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Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt startet

Archivmeldung vom 28.06.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.06.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Kindesmissbrauch in der Kirche hat eine lange Tradition - und nicht nur dort! (Symbolbild)
Kindesmissbrauch in der Kirche hat eine lange Tradition - und nicht nur dort! (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt (BeFo) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist offiziell eingesetzt. Das Forum ist der neue zentrale Ort gemeinsamer Auseinandersetzung und Lösungsfindung zwischen Betroffenen und kirchlichen Beauftragten.

Das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt der EKD wird am 1. Juli 2022 seine Arbeit aufnehmen. Dazu haben in ihren Sitzungen in der vergangenen Woche die Kirchenkonferenz und der Rat der EKD das neue Gremium offiziell eingesetzt und seine Mitglieder berufen. Alle Fragestellungen rund um den Schutz vor und die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche werden in dem Beteiligungsforum zentral von Betroffenen und kirchlichen Beauftragten diskutiert.

Es werden gemeinsame Lösungen entwickelt: Das Beteiligungsforum setzt eigene Impulse, bearbeitet Gremienanfragen, und erarbeitet konkrete Beschlussvorschläge, die dann in Rat, Kirchenkonferenz oder Synode eingebracht werden. Diese Form der Mitwirkung des Forums ist verbindlich: Jede kirchenpolitische Entscheidung zum Umgang mit sexualisierter Gewalt erfolgt durch Partizipation Betroffener im Rahmen des Beteiligungsforums. Detlev Zander, Sprecher der Gruppe der Betroffenen im Beteiligungsforum: "Die EKD hat damit ihre Deutungshoheit aufgegeben. Die Betroffenen haben jetzt die Möglichkeit konkret ihre Belange einzubringen, Maßnahmen mitzugestalten, und die Wirksamkeit zu überwachen." Die Ratsvorsitzende der EKD, Annette Kurschus, betont: "Die direkte Beteiligung von Betroffenen für die Aufarbeitung und den Schutz vor sexualisierter Gewalt ist für die evangelische Kirche unverzichtbar. Mit der Einsetzung des Beteiligungsforums ist ein entscheidender Schritt gelungen, weg von einem beratenden Beiratsmodell, hin zu einer konkreten und verbindlichen Mitwirkung von Betroffenen. Dazu haben wir uns mit der Einsetzung verpflichtet."

Das neue Beteiligungsforum setzt sich aus Mitgliedern des ehemaligen Betroffenenbeirates, die in dieser neuen Form der Zusammenarbeit mitgestalten wollen, und kirchlichen Beauftragten zusammen. Der bisherige Beauftragtenrat geht in der Gruppe der Beauftragten als Teil des Beteiligungsforums auf. Dazu gehören neben den bisherigen Beauftragten auch Fachpersonen der Landeskirchen, die Präses der Synode der EKD und ein Mitglied des Vorstandes der Diakonie Deutschland.

Für einen Beschluss im Beteiligungsforum ist jeweils eine Mehrheit unter den Betroffenen als auch unter den kirchlichen Beauftragten notwendig. Die inhaltliche Arbeit wird in Themen-AGs intensiv vorbereitet. Es können gezielt auch weitere betroffene Personen und externe Expert*innen themenbasiert einbezogen werden. Vorschläge aus den AGs werden von einer betroffenen Person und einer beauftragten Person gemeinsam im Beteiligungsforum vorgestellt. In beiden Gruppen sind etwa die Hälfte der Personen für zwei Jahre und die andere Hälfte für vier Jahre berufen.

Landesbischof Christoph Meyns, Sprecher der Beauftragten im Beteiligungsforum, hebt die intensiven und produktiven Diskussionen zur Ausgestaltung des neuen Modells unter den Beteiligten hervor: "Wir kommen aus einer Reihe von langen Gesprächen, aus denen nun ein von allen Seiten getragenes Modell hervorgegangen ist. Damit haben wir eine sehr gute Voraussetzung geschaffen, um nunmehr gemeinsam an den inhaltlichen Fragen zu arbeiten und Veränderungen zu gestalten." Nancy Janz, Sprecherin der Gruppe der Betroffenen im Beteiligungsforum: "Mit dem Beteiligungsforum ist eine grundsätzlich neue Form der Beteiligung entstanden, in der nicht über uns, nicht ohne uns, sondern nur mit uns entschieden werden kann."

Quelle: EKD - Evangelische Kirche in Deutschland (ots)

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