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Klimaschutz auf der Fensterbank: Gemüse torffrei vorziehen

Archivmeldung vom 27.01.2024

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.01.2024 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
Das eigene Gemüse schon jetzt torffrei anbauen: Viele Gemüsesorten lassen sich bereits im Winter vorziehen - klimaschonend in torffreier Erde. Damit die Saat später zu einem ertragreichen Gemüsegarten wird, sind bestimmte Voraussetzungen zu beachten.
Das eigene Gemüse schon jetzt torffrei anbauen: Viele Gemüsesorten lassen sich bereits im Winter vorziehen - klimaschonend in torffreier Erde. Damit die Saat später zu einem ertragreichen Gemüsegarten wird, sind bestimmte Voraussetzungen zu beachten.

Bildrechte: FNR Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Fotograf: FNR/Dario Ronge

Wer sich als Hobbygärtner darauf freut, sein eigenes Gemüse im Garten oder auf dem Balkon torffrei anzubauen, muss damit nicht bis zum Frühjahr warten. Viele Gemüsesorten lassen sich bereits im Winter vorziehen - klimaschonend in torffreier Erde. Damit die Saat später zu einem ertragreichen Gemüsegarten wird, sind bestimmte Voraussetzungen zu beachten.

Wichtig bei der Gemüsewahl ist der optimale Standort, an den die vorgezogene Jungpflanze später wechseln soll. Gemüsepflanzen unterscheiden sich z. B. in ihrem Platzbedarf, der bei der Auswahl von Sorten bedacht werden sollte. Auch das Verhältnis von Sonne zu Schatten ist entscheidend, denn wärmeliebende Gemüsesorten wie Auberginen bevorzugen sonnige Standorte, Radieschen mögen es lieber halbschattig.

Sind die passenden Gemüsesorten ausgewählt, hängt der Zeitpunkt für das Vorziehen in erster Linie von der Pflanzenart ab. So kann Paprika bereits Mitte Februar vorgezogen werden und ab Mitte Mai nach draußen gesetzt werden. Kürbis hingegen, der ebenfalls Mitte Mai ins Freie umzieht, sollte erst ab April vorgezogen werden.

Aussaat-Standort: ein Platz an der Sonne

Damit die Samen der Gemüsepflanzen in torffreier Aussaaterde gut keimen, empfiehlt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) einen Standort, der genügend Helligkeit und eine Mindesttemperatur von 20 Grad Celsius bietet, zum Beispiel auf einer großzügigen Fensterbank. Außerdem sollte der Platz möglichst vor Zugluft geschützt sein. Viele Nachtschattengewächse wie Paprika, Tomate oder Aubergine mögen es sogar noch wärmer mit bis zu 25 Grad Celsius. Hier lohnt sich mitunter die Anschaffung eines Indoor-Gewächshauses, das gleichzeitig auch für ausreichend Luftfeuchtigkeit sorgt.

Ohne Torf von Anfang an: Torffreie Aussaaterde

Die Anzucht von Gemüsepflanzen sollte immer in spezieller Aussaaterde erfolgen - natürlich torffrei. Aussaaterde ist grundsätzlich nährstoffärmer und besitzt eine feinkörnige, lockere Struktur, so dass sich die Keimlinge problemlos entwickeln können. Die Verwendung torffreier Erde schont zudem das Klima, da CO2-Emissionen, die durch den Abbau und die Nutzung von Torf entstehen, deutlich reduziert werden können. Zudem bleibt der Torf und damit auch unsere größten Kohlenstoffspeicher im Moor erhalten. Torffrei zu gärtnern ist also aktiver Klimaschutz. Einen Überblick an torffreien Aussaat- sowie Gemüseerden stellt die FNR in ihrer Produktdatenbank bereit.

