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Mehr als 140 Tote, meist Han-Chinesen, bei Ausschreitungen im Nordwesten Chinas

Archivmeldung vom 06.07.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.07.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch HB

Die Zahl der Menschen, die in der Nacht von Sonntag auf Montag bei den Ausschreitungen in Urumqi, der Hauptstadt der Autonomen Region Uygurien im Nordwesten Chinas ums Leben kamen, ist auf über 140 gestiegen. Dies teilte die dortige Regionalverwaltung heute mit.

57 Leichen wurden von den Straßen und Wegen Urumqi´s geborgen, die anderen Toten wurden aus den Krankenhäusern der Stadt gemeldet, sagte der Polizeichef der Region, Liu Yaohua, während einer Pressekonferenz heute morgen. Seiner Meinung nach wird die Zahl der Todesfälle eher noch steigen.

Mindestens 828 Personen wurden während der Ausschreitungen Sonntag Nacht  zum Teil schwer verletzt.

Die Krawallmacher zündeten 261 Fahrzeuge an, darunter 190 Busse, mindestens 10 Taxen und zwei Polizeiwagen, sagte Liu. Zahlreiche Fahrzeuge konnte man am Montag Morgen in den Straßen von Urumqi noch brennen sehen. Eine Voruntersuchung ergab, das 203 Geschäfte und 14 Wohnhäuser während der Straßenschlachten zerstört wurden. Die Polizei nahm Hunderte im Zusammenhang mit den Ausschreitungen fest, darunter mindestens 12 Personen, die die Polizei als Rädelsführer bezeichnete.

In der Innenstadt von Urumqi hat die Polizei die Sicherheitsvorkerhungen verstärkt, massive Polizeipräsenz ist überall zu sehen. Wichtige Einrichtungen, wie die Elektrizitätswerke, die Gasversorgung und die TV-Stationen stehen unter starkem Polizeischutz.

Eine Nacht wie in einem Alptraum

Laut Polizeibericht erhielt die Polizeihauptverwaltung in Urumqi in den frühen Morgenstunden am Sonntag den Hinweis, das über diverse Internetforen zu einer Demonstration aufgerufen wurde. Die Teilnehmer sollten sich um 19.00 Uhr Ortszeit an der Kreuzung Peoples Square / Shouth Gate treffen.

Um 18.20 Uhr waren dort bereits mehr als 1000 Personen versammelt. Es entwickelte sich eine anfangs friedliche Demonstration. Die Ausschreitungen begannen gegen 20.00 Uhr, als einige Demonstranten anfingen, in der Heping Road auf vorbeigehende Fußgänger einzuschlagen und Busse mit Steinen und anderen Gegenständen zu bewerfen. Die Ausschreitungen breiteten sich schnell auf andere Bezirke der Innenstadt aus.

Kadi Liya, eine 23-Jährige junge Uygurin, sagte, sie sei mit dem Bus der Linie 106 auf dem Weg nach Hause gewesen, als der Bus in der Shanxi - Allee angegriffen wurde. Die Scheiben wurden eingeschlagen, jemand schlug ihr mit einem Holzknüppel auf den Kopf. Sie erlitt eine leichte Gehirnerschütterung und befindet sich zur Zeit im Krankenhaus.

Laut Polizei wurden vor allem Gebäude in der Nähe des Hauptquartiers der Verkehrspolizei und der Finanzverwaltung im Tianshan District durch Brände schwer beschädigt. "Manche Einwohner mussten sich im Stadtwald verstecken, sie trauten sich nicht in ihre Wohnungen zurück," so ein Polizeibeamter.

"Es war wie auf einem Kriegsschauplatz hier, wie auf einem Schlachtfeld, viele Körper von Han-Chinesen lagen auf den Straßen," sagte Huang Yabo, stellvertretender Leiter des Sicherheitsbüros der Stadt Urumqi erschüttert.    

Zwei Angestellte eines in Brand gesetzten Massagestudios in der Yan´an Strasse wurden zu Tode geprügelt, aus sie aus dem brennenden Gebäude flüchteten. Alleine in dieser Straße wurden 14 Menschen obdachlos. Ein Zeuge sagte, eine offensichtlich schwer verletzte Person lag blutend in der Unterführung der  Tuanjie Road. In einer anderen Straße sah er eine tote Frau mit einem Rucksack auf dem Rücken am Boden liegen.

In der  Xinhua South Road wurden ein PKW und ein LKW umgeworfen, die Scheiben der Fahrzeuge zertrümmert und die Türen verbogen. Randalierer zündeten ein großes Hotel in der Nähe der Büros des Außenhandelsverbandes an.

 

Die Ruhe ist teilweise wieder hergestellt

Die Zufahrtsblockaden in die Stadt Urumqi durch die Sicherheitsbehörden wurden am Montag morgen teilweise aufgehoben. Auch in der Hauptstadt selbst hat die Polizei die Straßen mit Ausnahme der Yan'an Road und der Tuanjie Road, zwei Straßen in der Nähe der  Xinjiang Universität und der Straße Ningxiawan in der Vorstadt, wieder freigegeben. Aber überall in der Stadt ist die Anspannung noch zu spüren.

Die Trümmer und der Schutt wurden zum Großteil von den Straßen entfernt und der normale Verkehr läuft wieder. Arbeiter entfernen immer noch beschädigte Fahrzeuge aus den am stärksten betroffenen Straßen in der Stadt. Die meisten Geschäfte in dieser Gegend sind immer noch geschlossen.

Auf dem Markt in der Guangming Road sind am heutigen Montag lediglich 10 Gemüse- und Obststände zu finden, gegenüber den dutzenden von Verkaufsständen, die dort sonst zu finden sind. Trotzdem waren bereits wieder viele Einwohner auf dem Markt unterwegs und versuchten, ganz normal einzukaufen.  

Schwer bewaffnete Polizei patrouliert durch die Straßen. Es wird noch einige Zeit dauern, bis hier wieder Normalität einkehrt.

Laut der Zentralverwaltung in Xinjinag gehen die Ausschreitungen vom World Uyghur Congress aus. China betrachtet diese Organisation als eine separatistische Vereinigung. "Die Gewalttätigkeiten sind ein schwerwiegendes Verbrechen. Sie werden von Individuen außerhalb Chinas angezettelt und von Gesetzlosen im Land ausgeführt," so eine Verlautbarung der Regionalverwaltung am heutigen Montag. 

Nur Bekri, Leiter der Bezirksregierung in Xinjiang, sagte in einer heute Morgen im Fernsehen gezeigten Ansprache, das "die Kräfte des Terrorismus, des Extremismus und des Separatismus sich einen Streit zwischen Arbeitern der ethnischen Zugehörigkeiten der Uyguren und der Han in einer Spielzeugfabrik in Guangdong am 26. Juni zu Nutze gemacht haben, in welchem zwei uygurische Arbeiter starben, um Chaos zu verbreiten." Der Streit wurde damals ausgelöst, als es einen sexuellen Übergriff eines uygurischen Arbeiters auf eine Han-Arbeiterin gab, sagte er.

Bekri sagte weiter: "Wir sollten immer in Erinnerung behalten, das Stabilität im größten Interesse aller chinesischen Bürger ist, auch im Interesse der mehr als  21 Millionen Bürger aller ethnischen Zugehörigkeiten in Xinjiang."

Xinjiang, die autonome Region im Westen Chinas, ist die Heimat von mehr als 10,96 Millionen Chinesen mit einem Hintergrund aus ethnischen Minderheiten, darunter Uyguren, Mongolen und Hui.

Quelle: Xinhua  

  

  

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