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Nutzen Frauen und Männer Softwareprodukte und Weboberflächen unterschiedlich?

Archivmeldung vom 28.10.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.10.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Alexander Klaus / pixelio.de
Bild: Alexander Klaus / pixelio.de

Digitale Technologien sind heute fester Bestandteil des Alltags im beruflichen und privaten Leben der Menschen. Ebenso ist Gleichstellung der Geschlechter im gesellschaftlichen Diskurs fest verankert und steht schon lange auf der politischen Agenda. Doch wie kann eine Berücksichtigung der Genderperspektive aussehen, um die Bedarfsgerechtigkeit und Qualität von Software zu steigern, neue Marktpotenziale zu erschließen und Entwicklungskosten zu minimieren?

Der Sammelband "Gender-UseIT. HCI, Usability und UX unter Gendergesichtspunkten" befasst sich wissenschaftlich-systematisch mit dieser Fragestellung. In einem sind sich die 26 Autorinnen und Autoren einig: Digitale Technologien sind nicht per se geschlechtsneutral – und es ist wichtig, diesem Befund transparent nachzugehen.

Beiträge zur Integration der Genderperspektive in Technikforschung und -gestaltung

„Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass es darum geht, eine Software ‚für Männer’ oder ‚für Frauen’ zu gestalten“, betont Dr. Nicola Marsden, Professorin an der Hochschule Heilbronn und Vorstandsmitglied im Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit. Gemeinsam mit Ute Kempf hat sie den Band herausgegeben, der verschiedene Herangehensweisen aufzeigt, sich der Herausforderung zu stellen, die Kategorie Geschlecht in der Mensch-Technik-Interaktion, der Nutzungserfahrung und der Gebrauchstauglichkeit von Benutzungsschnittstellen von Softwareprodukten und Weboberflächen angemessen zu berücksichtigen.

Dabei werden folgende Fragen aufgegriffen: Welche Erkenntnisse können die verschiedenen technischen, naturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Disziplinen beitragen? Welche Befunde der Geschlechterforschung und der Gender Studies zu digitalen Technologien liegen vor? Wie können ein Wissenstransfer zwischen den Disziplinen und ein Wissenschafts-Praxis-Dialog gelingen? Konsolidieren Softwareprodukte und Weboberflächen angenommene Unterschiede zwischen Frauen und Männern?

Die im Oktober 2014 veröffentlichte Publikation widmet sich in 15 Einzelbeiträgen den Themen Geschlecht im Gestaltungsprozess, Erweiterung bestehender Vorgehensweisen, Geschlecht als Einschreibung in Software, Diversity als Voraussetzung sowie Nutzungsgruppen und Geschlecht. Der Buchveröffentlichung vorausgegangen ist die Fachtagung Gender-UseIT im April 2014, die den Wissenschafts-Praxis-Dialog eröffnete. Mit der Publikation wird das Ziel verfolgt, die Genderperspektive systematisch in die Technikforschung, die Technikgestaltung und in die gesellschaftliche Diskussion zu integrieren.

Das Buch richtet sich an Interessierte aus Wissenschaft und Praxis, die in diesen Bereichen forschen und arbeiten sowie an einer chancengerechten Entwicklung und Gestaltung von Softwareprodukten und Weboberflächen mitwirken wollen.

Quelle: Hochschule Heilbronn (idw)

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