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Computer-Weihnachtsgeschäft boomt: Fünf große Mythen beim Kauf von Laptop & Co

Archivmeldung vom 03.12.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.12.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Laptop mit SSD als Weihnachtsgeschenk. Bild: Attingo
Laptop mit SSD als Weihnachtsgeschenk. Bild: Attingo

Das Weihnachtsgeschäft mit Laptops, Tabletts, Festplatten, PCs und Co boomt auch heuer. "Im November und Dezember geben sowohl Private als auch Betriebe doppelt so viel für Hardware aus, wie in den übrigen Monaten", berichtet Ulrich Fuchs, Bundesobmann der österreichischen Computerhändler. Insgesamt sollte der Weihnachtsumsatz 2012 im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent zulegen und mehr als 410.000 verkaufte Stück mit einem Nettowert von 184 Mio. Euro erreichen, schätzt der Verband.

Allerdings stehen die Käufer alle Jahre wieder vor der Qual der Wahl: Welche Marke, Qualität und Preis verspricht die längste Lebensdauer mit den wenigsten Problemen? Hier regieren weit verbreitete Irrtümer das Königreich des Konsums. Dazu gehören: "Teure Festplatten halten länger" oder "Laptops mit SSD sind ausfallsicherer". Der Datenrettungsspezialist Attingo aus Wien beschreibt fünf häufige Irrtümer beim Kauf von Hardware - und zeigt hilfreiche Überlegungen für Konsumenten und Unternehmen auf.

Mythos 1: teure Festplatten

Qualität hat ihren Preis - die gängige Meinung über Kosten und Lebensdauer lässt sich bei Festplatten nicht bestätigen. Teilweise besitzen teure Exemplare dieselbe Fehleranfälligkeit, wie günstige. So gehört die Datenrettung auch von hochwertigen Festplatten zum Tagesgeschäft von Attingo. "Die entscheidenden Faktoren sind jene, die der Konsument am wenigsten durchschauen kann - Produktionsmängel einer Charge oder Fehler bei Transport und Lagerung. Kälte, Hitze und Erschütterungen können generell zu Materialschwächen führen", erklärt Attingo-Geschäftsführer Nicolas Ehrschwendner.

Mythos 2: ausfallsichere SSD

Fallende Preise bei SSDs sind zu Weihnachten verlockend. Doch auch hier gilt: ausfallsicherer als herkömmliche Festplatten (HDD) sind Solid State Drives nicht. Richtig ist, dass SSDs robust gegen Erschütterungen, Hitze und Kälte sind. Aber der Teufel steckt im Detail - in den Kinderkrankheiten dieser noch jungen Technologie: "Immer wieder behandeln wir im Reinraumlabor SSDs mit defekten Controllern oder Speicherbausteinen", betont Ehrschwendner. Für den Kunden ist das doppelt verhängnisvoll, da die Datenrettung einerseits in den meisten Fällen viel aufwendiger ist als bei HDDs. Zum anderen werden neuere SSD-Modelle von den Herstellern oft mit einer automatischen Verschlüsselung versehen, von der die Anwender meist nichts mitbekommen. Die Entschlüsselung funktioniert bei intakten Datenträgern unbemerkt. Kommt es allerdings zu Defekten wird die Rekonstruktion von Daten einer ausgebauten SSD manchmal unmöglich.

Mythos 3: lange Garantie

Als Weihnachtsgeschenk greift man gerne zu Produkten mit langer Garantie. Vielen Käufern ist aber nicht bewusst, dass zwar eine defekte Festplatte getauscht wird, aber der Hersteller keinesfalls für die Kosten einer Datenrettung aufkommt. "Dieser Irrtum ist weit verbreitet und wir bekommen häufig die Anfrage, ob eine Datenrettung direkt über die Hersteller-Garantie verrechnet werden könne", berichtet Ehrschwendner. Ebenso kommt auch meistens keine Haftpflichtversicherung dafür auf. Die einzige Lösung ist das Erstellen von Backups.

Mythos 4: NAS-System ohne Backup

Die gesammelten Familienfotos, Filme und Musik auf ein NAS (Network Attached Storage) als sicheres Medium auslagern, auf das alle zugreifen können - diesen Wunsch erfüllen sich heuer wieder viele IT-Begeisterte. Zwei Gefahren lauern hier: "Wir bekommen laufend solche sogenannten Backup-Medien, die in Wirklichkeit Originale sind, weil keine Datensicherung gemacht wurde", berichtet der Attingo-Chef. "Die User verlassen sich auf die vielzitierte hohe Ausfallsicherheit ihres NAS. Diese ist aber trügerisch, denn die Festplatten in einem NAS können durchaus defekt werden." Oft bleibt der Ausfall der ersten Platte unbemerkt, weil das Storage in einem Abstellraum oder im Keller steht und das blinkende Lamperl übersehen wird. Fallen zu viele Festplatten aus, hilft nur mehr der Weg in das Datenrettungslabor.

Mythos 5: Altgeräte auf eBay

Die Investitionen für Laptop & Co unter dem Christbaum lassen sich mildern, indem Altgeräte über eBay verkauft werden. Die gute Idee hat aber einen Haken: "Für IT-Laien ist es unmöglich, Daten von einer Festplatte restlos zu löschen. Man sollte genau prüfen, ob darauf kritische private oder berufliche Informationen gespeichert sind", warnt Ehrschwendner. Formatieren reicht nicht aus, da gelöschte Daten physisch so lange auf der Festplatte bleiben, bis sie von neuen Inhalten überschrieben werden. Auch bei zertifizierten Löschprogrammen können Datenreste auf der Festplatte verbleiben. Ebenso wenig funktioniert vollständiges Überschreiben, da für Laien nicht feststellbar ist, wann 100 Prozent überschrieben wurden. "Korrektes Löschen ist nur mit Profi-Verfahren möglich", stellt Ehrschwendner klar. Attingo kauft häufig alte Festplatten auf eBay und stößt immer wieder auf erstaunliche Inhalte. Sogar hoch brisante Daten von Asylwerbern oder aus dem Gesundheitsbereich waren schon dabei.

Fazit: Beim Kauf von Laptop, PC & Co als optimales Weihnachtsgeschenk hilft nicht nur IT-Wissen, sondern immer auch eine Portion Glück.

Quelle: www.attingo.at/Dipl. Ing. Nicolas Ehrschwendner

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