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Moskau: Kriegsende in Bergkarabach ist Sieg der Völker von Armenien und Aserbaidschan

Archivmeldung vom 10.11.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.11.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bergkarabach: Die Konfliktregion bis 2020
Bergkarabach: Die Konfliktregion bis 2020

Lizenz: CC0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Wie die ExtremNews Redaktion erfahren hat einigten sich am 9. November der Präsident Aserbaidschans, Ilcham Alijew, der Ministerpräsident Armeniens, Nikol Paschinjan, und der russische Staatschef Wladimir Putin in einer mehrere Punkte umfassenden Erklärung auf die Einstellung aller Gefechte in Bergkarabach ab dem 10. November 2020, 00.00 Uhr (Moskauer Zeit). Einer der Punkte sieht die Stationierung russischer Friedenstruppen in dem Konfliktraum vor.

Demnach bleiben die Truppen Aserbaidschans und Armeniens an den aktuellen Positionen. Armenien muss bis zum Monatsende mehrere Gebiete an Aserbaidschan zurückgeben. Beide Staaten verpflichten sich zum Austausch von Kriegsgefangenen. Das Dokument sieht außerdem den Austausch von Kriegsgefangenen vor. Entlang der Berührungslinie in Bergkarabach und des Korridors Latschin wird ein russisches 1960 Mann starkes Friedenskontingent mit Kleinwaffen, 90 Transportpanzern und 380 Fahrzeugen und Sondertechnik stationiert.

Weiter heißt es hierzu auf der deutschen Webseite des russischen online Magazin "Sputnik": "Die Kreml-Pressestelle hat das Ende des Krieges im Bergkarabach als Sieg der Völker Armeniens und Aserbaidschans bezeichnet. Die russischen Friedenstruppen werden laut dem Sprecher Dmitri Peskow nun sichern, dass es keine Kampfhandlungen in dieser Kaukasus-Region mehr gibt.

„Das ist ein Sieg der Völker zweier Länder, Aserbaidschans und Armeniens, weil der Krieg zu Ende ist“, sagte Peskow am Dienstag.

Um dies zu „kontrollieren und zu sichern, kommen jetzt russische Friedenstruppen dorthin“. „Sie werden sichern, dass es auch künftig keine Kampfhandlungen gibt.“

Dabei betonte Peskow, dass es im Text des am Vortag vereinbarten Dokuments zwischen Aserbaidschan, Armenien und Russland über die Präsenz türkischer Friedenstruppen in der Region gebe. Dies sei nicht vereinbart worden. Er stellte auch klar, dass weder die USA noch Frankreich an dem Verhandlungsprozess zur Friedenserklärung beteiligt waren. „Das ist eine trilaterale Erklärung“, sagte Peskow.

Peskow verweigerte jede Einschätzung der Proteste, zu denen es in Armenien nach der Bekanntgabe der Bedingungen fürs das Kriegsende gekommen ist. Premierminister Nikol Paschinjan tue sein Bestes, um dem armenischen Volk den Sinn und die Bedeutung der Bergkarabach-Vereinbarungen zu erklären.

„Wir hoffen, dass diese Erklärungen richtig ankommen“, sagte Peskow.

Ein sehr wichtiger Punkt der Vereinbarungen (Link zur vollständigen Vereinbarung) sei ihm zufolge die Möglichkeit für alle Flüchtlinge aus dem Bergkarabach, in ihre Häuser zurückzukehren. Das werde unter Kontrolle des Büros des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen verlaufen. Auch alle Kriegsgefangenen, Geiseln, andere festgenommenen Personen sowie die Leichen der Toten sollen ausgetauscht werden.

Mi-24-Militärhubschrauber abgeschossen: Aserbaidschans Präsident bittet Putin um Entschuldigung

Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew hat seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin in einem Telefongespräch nach dem versehentlichen Abschuss eines russischen Kampfhubschraubers des Typs Mi-24 über Armenien um Entschuldigung gebeten. Alijew versprach, die Verantwortlichen zu bestrafen. Bei dem Abschuss kamen zwei Menschen ums Leben.

In dem Telefongespräch habe Alijew angesichts der Tragödie den Angehörigen der Opfer sein Beileid ausgesprochen, teilt der Pressedienst des aserbaidschanischen Präsidenten mit. Er habe Putin um Entschuldigung gebeten: Man habe den russischen Mi-24 im Dunkeln mit einem armenischen Kampfhubschrauber verwechselt. 

Die Generalstaatsanwaltschaft Aserbaidschans habe bereits ein Strafverfahren wegen des Vorfalls eingeleitet. „Die Verantwortlichen werden bestraft, die russische Seite wird darüber in Kenntnis gesetzt“, hieß es weiter.

Alijew bekräftigte zudem die Bereitschaft seines Landes, Russland nach der Tragödie zu entschädigen.

Putin bedankte sich seinerseits für den Anruf, betonte aber zugleich, dass solche Zwischenfälle unzulässig seien.

Protestierende stürmen armenischen Regierungssitz nach Erklärung zur Kriegsbeendigung

Wütende Protestler sind in der Nacht zum Dienstag in das armenische Regierungsgebäude eingedrungen. Dies meldet ein Korrespondent von RIA Novosti vor Ort. Kurz zuvor hatte Premierminister Nikol Paschinjan die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung mit Russland und Aserbaidschan bekanntgegeben, die den Krieg in Bergkarabach beenden soll.

Zudem haben die Protestler laut Sputnik Armenien den Parlamentssprecher zusammengeschlagen.

Wie Live-Bilder der örtlichen Medien zeigen, haben die Protestierenden Fenster im Erdgeschoss eingeschlagen und ein Plakat heruntergerissen. Zudem sollen auf dem Platz vor dem Gebäude schussähnliche Geräusche zu hören sein.



Die wütende Menschenmenge soll bereits einen Sitzungssaal verwüstet haben. Die vom örtlichen Fernsehsender 24 News verbreiteten Bilder zeigen zerbrochene Stühle und umgekippte Tische. Auch wurde ein Metalldetektor am Eingang des Regierungssitzes demoliert. In einigen Büros seien Computer, Mikrofone und Möbel zertrümmert worden.

Im Zentrum der armenischen Hauptstadt Eriwan haben sich laut dem Korrespondenten mehrere Tausend Menschen versammelt.

Die Situation in Bergkarabach hatte sich am 27. September zugespitzt. Armenien und Aserbaidschan gaben sich immer wieder gegenseitig die Schuld am Ausbruch der Kämpfe. Die Situation erschwerte sich dadurch, dass Baku aktiv von der Türkei (Nato-Mitglied) unterstützt wurde. Armenien ist seinerseits Mitglied der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit.

Bei dem in der Nacht zum Dienstag signierten Dokument handelt es sich um den vierten Versuch, eine stabile Deeskalation durchzusetzen. Die vorherigen drei Versuche waren erfolglos. Die jetzigen Vereinbarungen sind kurz nach dem tragischen Vorfall mit einem russischen Hubschrauber zustande gekommen, der über Armenien abgeschossen worden war.

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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