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foodwatch: Versteckte Gentechnik

Archivmeldung vom 09.01.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.01.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Genetisch veränderte Pflanzen und Tiere: Erzeugen vermutlich genetisch veränderte Menschen (Symbolbild)
Genetisch veränderte Pflanzen und Tiere: Erzeugen vermutlich genetisch veränderte Menschen (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Die überwältigende Mehrheit der Menschen in Deutschland und Europa lehnt Gentechnik im Essen ab. Dafür gibt es gute Gründe: Niemand weiß, was diese Technologie langfristig bewirkt. Das werden erst unsere Kinder und Kindeskinder erfahren. Welche Folgen die Eingriffe ins Erbgut von Nahrungsmittelpflanzen haben, ließe sich nur in Langzeitstudien klären – und genau die fehlen bis heute.

Doch die großen Gentechnik-Konzerne fahren Jahr für Jahr Milliardengewinne ein. Mit anderen Worten: Bayer/Monsanto & Co. verdienen prächtig, aber die Natur ist ihr Versuchslabor! Dem Gesetzgeber scheint das allerdings völlig egal zu sein. Seit Jahren wandern gentechnisch veränderte Pflanzen zu abertausenden von Tonnen in die Futtertröge Europas, ohne dass die Verbraucherinnen und Verbraucher davon beim Einkaufen erfahren.

Nun meldeten belgische Behörden, dass sogar nicht zugelassene, gentechnisch veränderte und vermutlich, antibiotikaresistente Bakterien in einem aus China importierten Vitamin B2- Futterzusatz in Tiernahrung gelangten und an Millionen Schweine und Rinder verfüttert wurden. Wenn sich das bestätigt, kämen in diesem Fall gleich zwei Übel zusammen: Die Bakterien wären sowohl gentechnisch verändert als auch gegen Antibiotika resistent. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) warnt vor einem Risiko für „die Zieltierart, die Verbraucher, die Verwender und die Umwelt“. Leider konnten wir bis zur Stunde nicht in Erfahrung bringen, in welchem Umfang diese Bakterien auch in Deutschland in das Tierfutter gelangt sind. Das Unglaublichste aber ist: Obwohl die Behörden immer noch immer keine genaue Kenntnis über das Ausmaß der Verunreinigung des Futters erlangt haben, darf es weiter verfüttert werden – und zwar bis April 2019! Wir halten das für einen ungeheuerlichen Vorgang. 

Aber natürlich ist es nicht damit getan, dass dieses spezielle, kontaminierte Futter aus dem Verkehr gezogen wird. Denn das würde nichts daran ändern, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin, unwissentlich Zwangsunterstützer von Agrar-Gentechnik sind! Das tun wir nämlich, weil tierische Produkte wie Milch, Joghurt oder Eier, die von Tieren stammen, die mit gentechnisch veränderten Futterpflanzen ernährt wurden, nicht gekennzeichnet werden müssen. Aber gerade für diese Produkte wird Agrar-Gentechnik genutzt! Etwa 80 Prozent der gentechnisch veränderten Pflanzen werden an „Nutztiere“ verfüttert. Für uns als Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das konkret: Die tierischen Produkte, die wir im konventionellen Handel erwerben, stammen in der Regel von Tieren, an die auch genveränderte Futtermittel verfüttert wurde. Aber das steht auf keiner Lebensmittelverpackung drauf – das muss sich ändern! 

Wir kämpfen seit Jahren dafür, dass diese Kennzeichnungslücke endlich geschlossen wird. Knapp 160.000 Verbraucher und Verbraucherinnen haben – gemeinsam mit foodwatch – McDonald’s dazu aufgefordert, Burger mit Gentechnik entweder zu kennzeichnen oder sie gleich ganz ohne Gentechnik herzustellen. Mehr als 350.000 Unterzeichner und Unterzeichnerinnen haben sich mit der Forderung, endlich den Verbraucherwillen zu akzeptieren und für die entsprechende Kennzeichnung zu sorgen, an die EU-Kommission gewandt.

Es ist eine Ungeheuerlichkeit, dass uns Produkte von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden, untergeschoben werden. Wahrscheinlich hat JEDE und JEDER, der diesen Newsletter liest, zumindest in seiner Vergangenheit solche Produkte gegessen oder nimmt sie gegenwärtig immer noch zu sich. Denn alle, die schon mal konventionellen Joghurt, Milch, Eier oder Fleisch gegessen haben, sind potenziell davon betroffen. Wir finden, dass es nicht länger hinnehmbar ist, dass solche Produkte nicht mal gekennzeichnet werden. Dazu kommt: Es gibt keinen zwingenden Grund für den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft, denn es gibt genügend gentechnisch unverändertes Viehfutter auf dem Markt. 

In jedem Fall müssen wir endlich die lückenlose Kennzeichnung von Agrar-Gentechnik  erreichen. Es geht nicht anders: Wir müssen den Druck auf die Politik weiter erhöhen. Bitte helfen Sie uns dabei und werden Sie Förderin/Förderer von foodwatch.

Quelle: Foodwatch

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