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Kopfschmerzen: Tabletten ja - aber nicht zu häufig

Freigeschaltet am 02.01.2021 um 08:05 durch Andre Ott
Titelcover der Apotheken Umschau 1A/2020.  Bild: "obs/Wort & Bild Verlag - Gesundheitsmeldungen/W&B"
Titelcover der Apotheken Umschau 1A/2020. Bild: "obs/Wort & Bild Verlag - Gesundheitsmeldungen/W&B"

Kopfschmerzen sind eine unterschätzte Volkskrankheit. Mehr als zwei Drittel der Deutschen waren schon einmal betroffen, so eine Studie der Schmerzklinik Kiel. Deren Chefarzt Professor Hartmut Göbel überraschen diese Umfrageergebnisse nicht. Kopfschmerzen sind für ihn auch immer eine Frage des Lebensstils - und Stress begünstigt die Attacken.

"Alles muss ganz schnell gehen und möglichst viel auf einmal. Wenn man so einen Alltag lebt, wird sich eine Veranlagung entsprechend auswirken", sagt Göbel im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau".

Selbstmedikation hat klare Grenzen

Jeden Tag nehmen im Schnitt drei Millionen Deutsche eine Kopfschmerztablette. Diese helfen in der Regel zuverlässig, sollten aber nicht zu häufig eingesetzt werden. Gut wirksam sind nach derzeitiger Datenlage bei leichten bis mittelschweren Kopfschmerzen Acetylsalicylsäure (ASS) und Ibuprofen. Bei Migräne hat sich ein Kombinationspräparat aus Paracetamol, ASS und Koffein als etwas wirkungsvoller erwiesen als die Einzelsubstanzen. Auch Pfefferminzöl, auf die Schläfen und den Nacken aufgetragen, kann helfen, schreibt das Gesundheitsmagazin.

Allerdings hat die Selbstmedikation klare Grenzen. Pro Anfall und Tag sollten es nicht mehr als drei Tabletten sein. Akut-Kopfschmerzmittel sollte man höchstens an zehn Tagen pro Monat und drei aufeinanderfolgenden Tagen einnehmen. Sonst drohen als Folge dauernde Kopfschmerzen. Denn dadurch werden Kerngebiete des Trigeminusnervs empfindlicher. "Sie reagieren plötzlich auf ganz banale Reize mit Kopfschmerzen", erklärt Professorin Dagny Holle-Lee vom Westdeutschen Kopfschmerzzentrum. Damit es nicht so weit kommt, empfehlen die Ärzte die sogenannte 10/20-Regel: 20 Tage pro Monat ohne, höchstens 10 Tage mit Kopfschmerzmitteln.

Wird diese Grenze überschritten oder kommt es während der Attacke etwa zu neurobiologischen Ausfällen, sollten Betroffene unbedingt den Hausarzt einschalten. Dieser wird gegebenenfalls an einen Facharzt überweisen.

Kopfschmerzregister für Patienten, Ärzte und Forscher

Um Daten zu dieser Volkskrankheit zu sammeln, hat die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft im Sommer 2020 das erste deutsche digitale Kopfschmerzregister ins Leben gerufen. Von der Datensammlung sollen Patienten und Ärzte wie auch Kopfschmerzforscher profitieren. Wer sich am Kopfschmerzregister beteiligen möchte, kann sich online unter www.kopfschmerzregister.de informieren und anmelden.

Quelle: Wort & Bild Verlag - Gesundheitsmeldungen (ots)


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