Die Aussaat: Tipps & Anleitung

Beim Vorziehen von Gemüsepflanzen empfiehlt die FNR auf Anzuchtpaletten oder Anzuchttöpfe aus Plastik zu verzichten und stattdessen zu Eierkartons oder Anzuchtmaterialien aus Holzfasern, Zellulose oder Kokos zu greifen. Anzuchttöpfe z. B. aus Zellulose können beim Umzug ins Freie mit den Pflanzen direkt in die Erde gesetzt werden.

Als Hilfestellung für die Anzucht gibt die FNR folgende Tipps:

  1. Anzuchtpalette oder Anzuchttöpfe zu knapp zwei Dritteln mit torffreier Aussaaterde befüllen und mit etwas Wasser aus einer Sprühflasche anfeuchten.
  2. Gemüsesamen mit einem Abstand von mindestens einem Zentimeter ausstreuen und anschließend alles mit einer weiteren Schicht Aussaaterde befüllen. Die Stärke der abschließenden Erdschicht richtet sich danach, ob es sich bei den Samen um Lichtkeimer wie etwa Tomaten oder Dunkelkeimer wie Gurken handelt. Für Lichtkeimer sollte eine eher dünnere Schicht, für Dunkelkeimer eine entsprechend stärkere Schicht aufgetragen werden. Handelsübliche Samentütchen enthalten i. d. R. Empfehlungen zur optimalen Aussaattiefe.
  3. Abschließend die Erde mit ausreichend Wasser besprühen und an einem warmen, hellen Standort platzieren.
  4. Je nach Wachstumsstärke, die auch durch die optimale Temperatur gefördert wird, zeigen sich die ersten Sämlinge nach 10 bis 14 Tagen. Sobald sie zu sehen sind, kann die Temperatur nach unten reguliert werden, um einen kompakten Wuchs zu fördern.
  5. Sobald die Sprösslinge weit genug aus der Erde herausragen, sollten sie pikiert, also in jeweils einzelne und größere Töpfe gesetzt werden. Auch hier sollte wieder torffreie Aussaaterde zum Einsatz kommen, die bei Bedarf auch schon mit etwas torffreier Gemüseerde vermengt werden kann. Die Töpfe selbst sollten Abzugslöcher haben, um Staunässe zu verhindern. Als Vorbereitung kann mithilfe eines Pikierstabs pro Topf ein Loch gestochen werden.
  6. Nun den Keimling vorsichtig mithilfe des Pikierstabs aus der alten Erde holen und dabei auf eine intakte Wurzel achten. Die Pflanze anschließend in das vorbereitete Pflanzloch setzen und gegebenenfalls mit etwas Erde anfüllen.
  7. Abschließend den Keimling mit ausreichend Wasser versorgen, um den Wachstumsprozess zu fördern. In den folgenden zwei Wochen sollte die Erde um die Keimlinge herum mindestens alle zwei Tage mit raumtemperiertem Wasser aus der Sprühflasche befeuchtet werden. Wenn sich die Keimlinge zu Jungpflanzen entwickelt haben, kann das Gießen je nach Bedarf angepasst werden.

Umzug ins torffreie Gemüsebeet

Sobald die Außentemperatur tagsüber konstant im zweistelligen Bereich liegt und nachts kein Frost mehr zu erwarten ist, können die jungen Gemüsepflanzen nach draußen. Für die meisten Gemüsearten sind die Eisheiligen, also Mitte Mai, ein idealer Zeitpunkt. Allerdings sollte der Umzug vorsichtig eingeleitet werden, denn ein plötzlicher und dauerhafter Standortwechsel ins kühle Nass kann gerade bei an Innenraum gewöhnte Pflanzen einen Schock auslösen. Daher empfiehlt die FNR, umzugsbereite Pflanzen bei gutem Wetter immer wieder für einige Stunden an einen geschützten Ort nach draußen zu bringen. Nach einigen Tagen haben sich die Pflanzen an die neuen Verhältnisse gewöhnt, sodass sie problemlos ins Freiland ziehen können.

Quelle: FNR Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (ots)

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