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Liebe geht DOCH durch den Magen: Auf die Unsterblichkeit

Archivmeldung vom 29.11.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.11.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Grafik: Herbert Jost-Hof
Grafik: Herbert Jost-Hof

Liebe geht durch den Magen … aber auch deren Gegenteil; und das ist nicht Hass, sondern Desinteresse und Gleichgültigkeit.

Es ist kalt, das stimmt. Zwar sicherlich nicht SO kalt, wie es Dir vorkommt, aber doch recht unangenehm. Daher ist es Dir nur recht, dass Katja nun in einem Anfall von schlechtem Gewissen vorschlägt, sich lieber in ein Café zurückzuziehen, um sich erst einmal ordentlich von innen aufzuwärmen. Du musst auch gar nicht lange überlegen, was Du dort zu Dir nehmen möchtest.

„Irish Coffee“, sagst Du zu der lächelnden, aber leicht gestresst wirkenden Bedienung, „und ein Stück von der schokoladigsten Torte, die sie zu bieten haben. Egal, was es ist. Hauptsache ordentlich viel Schokolade.“
„Irish Coffee ist GUT!“, bestätigt Katja begeistert Deine Wahl. „Für mich auch. Und ein Stück Baumkuchen. – Sie haben doch Baumkuchen?“
Die Bedienung nickt.
„Fein“, meint Deine Freundin aufgeräumt. „So machen wir’s.“
Die Bedienung geht.

„Ich liebe Baumkuchen. Da könnt‘ ich mich reinsetzen“, stellt Katja jetzt fest und beginnt in ihrer kleinen, sackartigen Tasche zu wühlen. Sie holt das Buch heraus, das Ihr gerade gekauft habt. „Ja, das ist genau richtig. Ich wusste, du würdest was finden“, damit drückt sie begeistert Deinen Arm.
Sie hatte Dich wieder einmal als Berater benötigt, um Weihnachtseinkäufe für ihre Lieben zu tätigen. Speziell etwas für ihren Sohn Sven zu finden, war schon immer für sie ein Problem gewesen. Dabei waren seine Interessen durchaus breit gefächert, aber nach Katjas Einschätzung waren sie „schräg“ – also nicht so wie ihre eignen, sondern so wie Deine, weshalb sich Dich immer wieder hinzuzog und jedes Mal dabei ein schlechtes Gewissen bekam. Gut für Dich, denn dieser Umstand bescherte Dir stets etwas Leckeres zu Essen oder zu Trinken. So wie jetzt.

Katja blättert in dem Buch für ihren Sohn. Nicht, dass sie wirklich an Architektur interessiert wäre, erst recht nicht an Frank Lloyd Wright, aber es gibt doch eine ganze Reihe von schönen Bildern dort zu betrachten. Du siehst ihr dabei zu.

Katja … Sie ist etwas jünger als Du, noch auf der anderen Seite der Fünfzig, aber dicht davor. Ein- oder zweimal im Jahr trefft Ihr Euch, meist Ende November oder im Dezember, wenn sie eben wieder einmal Einkaufsberatung sucht. Zwischendurch telefoniert ihr und schreibt einander gelegentlich.
Es ist erstaunlich, dass diese Freundschaft schon über vierzig Jahre lang gehalten hat. Damals, als Eure Familien Nachbarn gewesen waren, hattest Du sie immer beneidet. Sie war ein Einzelkind gewesen, während Du Geschwister hattest, also musstest Du alles teilen und sie hatte immer alles für sich selbst gehabt. Und ihre Eltern hatten nicht gespart mit Schokolade und Süßigkeiten und Gummibärchen und Chips und allem, was Kinder gern in sich hineinstopfen.

Aber es hatte nicht sehr lange gedauert, bis Du verstanden hattest, dass es ihnen nur darum ging, sich ihrer Tochter zu entledigen, ihr den Mund zu stopfen, sie ruhig zu stellen und sie zu entschädigen für das, was sie ihr nicht geben konnten oder wollten: Aufmerksamkeit, Wärme, Liebe.

Ja, Liebe geht durch den Magen, aber die Abwesenheit von Liebe oft genug ebenso. Wer einmal gelernt hat, Essen als Ersatz für Gefühle zu akzeptieren, der wird immer wieder darauf zurückkommen.
Katja jedenfalls hatte es getan. Dem ersten Liebeskummer war ein Fressrausch gefolgt und es war deutlich gewesen, was das zu bedeuten gehabt hatte: Der Versuch, sich gleichzeitig einen physischen Schutz zuzulegen und die eigene Attraktivität zu sabotieren, um in Zukunft gar nicht mehr erst in die Gefahr zu geraten, wieder eine solche Enttäuschung zu erleben.

Je älter sie wurde, desto bedrohlichere Ausmaße nahm dieses Verhalten an – und damit auch sie selbst. Aber niemand würde ihr das heute noch ansehen. Sie hatte es geschafft, sich von alldem zu befreien, nicht ganz aus eigenen Stücken. Doch das spielt keine Rolle.

