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Philosoph Prof. Dr. Markus Gabriel: "Moral und Ökonomie schließen sich nicht aus"

Archivmeldung vom 14.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Die Kapitalismus-Pyramide oder auch Herrschaftspyramide die typischerweise verwendet wird.
Die Kapitalismus-Pyramide oder auch Herrschaftspyramide die typischerweise verwendet wird.

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Philosoph Prof. Dr. Markus Gabriel hat seit 2009 den Lehrstuhl für Erkenntnistheorie, Philosophie der Neuzeit und Gegenwart an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn inne und ist seit 2017 Direktor des Center for Science and Thought in Bonn. Er sieht das Modell einer rein ökonomischen Globalisierung am Ende und prognostiziert: Neue Märkte werden durch moralischen Fortschritt erschlossen.

Es sei Zeit für einen ethischen Kapitalismus. Prof. Dr. Markus Gabriel: "Wir haben erlebt, dass der Zusammenhalt der Menschheit über moralische Kategorien und nicht bloß über Tausch- und Handelsprozesse läuft. Im besten Fall entstehen nun neue wirtschaftliche Konzepte und neue Märkte werden durch moralischen Fortschritt erschlossen. Dabei werden Marken an ihrem Beitrag zum moralischen Fortschritt gemessen werden. Moral und Ökonomie schließen sich also keinesfalls aus: Wer das Energieproblem der Menschheit nachhaltig löst, wird zum Beispiel sehr reich werden. Gleichzeitig löst er das Problem des Überlebens der Menschen."

Und weiter: "Ökonomie, das ist die Art und Weise, unseren Zusammenhalt in Zahlen auszudrücken - die ökonomischen Werte. Der Preis eines Autos oder einer Wurst ist Ausdruck unserer gesellschaftlichen Verhältnisse. So viel hat Karl Marx richtig gesehen. Falsch ist nur, dass wir die Märkte abschaffen und durch irgendetwas anderes ersetzen können. Wir brauchen nur moralischere Märkte. Das ist die Idee. Ich nenne das ethischen Kapitalismus. Das werden wir immer mehr erleben." Viele Unternehmen seien in der Pandemie reich geworden durch die Produktion von Impfstoffen oder Masken und hätten damit "moralische Produkte" auf den Markt gebracht. "Das ist der Weg - und kein Ausbeutungskapitalismus vom Typ Facebook."

Unternehmen müssten sich fragen: Wohin muss ich mich entwickeln? Was ist für mich der moralische Weg? Gabriel: "Wer das Leben menschenwürdiger macht durch seine Produkte, der produziert ökonomischen Mehrwert und erhöht gleichzeitig den moralischen Wert. Wenn das gelingt, hat man ein nachhaltiges, immer wachsendes Unternehmen. Und das Wachstum ist dann nicht bloß quantitativ, sondern auch qualitativ. Die Unternehmen werden im Kern besser."

Quelle: markenartikel - Das Magazin für Markenführung (ots)

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