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Niederlande wollen Russen nicht ausweisen: Nach Preisgabe von Infos über MH17-Absturz

Archivmeldung vom 24.12.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.12.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Dam mit dem Königlichen Palast (links) und der Nieuwe Kerk (rechts)
Dam mit dem Königlichen Palast (links) und der Nieuwe Kerk (rechts)

Foto: Urheber
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Niederlande wollen laut einem Medienbericht ein russisches Ehepaar nicht abschieben, welches den Behörden erst zwei Jahre nach seinem Umzug aus Russland Informationen über den Absturz des Fluges MH17 in der Ostukraine gegeben hat. Dies berichtet das russische online Magazin „SNA News“ .

Weiter heißt es diesbezüglich auf deren deutschen Webseite: "Im Juli berichtete die niederländische Zeitung „Volkskrant“, dass das russische Ehepaar, das wichtige Informationen über den Absturz der malaysischen Boeing in der Ostukraine 2014 mitteilte, aus den Niederlanden ausgewiesen werden könnte.

Der Vorwurf der Behörden, darunter der Einwanderungsbehörde IND, lag demnach darin, dass diese Menschen 2016 in die Niederlande gezogen seien und um Asyl gebeten hätten und erst zwei Jahre später – im Jahr 2018 – Informationen zum Flugzeugabsturz preisgegeben hätten.

Kürzlich habe die IND jedoch den Russen den vierten Antrag genehmigt und den Asylstatus zuerkannt, so dass sie im Land bleiben dürfen, hieß es im aktuellen Bericht. Nach drei abgelehnten Asylanträgen wären im Sommer alle Rechtsmittel in den Niederlanden ausgeschöpft gewesen.

Prozess zum Boeing-Absturz

Die internationale Ermittlergruppe, die unter Leitung der Generalstaatsanwaltschaft der Niederlande ohne Beteiligung Russlands die Umstände des Unglücks untersucht, hatte bereits Zwischenergebnisse ihrer Arbeit vorgelegt.

Die Ermittler behaupten, dass die Boeing 777 von einem Fla-Raketenkomplex Buk der in Kursk stationierten 53. Fla-Raketenbrigade der russischen Streitkräfte abgeschossen worden sei.

Indes haben Fachleute des russischen Unternehmens Almas-Antei drei Experimente durchgeführt, die beweisen, dass die Buk-Rakete nicht von dem damals von den Volksmilizen kontrollierten Ort Perwomaiskoje, sondern von der Ortschaft Saroschtschenskoje abgefeuert worden war, die zu diesem Zeitpunkt unter Kontrolle der ukrainischen Armee stand.

Der Gerichtsprozess zum Absturz der malaysischen Boeing 777, Flug MH17, war am 9. März 2020 in den Niederlanden eingeleitet worden. Die Hauptverdächtigen sind die Russen Igor Girkin, Sergej Dubninski, Oleg Pulatow und der Ukrainer Leonid Chartschenko. Pulatow wird von einer russischen und einer niederländischen Anwältin vertreten. Die Gerichtsverhandlungen zur Hauptsache haben am 7. Juni begonnen.

Die Boeing 777, die von Amsterdam nach Kuala Lumpur unterwegs war, stürzte am 17. Juli 2014 bei Donezk ab. An Bord befanden sich 298 Menschen. Niemand überlebte. Kiew hat die Volksmilizen wegen dieser Flugzeugkatastrophe beschuldigt. Wie diese erklärten, verfügten sie über keine Waffen, die ein Flugzeug in einer so großen Höhe hätten abschießen können.

Die Ukraine weigerte sich, Daten von ihren Radargeräten zur Verfügung zu stellen, und die USA haben der Ermittlung keine Satellitenbilder übergeben, auf denen sichtbar sein soll, wie die Rakete abgeschossen werde.

Wie der stellvertretende russische Generalstaatsanwalt Nikolaj Winnitschenko gegenüber SNA sagte, übermittelte die russische Seite den Niederlanden nicht nur die Daten der russischen Radare, sondern auch die Dokumentation, die belegen würde, dass der Fla-Raketenkomplex Buk der Ukraine gehört habe und von einem Gebiet abgeschossen worden sei, welches von den ukrainischen Militärs kontrolliert wurde. Diese Informationen seien von den Ermittlern aber ignoriert worden. Dabei habe die Staatsanwaltschaft am ersten Tag der Gerichtsverhandlung zugegeben, die Daten der russischen Behörde erhalten und damit begonnen zu haben, diese zu studieren.

Das russische Außenministerium betonte, die von der gemeinsamen Ermittlergruppe erhobenen Anschuldigungen gegen Russland wegen des Unglücks mit der malaysischen Boeing seien haltlos und bedauernswert. Das Ermittlungsverfahren sei voreingenommen und einseitig.

Russlands Präsident Wladimir Putin kritisierte, das Russland nicht zu dem Ermittlungsverfahren zugelassen worden sei.

Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat wiederholt erklärt, dass Moskau die Anschuldigungen wegen einer Beteiligung an dem MH17-Unglück kategorisch zurückweise."

Quelle: SNA News (Deutschland)

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