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Unfreiwilliger Exhibitionismus im Netz am Beispiel 'amazon'-Wunschzettel

Archivmeldung vom 14.02.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.02.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Beim Vorstellungsgespräch fragt Sie der Personalmanager, warum Sie so billige Literatur lesen und auf so schlechte Porno-Filme stehen? Könnte dran liegen, dass Sie sich nicht der Bedeutung Ihres 'Wunschzettels' beim Internet-Händler 'amazon' bewusst sind.

Das web 2.0 bringt tagtäglich Terrabytes an Selbstentblößung ins Netz. Die können nicht ungenutzt irgendwann zu digitalem Staub zerbröseln. Eine Mark kann man damit immer machen. Das ist legitim. Nur wissen und wollen immer alle, dass eine Mark damit gemacht wird? Eher nicht; zu groß ist die Menge dessen, was man täglich so ins Netz tippt oder durch das Auswählen von Radio-Buttons an Information zum Besten gibt. Die Übersicht bleibt auf der Strecke. Fatal ist, dass einem manch Service, manch nettes Gimmick, manch tolle Zusatz-Funktionalität einer Web-Site als privat vorgegaukelt wird und in Wahrheit doch nur knallhartes Marketinginstrument oder wiederverkaufbarer Informationsgewinn ist.

Als Dienst am Kunden präsentiert sich etwa der 'Wunschzettel' von 'amazon'. Er ist sozusagen die digitale Form der Wunschliste eines Brautpaares, das zu Freunden und Verwandten nur noch sagen muss „Googelt unsere Namen, dann trefft ihr auf die amazon-Wunschliste“.
Sie dachten bisher, dieser Wunschzettel diene nur Ihnen als Gedächtnisstütze, als Merkzettel sozusagen, oder zur internen Auswertung durch die 'amazon'-Mitarbeiter? Weit gefehlt. Der Wunschzettel ist in der Standard-Einstellung in Suchmaschinen auffindbar. Beim 'amazon'-Partner 'yasni' sogar an forcierter, vorderer Position.

Wenn Sie also nicht wollen, dass Bekannte oder Vorgesetzte sehen, für welche Produkte Sie sich vor drei Jahren interessiert haben, sollten Sie schleunigst Ihre 'Wunschzettel'-Einstellungen diesbezüglich ändern. Der Link hierzu ist der am unauffälligsten formatierte auf Ihrer 'Wunschzettel'-Seite und außerhalb des Aufmerksamkeits-Bereiches. Viel Spaß beim Suchen.

Nach Information von 'amazon' werden die Daten drei Tage nach dem Anklicken von „nur privat“ nicht mehr in der 'yasni'-Suchmaschine angezeigt. Über andere Suchmaschinen liegen keine Informationen vor.

Quelle: sf magazin GbR

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