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Pirate Bay will bald ohne Domain auskommen

Archivmeldung vom 14.12.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.12.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Piratenflagge: Filesharing-Tricks sollen helfen. Bild: Hofschlaeger/pixelio.de
Piratenflagge: Filesharing-Tricks sollen helfen. Bild: Hofschlaeger/pixelio.de

Um Piratenjägern ein Schnippchen zu schlagen, arbeitet die bekannte Torrent-Tracking-Seite The Pirate Bay an einem System, das Domain-Namen überflüssig macht, so ein Pirate-Bay-Sprecher gegenüber TorrentFreak. Dazu ist ein Browser-basiertes Peer-to-Peer-System (P2P) in Arbeit. Damit wäre es viel schwieriger, The Pirate Bay vom Netz zu nehmen - denn derzeit genügt dazu eine Sperre der jeweiligen Domain.

Genau damit war The Pirate Bay erst diese Woche konfrontiert, nachdem die niederländische Anti-Piraterie-Organisation BREIN Druck gemacht hatte, um eine Sperre der über rund acht Monate genutzten .sx-Domain zu erwirken. Daraufhin ist die Tracking-Seite gleich zwei Mal umgezogen. Nach einem kurzen Aufenthalt in britischen Hoheitsgewässern ist The Pirate Bay http://thepiratebay.pe , wie an der neuen Endung ersichtlich, erst einmal in Peru vor Anker gegangen.

P2P statt Domain

The Pirate Bay ist nach der durch BREIN erzwungenen Übersiedlung mit einer Kampfansage an Rechteverwerter in Peru angekommen. In einer Nachricht an "BREIN und Freunde" warnt The Pirate Bay, dass Domainschließungen zwar derzeit eine Irritation darstellen, dieses Mittel zur Piratenjagd aber nicht ewig zur Verfügung stehen werde. "Sie sollen auf unseren neuen PirateBrowser warten, dann werden Domains irrelevant", so ein Insider. Ob damit eine Weiterentwicklung des zum zehnten Jahrestags von The Pirate Bay veröffentlichen PirateBrowser http://piratebrowser.com oder ein davon eigentlich unabhängiges Softwareprojekt gemeint ist, scheint allerdings unklar.

Wenn der neue Browser verfügbar ist, "wird der Zugriff auf alle Links und Sites mit einer absolut legalen Browser-Software möglich, und der Rest wird P2P sein", heißt es jedenfalls. Damit soll eine eigene Domain, die als zentraler Angriffspunkt für rechtliche Schritte anfällig ist, hinfällig sein. Die ständigen Angriffe mit rechtlichen Mitteln führen letztlich zum Aufkommen neuer, sicherer Filesharing-Netzwerke, so der Pirate-Bay-Sprecher. Ob das wirklich stimmt, bleibt abzuwarten. Für das neue System geplant sein sollen jedenfalls Umsetzungen als eigenständiger Browser sowie als Chrome- oder Firefox-Plugin.

Piraten-Irrfahrt

The Pirate Bay kämpft schon seit Jahren mit dem Gesetz. Die Gründer wurden in Schweden bereits 2009 wegen Urheberrechtsverstößen verurteilt, das Urteil 2010 bestätigt. 2012 hat der schwedische Oberste Gerichtshof ein Berufungsverfahren abgelehnt. Daraufhin begann für die Website eine Domain-Irrfahrt. Um sich dem Zugriff amerikanischer Behörden zu entziehen, wurde die .org-Domain im Februar 2012 zugunsten einer schwedischen .se-Domain aufgegeben. Im April dieses Jahres folgte der Umzug auf thepoiratebay.gl, um einer Sperre durch schwedische Behörden vorzubeugen.

Das hat wenig geholfen, denn die grönländische Tele-Post hat binnen kürzester Zeit eine Sperre wegen illegaler Nutzung angedroht. Darauf wurde kurzzeitig eine isländische Domain genutzt, ehe noch im April mit einer .sex-Domain der Karibikinsel Sint Maarten eine neue Heimat gefunden war. Diese geriet aber durch BREIN unter Druck, weshalb The Pirate Bay diese Woche kurzzeitig die Tropeninsel Ascension (.ac) unnd damit ein britisches Überseegebiet angelaufen hat. Mit der peruanischen Domain hofft man nun, einen sicheren Hafen gefunden zu haben.

Quelle: www.pressetext.com/Thomas Pichler

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