Eure Bestellung wird serviert.
„Das“, sagt Katja, während sie das Buch zuklappt und beiseite legt, mit Blick auf den Teller, der vor Dir platziert wird, „ist wirklich ERNSTHAFTE Schokoladentorte. Guten Appetit!“
„Danke“, antwortest Du und einem spontanen Impuls folgend, beugst Du Dich zu ihr hinüber und nimmst sie in den Arm, um sie kräftig zu drücken.
„Was ist?“ will sie wissen, etwas verunsichert.
„Ich habe nur gerade festgestellt“, erklärst Du ihr, „dass ich sehr stolz auf dich bin. – Und es wird dich freuen zu hören, dass ich dich einlade …“
Sie will protestieren, doch Du unterbrichst den Versuch mit erhobener Hand.
„Nein, das hat seine Richtigkeit. Du hast mich nämlich gerade inspiriert, zu einer Geschichte für meine Kolumne.“
„Oh“, Deine Freundin scheint davon sehr angetan. „Heißt das, ich werde berühmt?“
„‘Berühmt ‚ dürfte untertrieben sein. Du wirst unsterblich.“
„Dann“, und damit hebt sie ihre Tasse mit dem Irish Coffee, „auf die Unsterblichkeit!“
„Auf die Unsterblichkeit“, wiederholst Du und fügst hinzu: „Du hast sie wirklich und ehrlich verdient.“

Text von Herbert Jost-Hof

Passend zur Kolumne von Herbert Jost-Hof folgen hier nun zwei Rezepte.

Irish Coffee

Rezept für 1 Portion
Zutaten:

1 EL Rohrohrzucker
2 EL Whisky, irisch
1 Tasse Kaffee, stark
Sahne, geschlagen

Zubereitung:

Den Rohrohrzucker in ein Irish-Coffee-Glas geben. Whisky dazu. Zu 3/4 mit Kaffee auffüllen und umrühren, sodass der Rohrohrzucker sich auflöst. Danach geschlagene Sahne oben drauf.
Es gibt spezielle Irish-Coffee-Röhrchenlöffel, geht aber auch ohne. Rohrohrzucker ist nur eine Vorgabe, nach Geschmack variieren.

Arbeitszeit: ca. 5 Min.

Baumkuchen

Rezept für 1 Portion
Zutaten:

250 g Butter, weiche
250 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
6 Eier, getrennt
150 g Mehl
100 g Speisestärke
3 TL Backpulver
100 g Marzipan
etwas Bittermandelöl
3 EL Amaretto oder Milch
200 g Kuvertüre, zartbitter

Zubereitung:

Die Eiweiße sehr steif schlagen und bis zur Verwendung kaltstellen. Die weiche Butter mit Zucker und Vanillezucker schön schaumig rühren, die Eigelbe einzeln unterrühren, einige Tropfen Bittermandelöl dazugeben.

Das Marzipan in kleine Stücke schneiden, mit 3 EL Amaretto zu einer geschmeidigen Masse rühren und in die Butter-Ei-Masse geben. Das Mehl mit Speisestärke und Backpulver mischen und in die Masse sieben und gut verrühren. Vorsichtig den Eischnee unterheben.

Nun 3 EL der Masse in eine Springform mit Rohrboden geben und mit einem Backpinsel glatt streichen. Auf der untersten Schiene in den auf 175°C (kleine Grillstufe) vorgeheizten Backofen geben und ca. 3 - 4 min. backen, sodass eine schöne braune Oberfläche entsteht.

Man muss den Ofen gut im Auge behalten, damit die Oberfläche nicht verbrennt. Mit dem Rest des Teiges so weiter verfahren, bis der Teig alle ist. Immer schön vorsichtig mit dem Pinsel verstreichen, da sich sonst die schöne braune Oberfläche löst.

Wenn der Kuchen fertig ist, gut auskühlen lassen und mit geschmolzener Kuvertüre überziehen.

Arbeitszeit: ca. 2  Std.

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Kolumne „Liebe geht DOCH durch den Magen“,
alles verändert sich, so ist das Leben. Menschen kommen und gehen, Dinge entwickeln sich – und nichts ist im digitalen Zeitalter so schnell in seiner Entwicklung wie die Kommunikationsmedien.
Unsere Kolumne wird in der bisherigen Form zum Ende des Jahres 2014 eingestellt. Aber die Liebe wird auch weiterhin durch den Magen gehen, wenn auch in anderer Gestalt: Wir planen eine interaktive live Spiel-Talk-Kochshow und bitten Sie dabei um Unterstützung auf der Suche nach geeignete Lokalitäten. Wenn Sie ein Lieblingslokal haben mit toller Küche (oder vielleicht selbst Gastronomin oder Gastronom sind), zu dem ein neues und ganz anderes Format gut passen würde, dann melden Sie sich bitte bei uns. Wir freuen uns auf Ihre Ideen!

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