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Mineralöl in Lebensmitteln: Lebensmittelwirtschaft nimmt Problematik sehr ernst

Archivmeldung vom 10.12.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.12.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Bild: Henrik G. Vogel  / pixelio.de
Bild: Henrik G. Vogel / pixelio.de

Die deutsche Lebensmittelwirtschaft nimmt die Problematik der Einträge unerwünschter Mineralölkohlenwasserstoffe in Lebensmitteln sehr ernst und hat deshalb bereits vor einigen Jahren unterschiedliche Initiativen gestartet (z. B. die "Orientierungswerte für Mineralölkohlenwasserstoffe" und die "Toolbox zur Vermeidung unerwünschter Mineralölkohlenwasserstoffe in Lebensmitteln"), um zur Reduzierung des Eintrags und des Auftretens von MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) und MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) das Machbare beizutragen.

Viele bereits getroffene Maßnahmen zeigen objektiv messbare Erfolge, wofür u. a. die Untersuchungen in verschiedenen Produkttests angeführt werden können. Einzelne Messergebnisse sind bezüglich der Analytik und Eintragsquellen zu überprüfen. Generell ist jedoch unter Zugrundelegung üblicher Verzehrsgewohnheiten kein akutes Lebensmittelsicherheitsproblem gegeben.

Orientierungswerte für Mineralölkohlenwasserstoffe in Lebensmitteln

Der Lebensmittelverband Deutschland arbeitet seit 2017 eng mit Vertretern der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV) und der Arbeitsgruppe Lebensmittel- und Bedarfsgegenstände, Wein und Kosmetika (ALB) zusammen, um quellenunabhängig aber produktkategoriespezifisch über erwartbare Gehalte an MOSH und MOAH zu informieren und damit Minimierungsansätze in den sehr unterschiedlichen Prozessen zielorientiert zu unterstützen. Das in besonderer Zusammenarbeit zwischen Überwachung und Wirtschaft realisierte Projekt fußt bis heute auf über 13.500 Einzeldaten aus unterschiedlichen Lebensmittelkategorien, die zusammengeführt und ausgewertet wurden. Die Daten stammen aus freiwilligen Eigenkontrollen sowie aus Untersuchungen der amtlichen Lebensmittelüberwachung und sind in der Aussagekraft einem nationalen Monitorring vergleichbar. Aus diesen Daten wurden nach statistischen Grundsätzen die "Orientierungswerte für Mineralölkohlenwasserstoffe" abgeleitet. Es wird damit ein aktueller Stand der Guten Herstellerpraxis beschrieben, mit Berücksichtigung der Erkenntnisse über Eintragsquellen.

Toolbox zur Vermeidung von Einträgen unerwünschter Mineralölkohlenwasserstoffe in Lebensmittel

Ebenfalls 2017 hat der Lebensmittelverband Deutschland mit Unterstützung von Experten und Expertinnen aus dem Mitgliedskreis und des Lebensmittelchemischen Instituts (LCI) des Bundesverbands der Süßwarenindustrie eine sogenannte "Toolbox zur Vermeidung von Einträgen unerwünschter Mineralölkohlenwasserstoffe in Lebensmittel" erarbeitet und mit Stand Dezember 2017 veröffentlicht. Das 34-seitige Dokument fasst den Sachstand zum potenziellen Vorkommen von MOSH/MOAH und MOSH-analogen Substanzen, zu deren komplexen Eintragswegen in Lebensmittel sowie zur Analysen- und Beurteilungssituation zusammen. Tabellarisch sind die verschiedenen denkbaren und auch die unvermeidbaren Eintragspfade entlang der Lebensmittel-Prozessketten durch Migration, Kontamination und den Einsatz von Lebensmittelzusatz- und Prozesshilfsstoffen aufgelistet. Ziel des Lebensmittelverbands ist es, Unternehmen ein Instrumentarium an die Hand zu geben, um eigenverantwortlich angemessene Maßnahmen zu prüfen.

Quelle: Lebensmittelverband Deutschland e. V. (ots)

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