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Nutri-Score benachteiligt Bio - BNN startet Kampagne im Naturkostfachhandel

Archivmeldung vom 22.04.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.04.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Lebensmittelbewertung gemäß Nutri-Score: Cola light vs. Bio-Apfelsaft Bild: Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. Fotograf: Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V.
Lebensmittelbewertung gemäß Nutri-Score: Cola light vs. Bio-Apfelsaft Bild: Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. Fotograf: Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V.

Der in Deutschland auf freiwilliger Basis eingeführte Nutri-Score soll Verbraucher*innen die Lebensmittelauswahl erleichtern und bei einer gesünderen Ernährung unterstützen. Doch wichtige Faktoren einer gesunden Ernährung, wie z. B. der Verarbeitungsgrad oder Zusatz- und Ersatzstoffe, werden hierbei nicht berücksichtigt. Dadurch benachteiligt der Nutri-Score Bio-Lebensmittel erheblich.

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. startet jetzt in den Bio-Läden eine Verbraucherkampagne, um Kunden aufzuklären. "Der Nutri-Score kann Verbraucher in die Irre führen. Daher hat der BNN eine Informationskampagne für den Bio-Fachhandel entwickelt. Das Kampagnenmaterial für den Point-of-Sale umfasst einen Informationsflyer, der verbrauchergerechte Hintergrundinformationen liefert und drei Plakatmotive. Anhand von konkreten Produktbeispielen werden die Kritikpunkte der Bio-Branche am Nutri-Score dargestellt und erklärt. Ergänzt werden die Print-Materialien durch digitale Formate für die verschiedenen Social-Media-Kanäle, unter anderem digitale Share-Pics und kurze Videos", kommentiert Hans F. Kaufmann, Leiter Kommunikation beim BNN, den Kampagnenstart.

Der Nutri-Score wird von Hersteller des Naturkostfachhandels bisher kaum genutzt. Denn Bio-Lebensmittel werden durch den Nutri-Score benachteiligt. Hochwertige Inhaltsstoffe wie mehrfach ungesättigte Fettsäuren, ein hoher Ballaststoffgehalt und sekundäre Pflanzenstoffe werden in der Bewertung bestimmter Produktgruppen gar nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt, obwohl sie ein ganz wesentlicher Bestandteil gesunder und ausgewogener Ernährung sind.

Im Gegensatz zu konventionell produzierten Lebensmitteln, die beispielsweise Zuckerersatzstoffe enthalten können, die vom Nutri-Score nicht erfasst werden, wird bei der Herstellung von Bio-Lebensmitteln weitestgehend auf synthetische Ersatzstoffe verzichtet. Bei Bio-Lebensmitteln ist dies durch die EU-Öko-Verordnung reguliert. Diese lässt nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl von Ersatzstoffen zu. Bio-Hersteller können und wollen ihre Produkte nicht in vergleichbarer Weise schönen.

Erste, bislang unveröffentlichte, Umfragen zur Wirkung des Nutri-Scores auf Bio-Kunden haben gezeigt, dass das Fehlen des Nutri-Scores Einfluss auf die Kaufentscheidung hat. "Der Erwartungsdruck auf die Bio-Branche wird steigen, allein dadurch, dass die großen konventionellen Lebensmittelherstellern und -händlern den Nutri-Score verstärkt nutzen. Doch in seiner aktuellen Form bietet der Nutri-Score keine ausreichende Orientierung für eine gesunde Ernährung. Aus Sicht der Bio-Branche muss der Nutri-Score-Algorithmus daher überarbeitet werden, um Verbraucher eine echte Chance für eine gesundheitsbewusste Kaufentscheidung zu ermöglichen. Dafür setzen wir uns auf allen politischen Ebenen ein", kommentiert Kathrin Jäckel, BNN-Geschäftsführerin.

Quelle: Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. (ots)

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