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Bildung macht kurzsichtig

Archivmeldung vom 16.09.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.09.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Michael Andre May / pixelio.de
Bild: Michael Andre May / pixelio.de

Die Zahl kurzsichtiger Menschen steigt. Eine wesentliche Ursache ist, dass wir immer mehr lesen, ob in Büchern oder am Computer. Wir verrichten "Naharbeit", sagen Wissenschaftler dazu. Arbeit haben dabei vor allem die Augen: Der Muskel, der die Linse in unserem Sehorgan einstellt, muss das Bild auf die Nähe fokussieren. Das regt den Augapfel an, in die Länge zu wachsen. Die direkte Folge ist Kurzsichtigkeit, berichtet die "Apotheken Umschau". Sie beginnt häufig in einem für das Auge sensiblen Alter von sechs bis zehn Jahren, und parallel zur Klassenstufe steigt der Anteil der Brillenträger.

Eine Studie an der Universität Mainz ergab: Während unter den Probanden ohne höhere Schulbildung 24 Prozent die Sehschwäche aufwiesen, waren es unter Abiturienten 35 Prozent. Mit jedem Schuljahr stieg die Rate. Bei Hochschulabsolventen war sogar mehr als jeder Zweite betroffen. Zu wenig Tageslicht scheint ein weiterer Faktor zu sein, der Kursichtigkeit fördert. Forscher in Taiwan konnten die Rate der Sehschwäche bei jenen Versuchsteilnehmern deutlich vermindern, die in den Schulpausen auf den Hof geschickt wurden.

Lesen, Schreiben und Rechnen - je früher man diese Grundlagen beherrscht, desto besser. Lesen hat aber auch Auswirkungen auf die Augen.

Wir lesen tagtäglich, was in der Welt passiert oder schreiben unseren Freunden kurze Nachrichten. Jeden Tag greifen wir zur Zeitung, zum Computer oder zum Smartphone. Das belastet unsere Augen und kann zu Kurzsichtigkeit führen, sagt Peter Kanzler, Chefredakteur der "Apotheken Umschau":

"Wissenschaftler gehen davon aus, dass es zwei Faktoren für Kurzsichtigkeit gibt: Vererbung und Umwelteinflüsse, wobei die Umwelt eine deutlich größere Rolle spielt als die Gene. Die jüngsten Forschungsergebnisse kommen zum Schluss, dass uns vor allem 'Naharbeit' kurzsichtig macht, zum Beispiel Zeitunglesen, am Bildschirm arbeiten oder am Tablet oder mit dem Smartphone spielen."

Das heißt, Bildung kann für die Augen zum Problem werden?

"Es ist leider Tatsache: Je höher die Schulbildung, desto größer ist die Gefahr, kurzsichtig zu werden. Jeder dritte Abiturient in Deutschland ist inzwischen kurzsichtig, ohne höhere Schulbildung nur jeder Vierte. Bei Hochschulabsolventen trägt mittlerweile jeder zweite eine Brille."

Wer Kurzsichtigkeit und andere Sehschäden vermeiden will, muss vorbeugen. Gerade Eltern können viel dafür tun, dass ihre Kinder gesunde Augen behalten:

"Tageslicht beispielsweise bremst die Kurzsichtigkeit aus. Schicken Sie die Kinder deshalb nach der Schule mindestens eine Stunde ins Freie, egal bei welchem Wetter. Halten Sie mindestens 30 Zentimeter Abstand zum Buch, zum Computer und zum Smartphone und lassen Sie den Blick vom Bildschirm öfter einmal in die Weite schweifen."

Lesen und Schreiben bleiben ein wertvolles Gut. Wer viel und intensiv Bücher, PC und Smartphone nutzt, sollte aber seinen Augen immer wieder eine Pause gönnen, rät die "Apotheken Umschau. Dann kann man das Risiko von Kurzsichtigkeit deutlich verringern.

Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau (ots)

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