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ZdK-Präsidentin erwartet Rückhalt vom Papst für deutsche Reformanstrengungen

Freigeschaltet am 29.08.2025 um 06:30 durch Sanjo Babić
Papst Leo XIV., bürgerlich Robert Francis Prevost (2025)
Papst Leo XIV., bürgerlich Robert Francis Prevost (2025)

Foto: Edgar Beltrán
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, erwartet von Papst Leo XIV. Unterstützung für die Reformbemühungen des "Synodalen Wegs" der katholischen Kirche in Deutschland. Der neue Papst sei jemand, der "in allen Gesprächen deutlich offener, hörbereiter, interessierter war als diejenigen, die vor ihm das Sagen hatten", sagte Stetter-Karp dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Im Detail müsse man "wohl etwas Geduld haben". Doch in der Grundlinie sei sie "zuversichtlich, dass wir eine Unterstützung aus Rom für die Verstetigung synodaler Gremien bekommen - in Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Weltsynode von 2024, zu denen Leo XIV. sich klar bekannt hat".

Scharfe Kritik äußerte die Co-Präsidentin des Synodalen Wegs in diesem Zusammenhang an der Zögerlichkeit der deutschen Bischöfe bei der Umsetzung von Reformbeschlüssen. Geduld sei anderes als Nichtstun. "Ich finde es sehr ernüchternd, wie manche deutschen Bischöfe sich zurzeit verhalten. Wir haben auf dem Synodalen Weg mit großer Mehrheit Beschlüsse gefasst, die längst umgesetzt sein könnten. Bislang hat das ZdK sich hier mit Kritik zurückgehalten - mit dem Gedanken: Wenn in Deutschland zwei sich streiten, freut sich der Dritte in Rom. Aber ich finde, jetzt müssen die Karten vor der sechsten und letzten Synodalversammlung Ende Januar auf den Tisch."

Als Beispiel nannte Stetter-Karp den Umgang einer Handreichung zu Segensfeiern für homosexuelle oder geschiedene und wiederverheiratete Paare. "Trotz eines klaren Beschlusses der Bischöfe auf dem Synodalen Weg wird die Handreichung nur in etwa der Hälfte der 27 Bistümer angewandt. Die anderen Bischöfe lehnen sie ab oder drehen eine Beratungsschleife nach der anderen - immer mit Schielauge nach Rom."

Einigen namentlich nicht genannten Bischöfen warf Stetter-Karp vor, die Beratungen des Synodalen Wegs im Rahmen eines sogenannten Synodalen Ausschusses zu unterlaufen. Dort hätten die Betreffenden zuletzt "durch Abwesenheit geglänzt". Stetter-Karp bezeichnete dies als "Ärgernis". Mit ihrem Verhalten schadeten diese Bischöfe dem Ruf der Bischofskonferenz insgesamt, an deren Fähigkeit und Bereitschaft zu gemeinsamem, solidarischem Handeln ohnehin Zweifel bestünden. "Die Betreffenden sollen wissen: Wir haben das auf dem Schirm. Und die Laien-Vertretungen in den Bistümern werden sehr leicht herausfinden können, welche Bischöfe bei den - lange feststehenden - Terminen am Ende mehr als einmal etwas anderes, Wichtigeres zu tun hatten".

Zu laufenden Anzeigen und Beschwerden gegen den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki bei Papst Leo XIV. mit dem Ziel einer Abberufung vom Amt des Erzbischofs sagte Stetter-Karp: "Ich würde mich über eine aktive Entscheidung von Papst Leo XIV. freuen. Ich denke, es ist Zeit."

Kritik des Münsteraner Theologen Michael Seewald an einer "geschichtsentwöhnten Theologie" in den Grundlagentexten des Synodalen Wegs wies Stetter-Karp zurück. Sie zeigte sich von Seewalds Äußerungen überrascht. "Vielleicht sind es seinerseits auch überzogene Erwartungen an die Reformer, die alles daran setzen, dass wir Bewegung in die Kirche bekommen."

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger (ots)

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