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Liebe geht DOCH durch den Magen: Konfliktbewältigung mit Apfelmus

Archivmeldung vom 23.02.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.02.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Grafik: Herbert Jost-Hof
Grafik: Herbert Jost-Hof

Streitereien lassen sich in Beziehungen nicht verhindern. Und ist die Beziehung gut, dann wird sie dadurch nur gefestigt. Mit ein wenig Phantasie … und ein paar Kartoffeln … können man und frau am Ende schlichtweg jeden Ärger (verg)essen.

Eigentlich ist der Zusammenhang zwischen Beziehungen und Essen schon aus dem Gebrauch unserer Sprache abzulesen: Wir verlieben uns in Menschen, die wir 'lecker' finden und die unseren Appetit auf Gemeinsames, nicht zuletzt auf Sex, anregen … und wir beenden Beziehungen zu Menschen, wenn wir sie 'satt' haben, um dann erneut nach Liebe und Zuneigung zu hungern.

Das geht Dir durch den Kopf, während Du in der Küche stehst und Kartoffen raspelst. Ja, irgendwie ist die Verbindung wirklich naheliegend. Trotzdem bist Du davon überzeugt, dass das, was Ihr – dank Deiner Tante - in Eurer Beziehung praktiziert, etwas Besonderes ist. Zumindest hast Du noch nie von anderen Menschen etwas Ähnliches gehört … und die, denen Du davon erzählst, sind beeinduckt. Oder genervt.

Angefangen hat eigentlich alles in dem Moment, in dem Du seinerzeit Deiner Familie von der sich schnell in Richtung von etwas Ernsthaftem entwickelnden Beziehung zu Peter erzählt hast. Das war bei der letzten Geburtstagsfeier Deiner Großmutter gewesen und Eure Sippe hatte sich aus diesem Anlass wieder einmal zusammengerottet, um in diversen Durchgängen, nur unterbrochen von kurzen Pausen zum Luftholen und Weiterschnallen der Gürtel, unglaubliche Mengen an Speisen und Getränken zu vernichten.

Wissen sollten zwar nur Deine Eltern und Geschwister von der neuen Liebe, aber Eure Fanilie war im Bewahren von Geheimnissen immer so gut gewesen wie eine Kuh im Brustschwimmen, weshalb es Dich nicht wirklich verwundert hatte, irgendwann zwischen Kaffee und Torten von Deiner Tante Lisbeth angesprochen zu werden, die Dir nicht nur einen unangenehm dicken und feuchten Kuss aufdrückte und Dich mit tränenfeuchter Begeisterung überschüttete, sondern Dich auch mit einem guten Rat beglückte, wobei Dir bis heute weder klar ist, was Dir davon am meisten auf die Nerven gegangen war, noch was Dir diese enorme Ehre besonderer Aufmerksamkeit beschert hatte. Denn im Grunde hattest Du mit Deiner Tantte nie besonders innigen Kontakt gepflegt.

Was immer sie auch dazu getrieben haben mochte, sie hatte Dich in eine stille Ecke des Gartens Deiner Großmutter rangiert und Dir zunächst Folgendes mit auf den sich abzeichnenden Beziehungspfad gegeben: “Es ist wichtig, sich von Anfang an darüber klar zu sein, dass eine Beziehung nicht nur immer harmonisch sein kann. Daran denkt man nicht, wenn man frisch verliebt ist, ich weiß das. Heute weiß ich das. Aber ich habe auch zwei wirklich verkorkste Ehen gebraucht, um es zu verstehen und daraus Konsequenzen zu ziehen. Und wenn ich auch der Meinung bin, dass alle ihre Fehler selbst machen müssen, kann man vielleicht doch auch etwas von anderen lernen. Oder?”
Du hattest genickt und gehofft, es würde schnell an Dir vorübergehen, was immer sie auch noch zu sagen haben mochte.

“Man braucht Strategien”, hatte Deine Tante erklärt, “Spielregeln … das macht alles viel leichter. Merk' Dir das: Wenn Ihr Euch streitet, versucht alles zu klären – aber nie die Schuldfrage. Im Zweifelsfall gibt es gar keine Schuld, sondern nur Missverständnisse und unangemessene Reaktionen, die ja aber auch einen Grund haben.” Sie hatte es geschafft, bei diesen Worten schrecklich weise auszusehen und Dich damit dazu gebracht darüber nachzudenken, worin eigentlich die besondere Qualifikation Deiner Tante als psychologische Ratgeberin bestand – ohne Erfolg.

