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Gutachten: Firmen ohne Meisterzwang geben häufiger auf und bilden seltener aus

Archivmeldung vom 08.03.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.03.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Ein Meisterbrief aus dem Jahr 1926, ausgestellt von der Berliner Handwerkskammer
Ein Meisterbrief aus dem Jahr 1926, ausgestellt von der Berliner Handwerkskammer

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Lockerung des Meisterzwangs vor 15 Jahren hat offenbar nicht die von der damaligen rot-grünen Bundesregierung gewünschte Wirkung erzielt. Trotz eines massiven Booms und zahlreicher Neugründungen in den zulassungsfreien Berufen gaben viele Betriebe aufgrund des hohen Konkurrenzdrucks und fehlender Qualität schon bald wieder auf. Das belegt ein Gutachten der Düsseldorfer Wettbewerbsökonomen Justus Haucap und Alexander Rasch im Auftrag des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, aus dem die Düsseldorfer "Rheinische Post" zitiert.

Während in den Berufen mit Meisterzwang 70,1 Prozent der Betriebe fünf Jahre nach ihrer Gründung noch existierten, waren es bei den Berufen ohne Meisterzwang gerade einmal 45,9 Prozent. Die Bestandsfestigkeit der Unternehmen ist bedeutsam, weil Kunden bei Gewerken oft erst im Laufe der Zeit erkennen können, wie qualitativ hochwertig diese ausgeführt wurden: "Im Falle nur zeitverzögert erkennbarer Qualitätsmängel ist eine Gewährleistung besonders bedeutsam, für welche wiederum der Fortbestand beziehungsweise Bestandsfestigkeit des leistungserbringenden Betriebes wichtig ist", schreiben die Autoren.

Neben dem hohen Druck durch Konkurrenz führen die Experten als Erklärung für die Standfestigkeit der Meisterbetriebe die erworbene Kompetenz eines Handwerksmeisters an. "Dies kann zum einen positiv für die Qualität der Leistungen und damit die Kundenzufriedenheit sein." Zum anderen argumentieren sie damit, dass der Meister ja bereits Geld in seine Ausbildung, also sein Humankapital, gesteckt habe und deswegen weniger schnell aufgebe. Unterschiede stellten sie auch bei der Ausbildung fest: So zeige sich "insbesondere in den letzten zehn Jahren in den zulassungsfreien Handwerken ein stärkerer Rückgang der Ausbildungsleistungen als in den zulassungspflichtigen Handwerken, in denen zudem seit 2015 eine Stabilisierung der Ausbildungszahlen zu beobachten ist", während die Anzahl in den zulassungsfreien Handwerken weiter rückgängig sei, schreiben Haucap und Rasch.

Quelle: Rheinische Post (ots)

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