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Transparenz bei Fleisch-Kontrollen: foodwatch und FragDenStaat starten Mitmach-Plattform gegen Geheimniskrämerei in Lebensmittelbehörden

Archivmeldung vom 14.12.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.12.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: "obs/foodwatch e.V."
Bild: "obs/foodwatch e.V."

Die Verbraucherorganisation foodwatch und die Transparenz-Initiative FragDenStaat haben eine Online-Plattform für mehr Transparenz in der Fleischbranche gestartet. Auf "Topf Secret - Mission Fleisch" www.t1p.de/mission-fleisch können Bürgerinnen und Bürger erstmals die Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelkontrollen in allen Fleisch- und Wurstbetrieben Deutschlands abfragen - vom Metzger nebenan bis zu Betrieben der großen Fleischkonzerne.

Bisher machen die Behörden nur in Ausnahmefällen öffentlich, wie es um die Sauberkeit der Fleischbetriebe bestellt ist. Dabei kann mangelnde Hygiene fatale Folgen für die Gesundheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern haben. Das hat der Listerien-Ausbruch beim Wursthersteller Wilke gezeigt, mit dem mindestens drei Todesfälle und dutzende Erkrankungen in Verbindung gebracht werden.

"Mit 'Mission Fleisch' wollen wir Licht ins Dunkel der Fleisch- und Wurstbetriebe bringen", erklärte Arne Semsrott von FragDenStaat. "Immer wieder kommt es zu Hygiene-Skandalen, doch die Ergebnisse der amtlichen Kontrollen bleiben in der Regel geheim. Mit unserer Plattform können Bürgerinnen und Bürger die Kontrollergebnisse gezielt abfragen und die Fleischbranche so transparent wie möglich machen."

Seit 2019 gibt es auf der Plattform "Topf Secret" die Möglichkeit, die Ergebnisse von amtlichen Lebensmittelkontrollen in Restaurants, Bäckereien und anderen Lebensmittelunternehmen abzufragen. Doch Fleischbetriebe waren bisher nur sehr unvollständig auf der Plattform abgebildet. Bei "Mission Fleisch" (www.t1p.de/mission-fleisch) können Nutzerinnen und Nutzer jetzt anhand der Betriebsnummer, die sich auf jedem verpackten Fleischprodukt findet, eine Anfrage zu dem konkreten Herstellungsbetrieb stellen. Wer keine Fleisch- oder Wurstverpackung zur Hand hat, kann alternativ per Klick auf einer Straßenkarte jeden beliebigen Fleischbetrieb aussuchen. Über einen Filter ist es zudem möglich, die Betriebe von großen Fleischkonzernen wie Tönnies, Westfleisch oder Wiesenhof zu finden. Die Plattform erkennt automatisch, welche Behörde für welchen Betrieb zuständig ist und übermittelt den Antrag direkt dorthin. Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten die Kontrollergebnisse allerdings erst nach mehreren Wochen. Im Anschluss können sie die Ergebnisse auf der Plattform hochladen. Die gesetzliche Grundlage ist das

Verbraucherinformationsgesetz (VIG), die Behörden sind zur Auskunft verpflichtet.foodwatch und FragDenStaat fordern die konsequente Veröffentlichung aller Kontrollergebnisse von Lebensmittelbetrieben. "Erfahrungen aus Dänemark, Wales oder auch Norwegen zeigen: Transparenz über die Ergebnisse der Kontrollen führt zu weniger Beanstandungen und verbesserter Hygiene. Seit Jahren streiten Bund und Länder darüber, ob und wie mehr Transparenz geschaffen werden kann - ohne Ergebnis. Das spielt den Ekel-Betrieben in die Hände und schadet den sauber arbeitenden Qualitätsunternehmen", erklärte Rauna Bindewald von foodwatch.

Vorbild ist zum Beispiel das Nachbarland Dänemark: Dort erfahren Verbraucherinnen und Verbraucher im Internet und direkt an der Ladentür sowie in einer Online-Datenbank anhand von Smiley-Symbolen, wie es um die Sauberkeit in den Betrieben bestellt ist. Nach Einführung des Transparenz-Systems hat sich die Quote der Beanstandungen halbiert, von 30 auf rund 15 Prozent. Auch in Wales oder Norwegen konnten die Beanstandungsquoten nach Einführung vergleichbarer Transparenzsysteme deutlich verringert werden.

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Quelle: foodwatch e.V. (ots)

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