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Google bannt Anzeigenkunden

Archivmeldung vom 19.06.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.06.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Sieg für alle Verbraucher im Internet. Die Suchmaschine Google warf heute alle Anzeigen der Kostenlosfallensteller Opendownload, 99.downloads, My-Downloads und Win-Loads heraus und versperrte damit den Internetbetrügern ihren wichtigsten Verbreitungsweg.

Seit drei Jahren versuchen Verbraucherzentralen die kriminellen Betreiber zu stoppen, die ahnungslose Sucher von Gratissoftware oder Hausaufgabenhilfe auf Seiten locken, bei denen schon die Anmeldung mit Name und Adresse ausreicht, um in einem Zweijahresabonnement von 120 oder 198 Euro für Gratisprodukte zu landen. Auf die gesetzliche Widerspruchsfrist verzichtet man dabei automatisch, was per Gerichtsurteil am 12. Mai 2009 verboten wurde (Urteil des Landgerichts Mannheim vom 12. Mai 2009, Az. 2 O 268/08).

Wer nicht sofort zahlt, wird mit Inkassomahnschreiben von Rechtsanwalt Olaf Wolfgang Tank aus Osnabrück (Niedersachsen), Sven Schulze aus Hamburg oder Katja Günther aus München (Bayern) überzogen (noch mal 44 Euro Kosten). Gegen Katja Günther läuft gerade ein Verfahren vor dem Landgericht München wegen Beihilfe zum Betrug.

Die Verbraucherzentralen haben 30 Klageverfahren gegen die Betreiber eingeleitet. Doch die bereits erstrittenen zahlreichen Unterlassungsklagen der Verbraucherzentralen sind nach Einschätzung von Bundesverbandschef Gerd Billen (53) aus Berlin nur Nadelstiche. Billen: "Die Betreiber ändern ihre Webseite, machen neue Seiten auf oder gründen einfach eine neue Firma." Zudem sei die Rechtsverfolgung schwierig, weil es sich oft um Briefkastenfirmen im Ausland handele.

Mit dem vielen Geld aus den Abofallen kauften sich die Betreiber immer die teuersten Anzeigen bei Google und landeten bei allen Suchwörtern immer auf den ersten Plätzen von mehreren Millionen Einträgen. Trotz dieses Anzeigenmissbrauchs schritt Google nicht ein.

GoMoPa schickte an Google Briefe per Einschreiben und wies darin darauf hin, dass sich Google mit der Veröffentlichung der Anzeigen zum Handlanger von Internetabzockern mache. GoMoPa erhielt keine Antwort.

Google reagierte erst, nachdem der Finanznachrichtendienst www.gomopa.net die Suchmaschine mit den Ergebnissen eines GoMoPa-Tests konfrontierte. Vor vier Tagen hatte GoMoPa bei Google in der Suchmaske das kostenlose Schreibprogramm OpenOffice eingegeben und die Suche gestartet.

Am 15. Juni 2009 erschienen bei Google daraufhin sagenhafte 29 Millionen Links. Doch auf den Plätzen eins bis zehn dieser 29 Millionen Links erschienen Anzeigen von Lockvögeln, die die Besucher geradewegs in die Abofallen leiteten. » GoMoPa deckte auf, wer die Macher hinter den Anzeigen sind.

Nur noch die Original-Herunterladenseite (garantiert kostenlos) für Openoffice erscheint auf der Google-Suchergebnisseite.

Oliver Klug von der Google-Presseagentur sagte zu GoMoPa: "Wir haben für unsere Anzeigenkunden strenge Nutzungsbestimmungen. Verstoßen sie dagegen, bannen wir sie."

Die Verbraucher können nun wieder ohne Angst vor horrenden Abzockrechnungen im Internet nach Tattoovorlagen, Liebesschwüren und Hausaufgaben suchen. Wer noch Mahnbriefe von Tank & Co bekommen sollte, darf sie getrost ignorieren und sollte Gerichtliche Mahnbescheide per Widerspruch ans Gericht zurücksenden.

Quelle: GoMoPa (Siegfried Siewert)

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