den USA, Europa und den Ländern des asiatisch-pazifischen Raums zu erklären. Die Versuche Chinas, eine dominierende Rolle in der Welt zu übernehmen, werden im asiatisch-pazifischen Raum, den USA und Europa negativ wahrgenommen. In Peking ist man sich dessen bewusst, deswegen wird China kaum auf seiner schnellen Umwandlung in eine dominierende Weltmacht beharren.""

Quelle: Text Nikita Sorokin - „Stimme Russlands"

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