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Tanzschulunternehmen sprechen sich gegen Privilegien für Geimpfte aus

Archivmeldung vom 01.02.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.02.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de
Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Es ist Ballsaison - zumindest in den Köpfen der rund 700 Mitglieder des Tanzschulunternehmerbandes "Swinging World e.V." in Hamburg. Doch dort, wo 2019 noch zahlreiche Kursplanungen und Events die Terminkalender schmückten, herrscht seit einem Jahr gähnende Leere.

"Unsere Branche befindet sich seit einem Jahr im kontrollierten Sinkflug" so Christoph Möller, Präsident des Verbandes und Inhaber einer renommierten Tanzschule in München. In einer kürzlich verbandsintern durchgeführten Umfrage gaben über die Hälfte der Befragten an, dass sie eine ernsthafte Gefahr für den Weiterbestand ihres Unternehmens sehen. Ebenso viele sehen sogar die Zukunft des gesamten Geschäftszweigs gefährdet. "Auf Dauer schaffe es eben keine Branche der Welt, Umsatzeinbrüche von bis zu 40 % dauerhaft zu verkraften" so der Vorsitzende.

Die versprochenen Hilfsgelder der Regierung kommen längst nicht bei den Unternehmen an. Zahlreiche bürokratische Hürden oder Änderungen im Kleingedruckten, machen eine wirtschaftliche Planung unmöglich. Möller erläutert: "Rund ein Drittel der Mitglieder haben zusätzliche Kredite aufnehmen müssen, um die Liquidität ihrer Unternehmen zu stabilisieren". Die aufgrund der Pandemie behördlich auferlegten Maßnahmen schnüren den Tanzschulen die Luft ab und zeigen keinerlei Perspektiven auf, ob und ggf. unter welchen Bedingungen die Leistungen wieder angeboten werden dürfen.

Zwar hätten nahezu alle Tanzschulen hohe Summen in technische Ausrüstungen investiert und innerhalb kürzester Zeit komplexe Online-Unterrichtsmethoden entwickelt, diese könnten auf Dauer aber nicht den Präsenzbesuch von Tanzschulen ersetzen.

"Wir haben eine breitgefächerte Zielgruppe" führt Möller aus. Moderne Tanzschulen bieten vielfältige Unterrichtskonzepte für alle Altersgruppen. So wird z.B. der Unterricht bei Kindern bewusst auf die tänzerische Früherziehung fokussiert und somit späteren Haltungsschäden vorgebeugt. Die reine Schrittvermittlung steht bei einem Besuch der Tanzunternehmen nicht im Vordergrund. Der Präsident erklärt: "Das Gefühl von menschlichen Begegnungen kann zwar distanziert und hygienekonform erreicht, aber von keinem Online- oder Streaming-Angebot dieser Welt ersetzt werden."

Mit dem Niedergang der Tanzschulbranche, geht Deutschland ein wichtiges Instrument der sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen verloren. Wer erinnert sich nicht mehr an den ersten Ball in festlicher Kleidung oder an das Herzklopfen, die Blicke oder das verschämte Grinsen beim ersten Auffordern? "Wir haben Werte, die es zu verteidigen gilt!", erklärt Christoph Möller kämpferisch.

Trotz der enorm angespannten wirtschaftlichen Lage sprechen sich nahezu alle Unternehmen in der Umfrage gegen Privilegien für Geimpfte (wie es andere Wirtschaftsunternehmen bereits debattieren) in den Tanzschulen aus. "Das können wir mit unserem Berufskodex nicht verbinden. Tanzschulen waren schon immer Orte für Begegnungen für alle Generationen und Bevölkerungsschichten. Tanzen verbindet Menschen und darf nicht zwischen ihnen differenzieren!", so Möller.

So bleibt den Tanzschulen nichts anderes übrig als weiterhin an den inzwischen etablierten, bewährten und sehr umfangreichen Hygienemaßnahmen festzuhalten und darauf zu hoffen, dass die Politik sie nicht vergisst. Schließlich sind die Tanzschulen ein wichtiger Bestandteil der deutschen Gesellschaft, die eine Zukunft im kulturellen Leben verdient haben.

Quelle: Allgemeiner Deutscher Tanzlehrerverband - ADTV (ots)


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