“Wenn es ernst ist mit Euch beiden, werde ich darauf zurückkommen und Du wirst sehen, was ich meine”, hatte sie geschlossen und Dich dann mit einem breiten Lächeln stehen gelassen.
Nach wenigen Tagen war diese Episode zunächst aus Deinem Gedächtnis verdrängt worden und erst etwa zwei Jahre später, am Rag nach Eurer Hochzeit, war sie Dir wieder eingefallen, als Du das Geschemk Deiner Tante ausgepackt hattest.

Es war ein rechtschaffen großer, aber vergleichsweise leichter Karton gewesen. In ihm hattest Du einen Blechbehälter gefunden, auf dem “Kartoffeln” gestanden hatte. Und in ihm waren zwei kleinere gewesen mit den Aufschriften “Sie” und “Er”. Dazu hatte es eine Karte gegeben mit einem mäßig geschmackvollen Motiv und darin eine Art Gebrauchsanweisung folgenden Wortlauts:

' Meine Liebe,

vielleicht erinnerst Du Dich noch an unser Gespräch in Mutters Garten, als wir von Peters Existenz erfahren haben. Und jetzt seid Ihr verheiratet. Noch einmal: Alles Gute!
Es ist also etwas Ernstes daraus geworden. Das freut mich. Und damit es so bleibt, habe ich Dir diese Behälter geschickt. Ich hoffe, Ihr mögt Kartoffeln. Denn Ihr werdet sie brauchen.

Die große Dose ist zur Aufbewahrung Eurer ständigen Kartoffelration gedacht. Die kleinen Dosen sind für Dich und Deinen Mann. Wann immer Ihr Streit habt, beendet ihn damit, dass die Person, die sich dafür verantwortlich fühlt, eine Kartoffel aus der großen Dose nimmt und in ihre tut, greiwillig und aus eigenem Antrieb. Meist werdet ihr das beide sein. Am Ende des Monats nehmt Ihr den Inhalt Eurer Dosen und kocht zusammen ein Essen, für das Ihr die Kartoffeln verbraucht. Damit soll dann auch aller Ärger ge- und vergessen sein.
Wenn Ihr feststellt, dass Eure Dosen zu klein sind für einen Monat, habt Ihr entweder beim Kauf der Kartoffen oder in Eurer Ehe etwas falsch gemacht.

Dein Onkel und ich praktizieren das seit wir uns kennen. Und es funktioniert. Weil es hilft, nachzudenken, sich zu seinem eigenen Anteil an Streitereien zu bekennen und vom Ärger loszulassen.

Alles Gute für Euch, viele glückliche Zeiten, viele gute Mahlzeiten und Einsichten!

Text von Herbert Jost-Hof

Passend zur Kolumne von Herbert Jost-Hof folgen hier nun zwei Rezepte, eines davon vegan.

Kartoffelpuffer

Zutaten für 10 Portionen
2 ½ kg Kartoffel(n), festkochende
1 Ei(er)
1 Zwiebel(n)
Salz und Pfeffer
Öl

Zubereitung
Die Kartoffeln schälen und dann schnell mit der kleinsten Reibe zu "Matsch" reiben, dann 1 Zwiebel dazu reiben und das Ei untermischen. Kräftig mit Pfeffer und Salz würzen und in reichlich Öl in einer heißen Pfanne von beiden Seiten braun und knusprig braten.

Kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen und sofort servieren.
Arbeitszeit: ca. 20 Min.

Kartoffelpuffer (vegan)

Zutaten für 2 Portionen
6 Kartoffel(n)
3 EL Mehl (Kichererbsenmehl)
Salz
Pfeffer, schwarz
Öl, zum Braten

Zubereitung
Kartoffeln schälen und fein reiben. Mit drei gehäuften EL Kichererbsenmehl vermischen und mit Salz und etwas schwarzem Pfeffer abschmecken.
Dann im heißen Öl immer portionsweise einen Esslöffel Kartoffelteig verteilen, glatt streichen und goldbraun von beiden Seiten ausbacken. Dann auf einen mit Küchenpapier ausgelegten Teller legen. So sind sie nachher nicht so ölig.
In einer 28er Pfanne brate ich 3 Stück gleichzeitig.
Arbeitszeit: ca. 15 Min.
Koch-/Backzeit: ca. 20 Min.

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