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EZB könnte mit Ausweitung des Staffelzinses positiven Impuls für die Kreditvergabe setzen

Archivmeldung vom 18.01.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.01.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com  / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte Kreditinstitute stärker von den schädlichen Auswirkungen des Negativzinses entlasten, den sie auf Einlagen bei der Notenbank entrichten müssen, erklärt der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) mit Blick auf die kommende EZB-Ratssitzung am 21. Januar 2021.

Im Oktober 2019 hatte die EZB zwar einen Staffelzins für Überschussreserven eingeführt und so einen Teil der Einlagen bei der Notenbank vom Minuszins freigestellt. Aus den bis März 2022 angekündigten Anleihekäufen des Eurosystems resultiert nach Berechnungen des BVR jedoch - trotz des Staffelzinses - eine zusätzliche jährliche Belastung von etwa 6,5 Milliarden Euro für das Bankensystem im Euroraum.

Daher sollte die EZB die vom Negativzins freigestellten Überschussreserven durch eine Erhöhung des sogenannten Tiering-Faktors deutlich ausweiten. BVR-Vorstand Dr. Andreas Martin: "Eine spürbare Entlastung der Banken vom Negativzins kann den Eigenkapitalaufbau der Banken unterstützen und damit perspektivisch die Kreditvergabefähigkeit erhöhen." Damit würde das Eurosystem ein positives Signal für die ab dem Frühjahr zu erwartende konjunkturelle Erholung setzen, die mit wachsenden Investitionen und einem entsprechend höheren Finanzierungsbedarf der Wirtschaft einhergehen dürfte.

Mit Fortführung der Anleihekäufe durch das Eurosystem nimmt auch die Liquidität im Bankensystem weiter zu. Überschüssige Liquidität müssen Banken beim Eurosystem zu einem negativen Zins einlegen. Diese Kosten werden bisher von Banken jedoch in der Breite nicht über negative Zinsen für Bankeinlagen an Kunden weitergegeben, um Sparer soweit möglich von dieser Belastung zu verschonen. Dies geht jedoch zu Lasten der Erträge der Banken und könnte sich perspektivisch auf die Kreditvergabe auswirken. Von der EZB-Negativzinspolitik sind insbesondere die Banken betroffen, deren Geschäftsmodell stark auf das traditionelle Einlagen- und Kreditgeschäft hin ausgerichtet ist. Gerade diese oft in den Regionen verankerten Banken spielen eine zentrale Rolle bei der Finanzierung des Mittelstands.

Quelle: BVR Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (ots)

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