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200 Millionen Schoko-Osterhasen werden jedes Jahr produziert. Doch woher kommen sie eigentlich?

Archivmeldung vom 11.04.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.04.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Rudolpho Duba / pixelio.de
Bild: Rudolpho Duba / pixelio.de

Bis Saisonware bei uns in den Regalen der Supermärkte landet, wird sie manchmal um die halbe Welt geschifft. Wie die Lieferkette von Schoko-Osterhasen aussieht, erklärt der Logistik- und Handel-Experte der Hochschule Fresenius, Professor Dr. Heinz Walterscheid.

Bald ist Ostern. Doch schon kurz nach der Weihnachtszeit steht er in den Regalen der Supermarktketten: Der Schoko-Osterhase. Für diese reibungslose Lieferkette sorgen im Hintergrund Logistiker und Handelsunternehmen.

FRAGE: Herr Professor Walterscheid, welche Wege legt ein Schoko-Osterhase gewöhnlich zurück, bevor er bei uns im Supermarkt steht?

ANTWORT: Der überwiegende Teil der in Deutschland angebotenen Schoko-Osterhasen wird in Deutschland selbst produziert, z.B. von Lindt in Aachen und von der Firma Rübezahl in Dettingen. Das letztgenannte Unternehmen produziert alleine jährlich etwa 25 Millionen der insgesamt rund 200 Millionen produzierten Schoko-Osterhasen in Deutschland und versorgt damit zahlreiche Discounter und Supermarktketten. Allerdings werden nicht alle 200 Millionen Schoko-Osterhasen auch in Deutschland konsumiert: Etwa 90 Millionen werden jährlich exportiert.

FRAGE: Dann hat unser Schoko-Osterhase also nur einen relativ kurzen Weg zu uns zurückzulegen?

ANTWORT: Der fertig produzierte Schoko-Osterhase ja. Betrachtet man aber die Bestandteile eines Hasen mit etwa 30 Prozent Kakao, Kakaobutter und vor allem auch Zucker und Vollmilchpulver, so ergeben sich hier sehr lange Wege. Der größte Teil des Kakaos kommt per Seeschiff aus Afrika nach Deutschland. Die drei wichtigsten Kakaoanbauländer sind die Elfenbeinküste, Ghana und Nigeria, wo der Kakao auf Plantagen angebaut und die geernteten Kakaobohnen fermentiert, getrocknet und in Säcke verpackt werden. Die Kakaobohnen werden dann entweder noch im Anbauland oder erst nach dem Export in Deutschland zu Kakaomasse weiterverarbeitet. So haben viele unserer Schoko-Osterhasen auch einen afrikanischen Hintergrund.

FRAGE: Heute möchten viele Konsumenten nachhaltige Produkte kaufen, also auch fair produzierte und gehandelte Schoko-Osterhasen. Wie kann man sich hier als Verbraucher orientieren?

ANTWORT: Viele Handelsunternehmen und Hersteller haben auf den Trend reagiert und bieten nun vermehrt sozial nachhaltig zertifizierte Schoko-Osterhasen an. Die beiden wichtigsten Siegel, an denen man sich orientieren kann, sind "Fairtrade Cocoa Program" und "UTZ Certified Kakao". Wie die Namen zeigen, handelt es sich jeweils bei dem für die Schoko-Osterhasen verwendeten Kakao um sozial nachhaltig produzierten und gehandelten Kakao. Diese Schoko-Osterhasen sind dadurch zwar meist etwas teurer, aber viele Konsumenten sind bereit, für nachhaltige Produkte einen Aufpreis zu bezahlen.

FRAGE: Häufig wird vermutet, dass der Schoko-Osterhase eigentlich der neu eingekleidete Schoko-Weihnachtsmann ist. Ist da etwas Wahres dran?

ANTWORT: Nein. Die Schoko-Osterhasen werden immer aus frisch hergestellter Schokoladenmasse produziert.

FRAGE: Und was passiert mit den Schoko-Osterhasen, die zu Ostern nicht in den Supermärkten verkauft werden?

ANTWORT: Diese werden nicht wieder eingelagert, sondern zum Teil an Tafeln und andere gemeinnützige Organisationen verschenkt oder stark vergünstigt abgegeben.

Quelle: Hochschule Fresenius (idw)

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