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Zeitungen: Trend geht Richtung seriös und Roboter

Archivmeldung vom 06.05.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.05.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt. Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Günter Havlena / pixelio.de
Bild: Günter Havlena / pixelio.de
Bei der großen und informativen Schau über internationale Zeitungstrends, die der European Newspaper Congress im Wiener Rathaus bietet, überraschte Mitveranstalter Norbert Küpper. Der Zeitungsdesigner berichtete vom Trend zur Seriosität und zur ruhigeren Gestaltung der Seiten. Neu auch: Zeitungen emanzipieren sich von Nachrichtenagenturen, setzen selbst Themen und gehen immer tiefer ins Lokale.

Wie das Lokale in der Praxis aussehen kann, berichtete der Chefredakteur einer kleinen norwegischen Zeitung, "Hallingdólen", Bjarne Tormodsg: "Wir wollen, dass die Leserinnen und Leser ihren Alltag in ihrer Zeitung wiederfinden." Die Journalisten verstünden sich als Geschichtenschreiber, nicht als Mikrophon von Eliten. Mit großem Aufwand betreibt "Hallingdólen" visuelles Geschichtenerzählen in Druck und in Videos, Irritation und Kritik nicht ausgeschlossen.

Norbert Küpper verwies auch auf den Trend, die klassischen Zeitungsressorts wie Politik und Wirtschaft aufzulösen. Das Beispiel brachte Pieter Klok von "de Volkskrant", Niederlande. Dort wurden die Ressorts verkleinert und der Zeitung ein "Frontzug" aus einem Mix von Berichten aus allen Bereichen vorangestellt. Die Auswahl der Geschichten trifft eine Zentralredaktion, der die einzelnen Redakteure und Redakteurinnen ihre Artikel "verkaufen" müssen.

Jung und erfolgreich ist das beim Newspaper Congress präsentierte Berliner Magazin "Freunde von Freunden", das über kreative und urbane Menschen in aller Welt berichtet. Ein sehr gut gemachtes Magazin, jedoch ein reines PR-Produkt.

Das Angstwort "Roboterjournalismus" wurde beim European Newspaper Congress entzaubert. Dienstleister berichteten, wie sie etwa das nutzen, was Twitter twittert und daraus Neues und Exklusives herauslesen oder auch, was die Menschen bewegt. "Journalismus ist viel zu komplex, dass man ihn auf Maschinen auslagern könnte", sagte Frederik Fischer von Tame. Gearbeitet werde an einer Tweeds-Glaubwürdigkeits-Überprüfung. Laut Fischer ist "jede Software ist nur ein Werkzeug". Vom Werkzeug Datawrapper berichtete Mirko Lorenz. Damit wird aus einer unglaublichen Menge an Daten automatisch eine Grafik erstellt.

"Roboterjournalismus existiert bereits", sagte Johannes Sommer, Geschäftsführer von Retresco. Themen werden ausgewertet und zusammengesetzt und bieten die Basis für weitere redaktionelle Entscheidungen. Seine Zukunftsaussicht: "2015 werden wir nicht mehr unterscheiden, ob die Sportnachricht über eine Unterliga von einer Maschine geschrieben ist oder nicht."

Der European Newspaper Congress, der heute, 6. Mai, zu Ende geht, wird vom Medienfachverlag Johann Oberauer, der Stadt Wien und Norbert Küpper, Zeitungsdesigner in Deutschland, veranstaltet. Kooperationspartner wie Austria Tabak/JTI, OMV, Industriellenvereinigung, WKO und der Verband Österreichischer Zeitungsverleger unterstützen maßgeblich die Veranstaltung.

Quelle: Medienfachverlag Oberauer GmbH (ots)

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