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Bundesregierung warnt vor Mafia-Geschäften mit Lebensmitteln

Archivmeldung vom 30.10.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.10.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Die Bundesregierung empfiehlt: Kaufen sie nicht bei der Mafia - das ist nicht immer leicht... (Symbolbild)
Die Bundesregierung empfiehlt: Kaufen sie nicht bei der Mafia - das ist nicht immer leicht... (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk/OTT

Die Bundesregierung warnt vor Geschäften der italienischen Mafia mit minderwertigen Lebensmitteln in Deutschland. Für die Organisationen der Italienischen Organisierten Kriminalität (IOK) stelle "der Handel mit minderwertigen Agrarerzeugnissen und Lebensmitteln ein Betätigungsfeld dar, in dem hohe Gewinne erzielt werden können", heißt es in einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.

Aus Ermittlungsverfahren der Polizei und Informationen aus Italien wurden laut Bundesregierung "vereinzelt Erkenntnisse gewonnen", dass Mafia-Gruppen "gefälschte oder minderwertige Agrarerzeugnisse oder Lebensmittel in den Vertrieb bringen". Die Sicherheitsbehörden gingen von einem "großen Dunkelfeld" aus. "Das Entdeckungsrisiko sowie die Strafandrohung für die Agierenden sind vergleichsweise gering", heißt es in der Antwort weiter. Italienische organisierte Kriminelle nutzten zudem die "logistische Infrastruktur des Lebensmittelhandels zum Transport anderer illegaler Güter".

Zumeist handele es sich "um den Transport von Rauschgift, welches in legaler Ladung wie beispielsweise Obst in Containern oder Lkw versteckt wird", heißt es in der Antwort des Innenministeriums, über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Einerseits hätten die Sicherheitsbehörden Erkenntnisse darüber, dass in Deutschland Gastronomen teilweise zum Verkauf "minderwertiger Lebensmittelprodukte" gezwungen würden. Dabei gehe es um Kleinbetriebe wie Restaurants und Pizzerien.

Andererseits würden italienische Restaurants in Deutschland durch Mafia-Gruppen demnach auch "als logistischer Stützpunkt" genutzt, etwa um "geschäftliche Absprachen" zu treffen oder Personen "Unterschlupf und Arbeitsmöglichkeit" zu geben, die sich aus Italien absetzen mussten, heißt es in der Antwort weiter. Konkrete Angaben über den illegalen Handel mit Lebensmittelprodukten habe die Bundesregierung in ihrer Antwort nicht gemacht, berichtet die Zeitung weiter. Laut Experten handele es sich vor allem um Geschäfte mit Olivenöl und Wein. "Kriminelle Gruppen stellen billig Olivenöl her, etikettieren es um, verkaufen das Öl teuer im europäischen Ausland", sagte Fabrizio Rella, Verbindungsbeamter der italienischen Finanzpolizei Guardia di Finanza in Deutschland, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Das Geschäft mit Lebensmitteln sei für die Mafia "sehr rentabel. Und sie nutzen Farmen, Handelsunternehmen und Res taurants auch für die Geldwäsche aus ihren Drogengeschäften", so Rella weiter. Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, fordert von der Bundesregierung einen stärkeren Einsatz gegen die Mafia-Geschäfte mit Lebensmitteln: "Der Kampf gegen die Organisierte Kriminalität ist kein Sprint sondern ein Marathon, daher müssen die Sicherheitsbehörden unbedingt personell und materiell in die Lage versetzt werden auch langwierige und komplexe Ermittlungen durchzuführen", sagte Mihalic den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Zudem müssten "präventive Maßnahmen" ergriffen werden. "So könnten zum Beispiel speziell zugeschnittene Beratungs- und Hilfsangebote bedrohte Gastronominnen und Gastronomen unterstützen", so die Grünen-Politikerin weiter.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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