DIHK warnt vor Kosten für die Energienetze in Billionenhöhe

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Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Peter Adrian, befürchtet eine Explosion der deutschen Stromnetzkosten durch die Energiewende. "Wir müssen alle Einsparpotentiale jetzt nutzen", sagte Adrian der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
Er verwies auf neue Zahlen aus einer bislang unveröffentlichten Studie
zur Energiewende, die der DIHK nächste Woche vorstellen will. Demnach
könnten sich die Kosten für die deutschen Energienetze in den kommenden
Jahrzehnten auf einen Betrag in Billionenhöhe addieren.
Schon
heute verlagerten viele große Industrieunternehmen ihre Produktion von
Deutschland ins Ausland, sagte der DIHK-Präsident. "Wenn die Netzkosten
und damit auch die Energiepreise weiter steigen, ist die
Belastungsgrenze endgültig erreicht. Das gefährdet nicht nur Wohlstand
und Arbeitsplätze, sondern auch die Akzeptanz für die Energiewende."
Wenn
die derzeitige Energiepolitik in Deutschland fortgesetzt werde, sei bis
Mitte des Jahrhunderts mit Gesamtkosten für Strom- und Gasnetze von 1,2
Billionen Euro zu rechnen, heißt in der Studie der
Beratungsgesellschaft Frontier Economics im Auftrag des DIHK. Rund die
Hälfte dieser Summe könne bereits in den kommenden zehn Jahren anfallen.
Die Schätzung ist weit höher als andere Prognosen, sie bezieht im
Gegensatz zu diesen aber neben den Investitionskosten für den Bau auch
erhebliche Kosten für Betrieb und Wartung der Netze ein.
Laut
DIHK könnten die Kosten für den Ausbau der Energienetze gesenkt werden,
wenn Deutschland beim Klimaschutz im Energiesektor verstärkt auf
importierten Wasserstoff setze, weil dann vorhandene Erdgasleitungen
weiter genutzt werden könnten. Das sei "ein zentraler Hebel, um
gegenzusteuern", sagte DIHK-Präsident Adrian.
Quelle: dts Nachrichtenagentur