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Ex-Top-Managerin für Feierabend der Arbeitnehmer um 16 Uhr - auch der Vorstandschefs

Archivmeldung vom 08.03.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.03.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Der einzige Selbstmord der in Deutschland als gerechtfertigt und erstrebenswert angesehen wird, ist sich zu tote zu arbeiten (Symbolbild)
Der einzige Selbstmord der in Deutschland als gerechtfertigt und erstrebenswert angesehen wird, ist sich zu tote zu arbeiten (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Zur besseren Gleichberechtigung von Frauen und Männern hat sich die frühere Lufthansa-Finanzvorständin Simone Menne für einen Feierabend der Arbeitnehmer um 16 Uhr ausgesprochen - auch aller Top-Manager. "In Schweden gibt es ein Betreuungsmodell für Kinder bis 16 Uhr. Und um 16 Uhr gehen die Eltern nach Hause. Auch der Top-Manager. Das Interessante ist: So wird effizienter gearbeitet", sagte Menne der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Für eine bessere Förderung von Frauen in der Berufswelt müsse sich in der Wahrnehmung der deutschen Gesellschaft etwas ändern. "Für eine Kulturänderung muss die Spitze des Unternehmens das Neue vorleben. Der Chef muss um 16 Uhr seine Kinder abholen. Und Vorgesetzte, die neue Arbeitszeitmodelle wagen, zum Beispiel zwei Frauen in Teilzeit auf einem Chefposten, müssen ausgezeichnet werden", sagte die 59-Jährige, die die erste Finanzvorständin in einem Dax-Unternehmen war.

Es bestürze sie, dass die Hälfte der 160 Börsenunternehmen keine Frauen im Vorstand habe und dies "ungestraft" in ihren Geschäftsberichten verteidige. Menne: "Da steht wirklich: Für den Vorstand liegt die Mindestzielgröße für den Frauenanteil bei Null - diese Zielgröße soll in den nächsten fünf Jahren nicht unterschritten werden." Das sei abstrus. Es sei wissenschaftlich bewiesen, dass gemischte Vorstandsteams zu besseren Ergebnissen kämen, weil auch die Belegschaft und die Kundschaft nicht nur aus Männern bestünden. "Eine homogene Perspektive hilft Unternehmen heute nicht mehr. Wenn sie nicht divers denken, sind sie auch nicht innovativ." Man stelle sich einmal vor, ein Unternehmen würde sagen: "Der CO2-Ausstoß ist mir völlig egal, und ich lasse Kinder nach seltenen Erden graben. Das würde sofort abgestraft. Man muss auch solche Aktien nicht kaufen."

Quelle: Rheinische Post (ots)

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