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Studie zu Lockdown-Politik: Wenig Nutzen, kolossale Schäden

Archivmeldung vom 27.04.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.04.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Lockdown (Symbolbild)
Lockdown (Symbolbild)

In vielen Teilen der Welt werden die Gesellschaften geschlossen, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Der kanadische Ökonom Douglas W. Allen hat in einer Studie Kosten und Nutzen der Lockdowns untersucht. Sein Ergebnis: Lockdowns kosten ungleich mehr Lebensjahre als sie retten. Auch führende deutsche Ökonomen geben ihm Recht. Dies schreibt das russische online Magazin „SNA News“ .

Weiter ist auf deren deutschen Webseite dazu folgendes zu lesen: "Die bundeseinheitliche Notbremse zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist am Samstag in Kraft getreten. Am Donnerstag hatte der Bundesrat über die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes beraten und seine Zustimmung erteilt. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte das neue Infektionsschutzgesetz mit der Bundes-Notbremse unterzeichnet. Was bringt die Lockdown-Politik?

Studien ignorieren das Verhalten des Menschen

Der kanadische Ökonom Douglas Allen, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Simon Fraser University in Britisch-Kolumbien, kommt in seiner Analyse „Covid Lockdown: Kosten und Nutzen. Eine kritische Bewertung der Literatur“ zu dem Ergebnis, dass die positiven Effekte des Lockdowns überschätzt und die dramatischen Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft als zu gering eingestuft wurden.

Dafür hat er 80 wissenschaftliche Studien zu Covid-19 untersucht und kommt in seiner Metastudie zu dem Schluss: Viele Forschungsarbeiten würden auf falschen Annahmen beruhen. Der gravierendste Fehler sei demnach, dass zahlreiche Wissenschaftler in ihren Berechnungen einen wichtigen Effekt vernachlässigten: das Verhalten des Menschen.

Lockdown-Maßnahmen hätten Verstöße nicht verhindern können, und dort, wo es keine Lockdown-Gesetze gab, wurde von freiwilligen Verhaltensänderungen, die Lockdowns imitierten, profitiert schreibt Allen.

Menschen in der Pandemie agieren vorsichtiger

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, sagte der „Welt“, dass dieser Effekt tatsächlich sehr schwer zu berechnen sei. Trotzdem sei er enorm wichtig. Hüther geht wie Allen davon aus, dass Menschen angesichts eines lebensbedrohlichen Virus deutlich vorsichtiger handeln und versuchen, das Risiko einer Ansteckung zu vermeiden.

So schreibt Allen in einer Studie, welche die verschiedenen Varianten von Ausgangsperren in den USA vergleicht, dass diese Sperren nur eine geringe Auswirkung auf die Übertragungsraten von Covid-19 hatten.

Auch in Deutschland sei die Verbreitungsrate des Virus, der sogenannte R-Wert, bevor der Lockdown verhängt wurde, gesunken. „Die Deutschen hatten sich angesichts der bedrohlichen Bilder aus dem italienischen Bergamo auch ohne entsprechende Auflagen zurückgezogen, um sich vor Infektionen zu schützen“, sagt Hüther gegenüber der „Welt“.

Ausgangssperren haben fast keine Wirkung auf Übertragungsraten

Allen kritisiert in seiner Analyse, dass in vielen ökonomischen Modellen davon ausgegangen werde, dass die Menschen trotz Virus weiter so agieren wie bisher. Damit würden die erwarteten Todeszahlen ohne Lockdown überschätzt und drastische Einschränkungen scheinen vor diesem Hintergrund alternativlos. Laut Allen seien aber auch Lockdowns wenig wirksam, wenn die Bevölkerung nicht freiwillig mitmachte.

Das gilt beispielsweise auch für Ausgangssperren, wie sie seit Samstag auch in Deutschland gelten, aber von einem Großteil der Bevölkerung offensichtlich nicht ernst genommen würden. So fand auch eine Studie der Universität Gießen „keine statistisch signifikanten Beweise“ für die Wirksamkeit von nächtlichen Ausgangssperren. Ausgewertet wurden dafür die Inzidenz-Werte hessischer Landkreise.

Schäden durch Lockdowns werden unterschätzt Auch die Kosten des Lockdowns würden laut Allens Analyse in vielen Modellen unterschätzt.

Gravierende Bildungsausfälle, Schulschließungen, zunehmende soziale und gesellschaftliche Probleme würden in vielen Berechnungen ausgeblendet.

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„Ökonomische Modelle unterschätzen immer wieder, wie anpassungsfähig Menschen sind“, sagt auch Thomas Straubhaar, Professor der Universität Hamburg, gegenüber der „Welt“. „Das gilt insbesondere für die Corona-Krise. Einerseits wurde unterschätzt, wie stark sich viele Menschen selber vor den Infektionen schützen, Distanz halten und Masken tragen“, andererseits werde so der Effekt des Lockdowns überschätzt, weil auch hier Menschen anders als unterstellt reagierten.

„Größter politischer Misserfolg in Friedenszeiten“

Allens eigene Kosten-Nutzen-Analyse verwendet eine aufwändige Berechnung, um zu bestimmen, wie viele Lebensjahre durch die verschiedenen Schäden von Lockdowns in Kanada verloren wurden und wie viele Lebensjahre dadurch gerettet wurden.

Demnach hätten Lockdowns 22.333 Jahre Lebenszeit gerettet. Die Kosten für die Schließungen betrugen jedoch im schlimmsten Fall 6.300.000 Jahre verlorenes Leben.

Basierend auf dieser Berechnung sind die langfristigen gesellschaftlichen Schäden von Lockdowns 282-mal schlimmer als ihre Vorteile. Ein erstaunlicher Befund. Allen schreibt dann auch in seiner Einleitung:

„Das heißt, es ist möglich, dass der Lockdown als einer der größten politischen Misserfolge in Friedenszeiten in die Geschichte Kanadas eingehen wird.“"

Quelle: SNA News (Deutschland)

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