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Stiftung Menschen für Menschen: Warum regenerativer Anbau der einzige Weg aus der Kaffeekrise ist

Freigeschaltet am 29.08.2025 um 11:21 durch Sanjo Babić
Im Projektgebiet Dano in Äthiopien ziehen Mitarbeitende der Stiftung Menschen für Menschen Kaffeepflanzen in einer Baumschule heran.  Bild: Stiftung Menschen für Menschen Fotograf: Rainer Kwiotek
Im Projektgebiet Dano in Äthiopien ziehen Mitarbeitende der Stiftung Menschen für Menschen Kaffeepflanzen in einer Baumschule heran. Bild: Stiftung Menschen für Menschen Fotograf: Rainer Kwiotek

Kaffee steckt in der Krise: Er wird immer knapper und teurer. Die globale Nachfrage steigt, gleichzeitig sinken die Ernteerträge. Dürren, Wetterextreme und ausgelaugte Böden - Folgen des Klimawandels - setzen den Kaffeepflanzen weltweit zu. Hinzu kommt, dass Monokulturen die Vielfalt und Widerstandsfähigkeit der Pflanzen verringern.

Die Folge: Eine der beliebtesten Konsumgüter der Welt wird immer mehr zur Mangelware. Aus Sicht der Stiftung Menschen für Menschen (MFM), die nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit in Äthiopien leistet, braucht es einen grundlegenden Wandel im Kaffeeanbau.

"Der Kaffeemarkt ist eines der sichtbarsten Beispiele für die wirtschaftlichen Folgen des Nichtstuns im Kampf gegen den Klimawandel und Biodiversitätsverlust", erklärt Dr. Sebastian Brandis, Vorstandssprecher der Stiftung Menschen für Menschen. "Wenn wir nicht schnell umsteuern, werden die Folgen nicht nur die Produzentinnen und Produzenten im globalen Süden treffen, sondern auch uns hier in Europa. Am Ende geht es darum, ob es auch in Zukunft noch bezahlbaren Kaffee gibt."

Die Lösung liegt nach Einschätzung der Stiftung in regenerativen Anbaumethoden. Im Zentrum steht die Agroforstwirtschaft. Kaffee wächst dabei nicht in Monokulturen, sondern gemeinsam mit Schattenbäumen, Obst, Gemüse und Gewürzen. Die Pflanzen werden so gewählt, dass sie das lokale Ökosystem stärken und den Boden verbessern.

"Regenerativer Kaffeeanbau stärkt Böden, Biodiversität und Klimaresilienz - und sichert damit langfristig das Einkommen der lokalen Bäuerinnen und Bauern", so Dr. Brandis. "In Äthiopien, dem Ursprungsland des Kaffees, ist dieser Ansatz besonders geeignet, da es kaum großflächige Plantagen gibt, sondern vor allem kleinstrukturierte Landwirtschaft. Fällt eine Kultur aus, sorgen andere weiterhin für Erträge. Das ist ein entscheidender Vorteil in Zeiten des Klimawandels."

Menschen für Menschen unterstützt Kaffeebauern in Äthiopien

Die Stiftung Menschen für Menschen begleitet Kaffeebäuerinnen und -bauern in 13 Projektregionen in Äthiopien bei der Umstellung auf regenerativen Kaffeeanbau. Dazu gehören praxisnahe Schulungen, Materialien und klimaresiliente Setzlinge aus eigenen Baumschulen. Rund 25.000 Bäuerinnen und Bauern setzen diese Form des Kaffeeanbaus bereits erfolgreich um. Die Ergebnisse zeigen: Die Produktivität kann durch bessere Pflege, Lagerung und Mischkulturen innerhalb kurzer Zeit verdoppelt oder sogar verdreifacht werden.

"Kaffee ist in Äthiopien nicht nur Exportgut, sondern tief im Alltag verwurzelt. Rund zwei Drittel des Anbaus bleiben im Land. Für viele Familien ist Kaffee der erste Schritt aus der reinen Selbstversorgung hin zu einem regelmäßigen Einkommen und mehr Ernährungssicherheit", erläutert Dr. Brandis. "Die Stabilisierung der Erträge ist deshalb nicht nur eine Frage von Export und Weltmarktpreisen, sondern auch von sozialer Entwicklung und Zukunftschancen."

Auch für deutsche Verbraucher relevant

Regenerativer Kaffeeanbau betrifft jedoch nicht nur die Bäuerinnen und Bauern vor Ort. Dr. Brandis betont: "Kaffee ist eine extrem klimaempfindliche Pflanze. Der Klimawandel verändert die Bedingungen, die für gute Kaffeequalität entscheidend sind: bestimmte Höhenlagen, passende Böden und Wasser zum richtigen Zeitpunkt. Die Investition in regenerativen Kaffeeanbau ist daher eine Art Versicherung für die Zukunft - sowohl für Produzentinnen und Produzenten als auch für die Konsumentinnen und Konsumenten."

Quelle: Stiftung Menschen für Menschen (ots)

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